OMV-Beteiligung Borouge in Emiraten in Brand geschossen
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von AgenturenFahnen von OMV und Borouge vor Firmensitz in Wien
Bild: APA/APA/THEMENBILD (Archiv)/GEORG HOCHMUTH
In den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) sind nach einem iranischen Angriff auf eine petrochemischen Anlage des Kunststoffherstellers Borouge mehrere Brände ausgebrochen. Das teilte das Medienbüro der Hauptstadt Abu Dhabi am Sonntag mit. Dies hat auch einen Österreich-Aspekt: Am 31. März hatten die heimische, teilstaatliche OMV und der Energiekonzern ADNOC aus Abu Dhabi die Fusion ihrer Chemiesparten zur neuen Borouge International mit Sitz in Wien abgeschlossen.
OMV-Beteiligung
Der Zusammenschluss von Borealis, Borouge und Nova Chemicals schafft einen globalen Kunststoff-Riesen im Wert von rund 60 Mrd. US-Dollar (52,1 Mrd. Euro). Borouge International ist damit der viertgrößte Produzent von Polyolefin-Kunststoffen. OMV und ADNOC halten als gleichberechtigte Partner je 50 Prozent. Bei Borouge handelt es sich um einen 1998 gegründeten, in Abu Dhabi ansässigen Petrochemie-Konzern und führenden Hersteller von Polyolefinen (Kunststoffen), der in der Al Ruwais Industrial City einen der weltgrößten Anlagenkomplexe betreibt.
Die Brände im Boroge-Komplex seien durch herabfallende Trümmer nach erfolgreichen Abfangaktionen durch die Flugabwehr verursacht worden, hieß es Der Betrieb der Anlage sei umgehend eingestellt worden, der Schaden werde begutachtet. Verletzte seien keine gemeldet worden, hieß es.
Bahrain meldet iranische Drohnenangriffe
Im Golfemirat Bahrain meldete das staatliche Öl- und Gasunternehmen Bapco Energies einen Brand in einem Lager infolge eines iranischen Drohnenangriffs am Morgen. Das Feuer sei vollständig gelöscht worden, man begutachte nun die Schäden. Verletzte habe es keine gegeben.
Auch das Unternehmen Gulf Petrochemical Industries Company (GPIC) in Bahrain bestätigte, dass mehrere ihrer Betriebsanlagen am frühen Sonntagmorgen (Ortszeit) Ziel eines iranischen Drohnenangriffs wurden, wie die Staatsagentur BNA berichtete. Der Angriff habe Brände in den betroffenen Anlagen ausgelöst, die inzwischen vollständig gelöscht worden seien. Auch hier wurden keine Verletzten gemeldet.
Kuwait meldet starke Schäden durch iranischen Drohnenangriff
Kuwait meldete nach Beschuss aus dem Iran schwere Schäden an Infrastruktur und Regierungsgebäuden. Nach Angaben des Energieministeriums wurden zwei Strom- und Entsalzungsanlagen durch iranische Drohnen erheblich beschädigt. Als Folge seien zwei Stromgeneratoren ausfallen. Verletzte habe es nicht gegeben, hieß es. Beim Einschlag einer weiteren Drohne in einem Gebäude des Finanzministeriums sei ebenfalls erheblicher Sachschaden entstanden, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Kuna unter Berufung auf das Ministerium.
Verletzte habe es auch dort nicht gegeben, hieß es. Nach Angaben des Informationsministeriums traf eine Drohne zudem eine Anlage des Ölkonzerns Kuwait Petroleum Corporation. Auch dabei habe es keine Verletzten gegeben.
Die Armee des Landes hatte zuvor einen erneuten Beschuss durch Raketen und Drohen gemeldet. Die Luftabwehr war im Einsatz. Seit Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe vor fünf Wochen feuert der Iran im Gegenzug Rakete und Drohnen auf Kuwait und andere Golfstaaten, die US-Militärbasen beherbergen.
Israels Armee: Chemiewerk für Raketenbau im Iran attackiert
Die israelische Luftwaffe wiederum bombardierte im Iran nach Armeeangaben einen Industriekomplex zur Herstellung von Chemikalien für die Waffenproduktion. Es sei in Mahshahr im Südwesten ein Gelände mit einer von zwei zentralen Anlagen zur Herstellung von Materialien für Sprengstoffe, ballistische Raketen und andere Waffensysteme attackiert worden, teilte die Armee in der Nacht auf Sonntag mit.
Die iranische Nachrichtenagentur TASNIM hatte zuvor unter Berufung auf das Gouverneursamt von drei Einschlägen berichtet. Getroffen wurden demnach die Petrochemieunternehmen Fajr 1 und 2, Rijal und Amirkabir, hieß es. Es sei sehr wahrscheinlich, dass es Todesopfer und Verletzte gegeben habe. Mahshahr ist eine Hafenstadt in der iranischen Provinz Khuzestan nahe der Grenze zum Irak.
Israels Armee erklärte am Ostersonntag in der Früh indes, dass die Luftwaffe in den vergangenen 24 Stunden mehr als 120 Luftverteidigungs- und Raketensysteme im Zentrum und Westens des Irans angegriffen habe.
OPEC-Staaten beraten über Produktion
Angesichts der Auswirkungen des Iran-Krieges auf die weltweiten Ölpreise wollten unterdessen acht Mitglieder der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) über eine Änderung ihrer Produktionsquoten beraten. Die V8-Gruppe, zu der die führenden Ölproduzenten Saudi-Arabien, Russland und mehrere Golfstaaten gehören, wollten bei dem Treffen am Sonntag darüber entscheiden, ob die Ölproduktion mit Blick auf die steigenden Ölpreise im Mai weiter erhöht werden soll. Für den April hatte die OPEC+-Gruppe bereits eine Erhöhung um 206.000 Barrel pro Tag angekündigt.






