Meloni verliert Referendum zur Justizreform

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von Agenturen

Giorgia Meloni verliert Referendum wohl knapp

Bild: APA/APA/AFP/NICOLAS TUCAT


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Bei dem Referendum über eine von der Regierungskoalition um Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni im Parlament durchgesetzte Justizreform bahnt sich ein Sieg der Reformgegner ab. Nach einer ersten Hochrechnung des Senders Rai sprachen sich in einer Volksabstimmung 53,1 Prozent der Italienerinnen und Italiener dagegen aus. Für das Vorhaben der rechten Dreier-Koalition stimmten demnach 46,9 Prozent.

Dies könnte ein Rückschlag für die rechte Regierungskoalition um Ministerpräsidentin Giorgia Meloni im Vorfeld der Parlamentswahl im kommenden Jahr bedeuten. Die Wahlbeteiligung lag deutlich höher als erwartet und dürfte laut vorläufigen Angaben um die 58 Prozent betragen.

Scharfer Wahlkampf vor Referendum

Dem Referendum war ein äußerst scharfer Wahlkampf vorausgegangen, der tiefgreifende Divergenten zwischen der rechtsgerichteten Regierungskoalition und der italienischen Justiz offengelegt hat. Auch die oppositionelle Mitte-links-Allianz opponiert die Justizreform und hatte die Wählerschaft aufgerufen, beim Referendum "Nein" zu stimmen.

Gegenstand der Abstimmung war die Trennung der beruflichen Laufbahnen von Richtern und Staatsanwälten. Derzeit ist ein einmaliger Karrierewechsel möglich. Eine Ja-Stimme bedeutet Zustimmung zur Reform. Sie ist eines der wichtigsten politischen Vorhaben der seit Herbst 2022 amtierenden, rechten Regierung von Ministerpräsidentin Meloni.

Anders als bei Referenden, die normale Gesetze betreffen, ist bei der Volksbefragung über die Justizreform kein Mindestquorum für ihre Gültigkeit notwendig. Bei Referenden, die Gesetze zur Verfassungsänderung betreffen, ist nämlich keine Mindestbeteiligung erforderlich. Bei anderen Volksbefragungen gilt ein Quorum von 50 Prozent, an dem in den vergangenen Jahren viele Referenden in Italien gescheitert sind.

Die Regierungschefin hat sich stark für ein Ja beim Referendum eingesetzt. Sie betonte jedoch, dass das Ergebnis der Volksabstimmung keine Auswirkung auf ihre Regierung haben werde. Auch im Fall eines Sieges des "Nein" zu ihrer Reform will sie weitermachen wie bisher.

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