Qualifikantin Chwalinska will ihr Paris-Märchen vollenden
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von AgenturenChwalinska hofft auf den großen Coup
Bild: APA/APA/AFP/JULIEN DE ROSA
Der polnischen Qualifikantin Maja Chwalinska fehlt in Paris noch ein Schritt zur Vollendung der ganz großen Sensation. Nach ihrem Erfolgslauf von neun Siegen trifft die 24-Jährige am Samstag im Finale der French Open auf die Russin Mirra Andrejewa. Für die 19-Jährige ist es ebenfalls das erste Endspiel bei einem Grand-Slam-Tennisturnier. Die Weltranglisten-Achte gilt im ersten Aufeinandertreffen mit der Nummer 114 aus Polen als Favoritin.
Die bisher in Roland Garros mit geduldigem und taktisch variantenreichem Spiel groß auftrumpfende Chwalinska will sich davon aber nicht beirren lassen. Getragen von der Euphorie und ihrer Unbekümmertheit will sie auch Andrejewa biegen. "Ich analysiere meine Gegnerin immer sehr genau, ich versuche es zumindest. Und es ist wohl auch einfach Intuition", sagte Chwalinska auf ihre Erfolgsgeheimnisse angesprochen. An ihrer Routine will sie auch vor dem Finale festhalten. "Ich werde schlafen und meinen Tee trinken, und mir etwas Gutes anschauen, vielleicht ein wenig Tennis, weil ich ein Tennis-Freak bin."
Sensationsfrau greift nach den Sternen
Chwalinska, die in der Vergangenheit mit Verletzungen und auch einer Depressionsphase zu kämpfen hatte, erreichte als erst zweite Qualifikantin ein Grand-Slam-Finale. Das gleiche Kunststück war bisher erst Emma Raducanu bei den US Open 2021 gelungen - die Britin holte damals sogar den Titel. Auf die Frage, ob sie nach ihrem Halbfinalsieg gegen die Russin Diana Schnaider noch mehr wolle, antwortete Chwalinska nach einem leichten Seufzer: "Lasst mich diesen Moment erst mal genießen." Aber natürlich werde sie "alles geben, ich meine: Es ist ein Grand-Slam-Finale."
Unabhängig vom Ausgang des Endspiels wird sich für sie nach dem Turnier nicht nur aus finanzieller Sicht einiges ändern. 1,4 Millionen Euro an Preisgeld sind ihr in Paris bereits sicher, im Falle eines Finaltriumphes wären es 2,8 Millionen. Hinzu kommen wohl auch lukrative Ausrüster- und Sponsorendeals, denn ihr bewegendes Tennis-Märchen und ihre sympathische Art lassen sich sehr gut vermarkten. Auch die Weltranglisten-Position der früheren Weggefährtin von Landsfrau Iga Swiatek wird sich drastisch verbessern. Gewinnt die bisher noch titellose Polin das Finale, stößt sie auf Platz 14 nach vorne, im Falle einer Niederlage wäre sie die neue Nummer 21 der Welt.
Andrejewa zollt Gegnerin Respekt
Die im April beim WTA-Turnier in Linz siegreiche Andrejewa ist nach dem Sensationslauf ihrer Gegnerin jedenfalls gewarnt. "Sie spielt hier seit drei Wochen fantastisch. Es wird sehr unterhaltsam und auch sehr interessant, denn ich habe noch nie gegen sie gespielt. Ich kenne ihren Stil nicht, ich weiß nicht genau, wie sie spielt, aber wir werden einfach versuchen, uns bestmöglich vorzubereiten", sagte Andrejewa.
Die Russin hatte im Halbfinale der Ukrainerin Marta Kostjuk keine Chance gelassen. "Ich hätte nie gedacht, dass ich große Turniere gewinnen oder in einem Grand-Slam-Finale stehen könnte", sagte Andrejewa, die als erste Teenagerin seit Coco Gauff bei den US Open 2023 einen Major-Titel gewinnen könnte.
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