Libanon: Fast 3.500 Angriffe Israels während Waffenruhe

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von Agenturen

Nabatiyeh ist vom Krieg bereits schwer gezeichnet

Bild: APA/APA/AFP/ABBAS FAKIH


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Israel hat den Libanon nach offiziellen Angaben seit Verkündung der Waffenruhe im April fast 3.500 Mal angegriffen. Das teilte der libanesische Premier Nawaf Salam am Montag in Beirut mit. Das sei die Zahl der israelischen Verstöße gegen die faktisch kaum wirksame Waffenruhe, die am 17. April in Kraft trat, bis zum vorigen Sonntag. Parallel zur jüngsten Eskalation mit dem Iran hat Israel seine Angriffe im Libanon auf die pro-iranische Hisbollah-Miliz indes fortgesetzt.

Rund 30 Soldaten der Regierungsarmee und fast 20 weitere Sicherheitskräfte seien seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar und der erneuten Eskalation im Libanon getötet worden, teilte Salams Büro mit. Insgesamt wurden im Libanon nach offiziellen Angaben seitdem mehr als 3.500 Menschen getötet und mehr als 10.000 weitere verletzt.

Nach Zählung des israelischen Forschungszentrums ALMA griff die Hisbollah seit Beginn der Waffenruhe ihrerseits nahezu 1.000 Mal israelische Ziele an. Die meisten dieser Angriffe zielten auf israelische Truppen im Libanon und etwa ein Viertel auf israelisches Gebiet.

Es geht weiter mit den Kampfhandlungen

Die israelische Luftwaffe habe im Libanon mehrere Orte im Süden bombardiert, berichtete die libanesische Staatsagentur NNA am Montag. Im Umfeld der Stadt Nabatiyeh seien dabei mindestens vier Menschen getötet worden. Israel greife die Stadt auch mit Artillerie an. Zudem rückten israelische Bodentruppen mit Maschinengewehren im Süden vor.

Aus Sicherheitskreisen hieß es, der schwere Beschuss der Stadt deute darauf hin, dass Israels Armee sich auf einen Vormarsch vorbereite. Auch der Hisbollah-Sender Al-Manar berichtete von neuen israelischen Angriffen auf etwa ein Dutzend Orte im Südlibanon. Die israelische Armee äußerte sich auf Anfrage zunächst nicht.

Nabatiyeh ist mehrheitlich von Schiiten bewohnt und ein wichtiger wirtschaftlicher Knotenpunkt für die Region und auch von symbolischer Bedeutung. Israel hat die Stadt seit den 1980er Jahren immer wieder angegriffen, wie auch im vergangenen Krieg mit der Hisbollah im Jahr 2024. Israels Armee hatte Anrainer vor rund einer Woche aufgefordert, ihre Häuser und die Stadt umgehend zu verlassen. Es gibt Vermutungen, dass israelische Bodentruppen die Stadt bald einnehmen könnten.

Vor gut einer Woche hatten die Truppen bereits Burg Beaufort aus dem 12. Jahrhundert eingenommen, die einen Blick über weite Gebiete im Libanon und die Golanhöhen bietet. Von dieser strategisch guten Position aus wäre auch ein Vormarsch in Richtung Nabatiyeh möglich.

Am gestrigen Sonntag hatte Israels Armee auf Anweisung von Ministerpräsident Benjamin Netanyahu und Verteidigungsminister Israel Katz erneut die Vororte von Beirut angegriffen. Der Iran, der wichtigste Unterstützer der Hisbollah im Libanon, griff Israel am selben Abend erneut mit Raketen an.

Hisbollah schlägt zurück

Die Hisbollah-Miliz feuerte am Montag mehrere Raketen auf israelische Soldaten im Süden des Libanon . Die israelische Armee teilte mit, es seien drei Geschosse identifiziert worden. Ein Teil davon sei abgefangen worden, bevor sie auf israelisches Gebiet fliegen konnten. In mehreren Ortschaften im Norden Israels gab es nach Militärangaben Raketenalarm. Den Angaben zufolge wurde niemand verletzt.

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US-Appell an libanesische Regierung

Der US-Botschafter im Libanon, Michael Issa, bezeichnete den jüngsten israelischen Angriff im Raum von Beirut am Montag als eine "politische Botschaft". Diese dürfe aber zu keiner noch schwereren Reaktion aus dem Libanon führen. "Wir in den Vereinigten Staaten haben beschlossen, die Konfrontation nicht noch weiter zu eskalieren", sagte Issa laut einer Mitteilung des libanesischen Staatspräsidenten Joseph Aoun bei einem gemeinsamen Treffen am Montag.

Israels Armee hatte die als Dahieh bekannten Vororte der libanesischen Hauptstadt am Sonntag erneut angegriffen - trotz einer Warnung des Iran, dass solch ein Angriff eine erneute Eskalation nach sich ziehen würde. Am selben Abend griff der Iran dann Israel erneut mit Raketen direkt an. Der Iran ist der wichtigste Unterstützer der schiitischen Hisbollah-Miliz im Libanon.

Die direkten Verhandlungen zwischen Israel und dem Libanon unter US-Vermittlung sollten in Washington weitergehen, sagte Issa laut der Mitteilung von Aouns Büro. US-Präsident Donald Trump spreche "ständig" über den Libanon, die Lage im Land sei für die US-Regierung von großer Bedeutung. In den Verhandlungen sei nun das "Eis gebrochen" und die USA wollten dem Libanon helfen, die "Krise" im Land zu überwinden.

Zwischen Israel und dem Libanon gilt seit April eine faktisch kaum wirksame Waffenruhe. Israel und die Hisbollah greifen einander weiterhin an. Die libanesische Regierung ist selbst keine Kriegspartei und hat auch nur begrenzt Einfluss auf die Hisbollah.

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