Laut Bericht
Jeder sechste russische Diplomat in Wien hat Geheimdienstbezug
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von Quelle: APA, JOYN News:newstime
Geheimdienste warnen vor WhatsApp-Hacks
Videoclip • 01:32 Min • Ab 12
Zumindest jeder sechste russische Diplomat in Wien hat Bezüge zu Geheimdiensten, erklärte am Montag das russische Exilmedium Agentstwo. Ausgehend von der vom österreichischen Außenministerium veröffentlichten Diplomatenliste werden 21 in Österreich tätige Russen namentlich aufgelistet und begründet, wie sie mit SWR, GRU, FSB und Co. in Verbindung stehen könnten. Ausgangspunkt der Recherche waren geleakte russische Datenbanken mit Melde- und Steuerinformationen.
Das Wichtigste in Kürze
Ein russisches Exilmedium vermutet, dass mindestens jeder sechste russische Diplomat in Wien Verbindungen zu Geheimdiensten wie SWR, GRU oder FSB hat.
Grundlage sind geleakte Daten zu Melde- und Steuerinformationen sowie frühere Tätigkeiten der Diplomaten. Konkrete Beweise für aktuelle Spionagetätigkeiten in Wien gibt es laut Bericht jedoch nicht.
Unter 48 vom BMEIA angeführten Mitarbeitern der russischen Botschaft in Österreich könnten zumindest acht Personen mit Geheimdiensten in Verbindung stehen, darunter jeweils drei mit dem Auslandsgeheimdienst Dienst der Außenaufklärung (SWR) eine mit dem Militärgeheimdienst (GRU), eine Person sowohl mit SWR als auch GRU und eine Person mit dem Inlandsgeheimdienst Föderaler Dienst für Sicherheit (FSB), schrieb das auf Investigativjournalismus spezialisierte Onlinemedium.
Meldeadressen als Indiz
So sei etwa Botschaftsrat Jewgeni A. in Moskau in einem Haus unweit der Zentrale des Auslandsgeheimdiensts gemeldet gewesen, in dem nach Medienberichten nahezu ausschließlich Mitarbeiter des SWR wohnen. Attaché Alexandr S. hatte Einkünfte von der SWR-Akademie, sein Kollege Alexandr P. verdingte sich in einer geheimen und auf Wirtschaft spezialisierten Abteilung des SWR. Attaché Dmitri F. ist einerseits verdächtig, weil seine Gattin in einem Kindergarten des SWR arbeitete, er selbst war zudem andererseits in einem Haus gemeldet, wo Mitarbeiter des GRU leben. Mit dem diesem Militärgeheimdienst könnten zumindest auch der Erste Botschaftssekretär Alexandr G., Militärattaché Alexej F. und Attaché Stanislaw A. auch zu tun haben, alle drei waren an einschlägigen Adressen in und um Moskau gemeldet. Ein weiterer Attaché, Dmitri K., arbeitete in der Vergangenheit für ein Forschungszentrum des FSB. Der bis vor kurzem vor Ort tätige Sergej G. habe zudem für das russische Innenministerium gearbeitet.
Ähnliche Konstellationen fand das Medium auch bei 22 vom BMEIA gelisteten Diplomaten der Ständigen Vertretung der Russischen Föderation bei der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) - konkret werden sieben Mitarbeiter mit Verdachtsmomenten genannt - sowie unter 47 russischen Vertretern bei anderen internationalen Organisationen in Wien, hier listet Agentstwo Namen und biografische Details von fünf Personen auf.
Liste unvollständig
Konkrete Indizien, dass die genannten 21 Russen derzeit auch in Wien geheimdienstlich tätig sind, fehlen im Medienbericht. Die Aufzählung selbst ist laut APA-Informationen jedoch jedenfalls unvollständig. Nicht gelistet wird etwa Michail A., der in einem Observationsbericht des Bundesamts für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) 2009 als einer der erkannten "SWR-Offiziere im Bereich der Aufklärung von Verkehrs-, Luft- und Raumfahrttechnik" in Wien bezeichnet wurde. Seinerzeit war A. an der russische Handelsmission tätig gewesen. Nach einer Unterbrechung kehrte er als Erste Botschaftssekretär 2020 wieder nach Wien zurück.
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