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PISA-Ergebnisse: Minus bei Lesen und Mathe, Plus bei Nawi

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von Quelle: APA, JOYN News

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Pisa: Deutschland rutscht weiter ab

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Bei der am Dienstag veröffentlichten PISA-Studie 2025 setzt sich der nach der Corona-Pandemie erstmals verzeichnete Trend fort: In Lesen und Mathematik wurden bei den 15- bis 16-jährigen Schülern erneut Leistungsrückgänge festgestellt, in den Naturwissenschaften blieben die Werte in etwa gleich. Ähnlich auch in Österreich: Die Leistungen in Lesen und Mathe gingen im gleichen Ausmaß wie in der OECD zurück, in den Naturwissenschaften wurden Zuwächse verzeichnet.

Im diesmaligen Haupttestgebiet Naturwissenschaften erreichten die österreichischen Schülerinnen und Schüler 497 Punkte. Das ist ein Plus von sechs Punkten gegenüber dem letzten Test 2022 und über dem OECD-Schnitt (482; 2022: 485). Im Lesen kamen die österreichischen Jugendlichen auf 467 Punkte - das ist zwar ebenfalls leicht über dem OECD-Schnitt (461), allerdings ein erneuter Rückgang um 13 Punkte. OECD-weit gingen die Lese-Ergebnisse mit minus 14 Punkten in etwa im gleichen Ausmaß zurück.

Gleiches gilt für die Mathematik. Hier kamen die österreichischen 15- und 16-Jährigen auf 477 Punkte. Das liegt klar über dem OECD-Schnitt (463), ist allerdings ein Rückgang um zehn Punkte und damit in etwa das gleiche Minus wie auch OECD-weit (minus neun Punkte). Im erstmals getesteten Bereich "Lernen in der digitalen Welt" landeten die heimischen Jugendlichen mit 509 Punkten ebenfalls über dem OECD-Schnitt.

Südkorea und Japan top

Am besten schnitten OECD-weit wie üblich Südkorea und Japan ab, in Europa erreichten Estland (Naturwissenschaften, Mathe, Lernen in digitaler Welt) und Irland (Lesen) die besten Werte. Die absolut besten Ergebnisse erzielten die extra ausgewerteten vier chinesischen Provinzen Peking, Shanghai, Jiangsu und Zhejiang (Nawi: 597, Lesen: 527, Mathe: 612) sowie Singapur (Nawi: 560, Lesen: 535, Mathe: 563).

Erstmals in allen Disziplinen über OECD-Schnitt

Insgesamt liegen die Leistungen der heimischen Schülerinnen und Schüler erstmals seit Einführung der PISA-Studien in allen Testdisziplinen signifikant über dem OECD-Schnitt. Das liegt allerdings mit Ausnahme der Naturwissenschaften und des erstmals erhobenen Lernens in der digitalen Welt daran, dass die Leistungen in den anderen OECD-Staaten noch stärker zurückgegangen sind.

Bemerkenswert ist vor allem die negative Entwicklung beim Lesen: In Europa erreicht mittlerweile nur mehr Irland den ursprünglichen Mittelwert von 500 Punkten. Mit 467 Punkten rangiert Österreich mittlerweile sogar hinter der Türkei (472), befindet sich dabei aber in guter Gesellschaft der Schweiz (470) oder Deutschlands (465). Auch Finnland rangiert zumindest beim Lesen nur mehr knapp davor (474).

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Wiederkehr: Licht und Schatten

Bildungsminister Christoph Wiederkehr (NEOS) sah im PISA-Ergebnis "Licht und Schatten". Einerseits befinde sich Österreich nach wie vor "im internationalen Spitzenfeld" und habe in den Naturwissenschaften zugelegt. Im Lesen und der Mathematik gebe es hingegen einen "signifikanten Rückgang von Grundkompetenzen". Das seien "bedenkliche Entwicklungen, die wir global sehen", so der Minister vor Journalisten.

Handlungsbedarf ortete Wiederkehr in zwei Bereichen: Einerseits gebe es in Österreich nach wie vor einen überdurchschnittlichen Zusammenhang der Leistungen mit der sozialen Herkunft der Schülerinnen und Schüler. Hier habe man mit der Ausweitung der Sommerschule, den Umstellungen bei der Deutschförderung und der Einführung des Chancenbonus bereits Schritte gesetzt. Eine Trendwende geschehe aber nicht über Nacht.

Der zweite Punkt betreffe die Digitalisierung: Diese müsse "später und besser erfolgen", so Wiederkehr. Es gebe einen Zusammenhang zwischen früher Bildschirmaktivität und sinkenden Lernergebnissen. "Nicht begleitete Digitalisierung in Schulen führt zu schlechteren Ergebnissen." Wer zu früh zu lange digitale Endgeräte nutze, könne zwar besser scrollen, im Gegenzug aber komplexere Texte schlechter verstehen.

Konsequenz: "Wir dürfen Haptisches nicht vernachlässigen." Die Grundlagen frühkindlicher Bildung müssten gestärkt werden, auch Eltern sollten ihre eigene Bildschirmzeit als Vorbild für die Kinder zurückfahren. Als erste Maßnahme kündigte der Minister - wie schon kurz nach der Budgeterstellung - an, die Ausgabe der vergünstigten bzw. kostenlosen digitalen Endgeräte von der fünften in die sechste Schulstufe zu verlegen - und zwar ans Ende des zweiten Semesters.

Auch SPÖ-Bildungssprecher Heinrich Himmer unterstrich in einer Aussendung die Bedeutung des neuen Chancenbonus für die Bildungsgerechtigkeit. Sein FPÖ-Pendant Hermann Brückl sieht die Ergebnisse als "Alarmsignal". Wenn Österreich beim Lesen mittlerweile sogar hinter der Türkei liege, sei es schon "fünf nach zwölf". Besonders kritisch sieht er die seit dem heurigen Schuljahr geltende Abschaffung der verpflichtenden Deutschförderklassen. Die Industriellenvereinigung fordert eine stärkere Förderung der Kompetenzen im Mathematik-, Informatik-, Naturwissenschafts- und Technikbereich, die Wirtschaftskammer eine Sicherung der Grundkompetenzen.

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