Lentos-Ausstellung zu 200-Jahren Fotografie
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von AgenturenZeitgenössisches tritt in Dialog mit Werken der Fotografie-Geschichte
Bild: APA/Bildrecht,Wien 2026
Das Lentos Kunstmuseum präsentiert ab Freitag eine Ausstellung aus Anlass des 200-jährigen Bestehens der Fotografie. Zu sehen sind Werke aus den Sammlungen des Hauses und des Nordico Linz. Von frühen Daguerreotypien bis hin zu zeitgenössischen, auch digitalen Positionen ist ein kompakter Rundgang durch die Fotografiegeschichte entstanden.
Unter dem Titel "Spuren der Wirklichkeit" wird im Untergeschoß des Museums künstlerisch und historisch das Medium selbst hinterfragt, wie auf einem Presserundgang am Donnerstag gezeigt wurde. Anlass für die Schau war das 200-Jahr-Jubiläum der ersten uns bekannten fixierten Fotografie von Joseph Nicéphore Niépce im Jahr 1826. Das älteste Werk in der Lentos-Ausstellung hingegen ist mit 1839 datiert und zeigt eine "Fotografische Zeichnung" auf Papier. Eine eigene Wand ist der länger andauernden Entstehungsgeschichte der Fotografie im 19. Jahrhundert gewidmet, die sich in jener Zeit durch immer neue Techniken fortentwickelte. Hier sind auch einige Daguerreotypie-Unikate aus der Nordico-Sammlung im Original zu sehen.
Große Namen der Fotografiegeschichte
Im Nordico konnte man aus einem Bestand von 60.000 Fotos wählen, das Lentos selbst verfügt über eine Sammlung von rund 1.800 Fotos mit den Schwerpunkten des 19. Jahrhunderts, der Jahrhundertwende, Bauhaus und Neue Sachlichkeit sowie Werken nach 1945. So konnten Fotografien namhafter Künstler in der Ausstellung präsentiert werden, wie etwa Alexander Rodtschenko, Man Ray, Herbert Bayer, Edward Steichen oder August Sander.
Aus der Zeit nach 1945 hängen Arbeiten von Franz Hubmann, VALIE EXPORT oder der österreichischen Magnum-Ikonen Inge Morath und Erich Lessing. Dass viele der zeitgenössischen Werke von österreichischen Fotografen stammen, zeigt die profunde und aktive Szene an künstlerischer Fotografie im Land. Neben den großen Namen der Fotografiegeschichte bezeugen vor allem diese neuen Arbeiten, wie intensiv heute mit dem Medium selbstreflexiv umgegangen wird.
Historisches und Zeitgenössisches im Dialog
Gegliedert ist die Ausstellung in fünf Themenkomplexe: Der Apparat, Das Licht, Das Material, Die Referenz und Die Zeit. Man wolle historische und zeitgenössische Arbeiten gegenüberstellen und in einen Dialog setzen, hieß es von Kuratorin Sarah Jonas. Man sei von der Frage ausgegangen, welche grundlegenden Bedingungen Fotografien, unabhängig von ihrer Entstehungszeit, miteinander verbindet. Dabei wurden historische, zeitgenössische sowie technische Aspekte behandelt.
Bemerkenswert in den neueren Arbeiten im Zeitalter der Digitalfotografie sei, dass sich viele Künstlerinnen trotzdem wieder mit der Materialität der Fotografie beschäftigen, so Jonas. Im Kapitel zur "Referenz" werde gezeigt, wie sich die Künstler schon immer mit der Beziehung von Wirklichkeit und Fotografie beschäftigten. "Man sagt, dass ein Foto die Wirklichkeit abbildet, ein Index dafür ist - das ist aber ein Vorurteil", erklärte Jonas. Gerade im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz stelle sich besonders die Frage, wie es mit der Fotografie weitergeht. Daher erscheine es notwendig, sich erneut mit materiellen, technischen und referenziellen Grundlagen auseinanderzusetzen.
(S E R V I C E - "Spuren der Wirklichkeit - 200 Jahre Fotografie aus den Sammlungen der Museen der Stadt Linz", Lentos Kunstmuseum Linz; Kuratorin: Sarah Jonas; 29. Mai 2026 bis 16. August 2026)
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