Omega-Wetterlage brachte Europa Rekordtemperaturen
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von AgenturenHitze in Europa und Österreich
Bild: APA/APA/THEMENBILD/HARALD SCHNEIDER
Eine sogenannte Omega-Wetterlage - ein stabiles Hochdruckgebiet über West- und Mitteleuropa - ist laut Geosphere Austria für die Hitze der vergangenen Tage verantwortlich. Das Ergebnis waren Rekordtemperaturen in England und Frankreich, berichtete Klimatologe Alexander Orlik am Donnerstag. Auch in Österreich gab es stellenweise neue Stationsrekorde für Mai.
Im letzten Maidrittel hatte sich ein stabiles Hochdruckgebiet aufgebaut, das westlich und östlich von Tiefdruckgebieten flankiert wird. Diese Omega-Wetterlage blockiert das Vorankommen von atlantischen Tiefdrucksystemen in West-Ost-Richtung, die nach Skandinavien abgelenkt wurden. Omega-Wetterlagen können über mehrere Tage bis Wochen anhalten. Im Hoch kommt es zu Wolkenauflösung, sehr viel Sonnenschein und wenig bis gar keinem Niederschlag. Durch die ungehinderte Sonneneinstrahlung haben sich West- und Mitteleuropa, wo der Sonnenstand schon sehr hoch ist und die Tage sehr lang sind, stark aufgeheizt und die Hitze verursacht, berichtete Orlik.
An 20 Wetterstationen Rekorde
Auch Österreich war betroffen: An rund 20 Wetterstationen, die eine längere Zeitreihe als 25 Jahre haben, wurde ein neuer Temperaturrekord für Mai erzielt. Darunter sind Stationen mit besonders langer Zeitreihe wie Lienz (33,3 Grad) und Mallnitz (28,2 Grad), St. Jakob im Defereggental (28,1 Grad), alle am 26. Mai, und Schwechat-Flughafen (32,7 Grad) am 27. Mai.
Hitzetage (30 Grad oder höher) sind laut dem Klimatologen für Ende Mai an sich nicht ungewöhnlich. Mehr als zwei aufeinander folgende Hitzetage sind jedoch für diesen Monat in Österreich eher selten. Bis jetzt gab es an 63 Wetterstationen eine Folge von drei oder mehr Hitzetagen. Zuletzt trat das Ende Mai 2017 an sechs Wetterstationen auf. 2008 waren es 20 Stationen und 2005 gab es ein besonders starkes Ereignis mit 78 Wetterstationen.
Vor den 2000er Jahren waren solche Ereignisse aber sehr selten. Von 1950 bis 2000 gab es Hitzewellen im Mai nur noch 1950 (zwei Wetterstationen), 1958 (fünf Wetterstationen) und 1979 (zwei Wetterstationen). Vor 1950 trat das ebenfalls auf, jedoch ist die Stationsdichte zu gering, um einen vernünftigen Vergleich mit der Gegenwart anzustellen.
UNO-Klimachef: "Erinnerung an verschärfende Folgen der Klimakrise"
Nach den Worten des UNO-Klimachefs Simon Stiell sei die Hitzewelle ein Warnsignal. Die für Mai extrem hohen Temperaturen seien "eine brutale Erinnerung an die sich verschärfenden Folgen der Klimakrise", so Stiell.
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