Pizzera und Jaus live: Animateure im Magic Love Club

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von Agenturen

Dieses Archivbild zeigt Paul Pizzera beim Donauinselfest 2025

Bild: APA/APA/FLORIAN WIESER/Archiv/FLORIAN WIESER


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Wer als Opener einen Hadern wie "Liebe zum Mitnehmen" spielt, braucht sich weder um das Motto seines Konzerts noch um die Fan-Reaktionen Sorgen zu machen: Das Pop-Duo Pizzera und Jaus startete Dienstagabend im ausverkauften Wiener Globe seine "Jetz' kummst ma auf de Tour". Und die beiden hyperaktiven Sympathiebinkerl verwandelten Michael Niavaranis Theater in der Marx Halle in einen Magic Love Club - mit zwei Stunden Musik-Workout für die begeisterten Fans.

Schon der Start war optisch unmissverständlich: Otto Jaus klemmte sich in Muscle Shirt und Trainingsshorts hinter sein Keyboard mit Basedrum-Unterbau; Paul Pizzera sieht ohnedies notorisch aus, als ob er gerade aus dem Gym käme. Und er liebt das vielleicht nicht brillante, aber jedenfalls effektvolle E-Gitarrenspiel. So konnten die beiden gleich das zweite Motto des Abends ausgeben: "Mia gehts so guat" (Song: "Danke, gut!"). Kein Wunder, dass es das Publikum ständig von den Sesseln riss und auch die Oberkörper-Ausdauer durch lang anhaltendes Arme-Schwenken effektiv trainiert wurde.

Und die Fans erhielten alles, was man von einem P+J-Abend erwarten kann: Hit um Hit aus eigener Feder, zum Drüberstreuen Motivations-Turbo-Coverversionen von "Viva La Vida" (Coldplay) über Aviciis "Wake Me Up When It's Over" bis "Final Countdown" von Europe. Das lockerte das musikalische Konzept auch erfreulich auf - könnte man doch verführt sein, etwas spitz anzumerken, dass der überwiegende Teil der Lieder von Pizzera und Jaus einen äußerst hohen "Wiedererkennungswert" besitzt. Aber die Fans wollen sichtlich von stilistischen Varianten nicht irritiert werden.

"Jedermann" und "Mama" mitten im Saal

Viel bejubelt war auch, dass die beiden kurz vor der Pause einfach mitten im Saal spielten, und zwar zunächst "Jedermann" (catchy Line: "Liebe macht net blind, sondern nur die Augen gschwoin") und dann als besinnlichen Übergang in die Pause "Mama". Danach ging es nur kurz mit getragener Stimmung weiter ("Die Sunn und di"). Denn Pizzera und Jaus lieben es auch, die Genregrenzen des Pop in Richtung volkstümliche Musik auszuloten - und das Publikum hat seinen Spaß dabei. Da ging sich im Globe dann beispielsweise sogar Jodel-Rock zu E-Gitarren-Loops aus. Unterstützt wurde das Duo übrigens streckenweise von der vierköpfigen "A Cappella Band". Deren Highlight war allerdings ein Special ohne P+J: Das Cover des Spice Girls-Hits "Wannabe"...

Gegen Ende verkündeten Pizzera und Jaus schließlich das dritte Abend-Motto: "Eine ins Leben", natürlich in entsprechend fetziger Version. Und wie es sich für ein perfektes Workout gehört, boten die Animateure zuletzt Musik zum Cooldown: "Kaleidoskop", besser bekannt durch die etwas rätselhafte Textzeile "Mit dir wü i ned oid wern mit dir wü i jung sterbn" und den sehr engagierten a cappella-Song "Die Gedanken sind frei".

Nach dem Workout: ein "Klesch Koids Bier"

Der Abend war perfekt für die Fans und endete, wie es ein super Workout soll: mit verschwitzten und glücklichen Menschen, die sich eines redlich verdient hatten: ein "Klesch Koids Bier", wie der neue mutmaßliche Hütten-Hit von Pizzera und Jaus heißt, der am Dienstagabend seine Live-Premiere erlebte.

(Von Werner Müllner/APA)

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