Rudolf Buchbinder Saal in Grafenegg feierlich eröffnet

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Großer Moment: Rudolf Buchbinder im Rudolf Buchbinder Saal

Bild: APA/APA/Sofija Palurovic/Sofija Palurovic


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Mit einem Festakt ist am Freitagabend der neue Rudolf Buchbinder Saal in Grafenegg eingeweiht worden. Die Festansprache hielt Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP), die ersten musikalischen Töne schlug natürlich der Namenspatron an. Sie stammten aus Beethovens "Grande Sonate pathétique". Das kulinarische Programm war ebenso exquisit wie das künstlerische - und der Sommerabend warm und ungetrübt.

Das habe man schon ganz anders erlebt, erinnerte Moderatorin Barbara Rett an die Einweihung des Wolkenturms, der zum Wahrzeichen gewordenen prägnanten Open-Air-Bühne, im Jahr 2007, bei der die Festgäste von einem plötzlich aufgezogenen Wolkenbruch durchnässt wurden. Im neuen, 15 Mio. Euro teuren Kammermusiksaal, der bis zu 500 Besuchern Platz bietet, kann das nicht passieren. "Hier in Grafenegg wird einmal mehr eine kulturelle Vision Wirklichkeit", sagte Grafenegg-Geschäftsführerin Simone Bamberg in ihren Begrüßungsworten.

Prägnante Gitterstruktur an der Holzdecke

Der alten Reitschule, in der Buchbinder 1985 sein erstes Grafenegg-Konzert gegeben hatte (auf dem Programm stand damals Beethovens fünftes Klavierkonzert), wurde vom Architekturbüro Maurer & Partner "ein wunderschöner Saal, der alle Stückln spielt" (Mikl-Leitner), aufgesetzt. Die neue Dachkonstruktion prägt mit ihrer Gitterstruktur ineinander verkeilter Holzstäbe die Decke und die Raumakustik. Die Wände aus Weißtanne wirken elegant, die Fenster zum weitläufigen Gartenareal können per Knopfdruck geräuschlos abgedunkelt werden. Die über Luftlöcher im Boden laufende Lüftung sorgt für eine angenehme Raumtemperatur.

Für die Landeshauptfrau ist es "ein Saal, der architektonische Eleganz mit höchster akustischer Qualität verbindet". "Dieser Saal ist nicht nur ein Gebäude - er ist ein Bekenntnis", meinte Rudolf Buchbinder, der sich beim Festakt nicht nur als Solist, Liedbegleiter und Kammermusiker, sondern auch als Redner betätigte und dabei den Genius loci des von ihm geleiteten Festivals beschwor: "Professionalität und Herzlichkeit kommen hier zusammen." Nach dem Wolkenturm und dem 2008 eröffneten Auditorium erhalte Grafenegg nun eine dritte Spielstätte, was ein weiterer Beweis für das kulturelle Engagement Niederösterreichs sei: "Heute empfinde ich Demut, Freude, Rührung und Dankbarkeit!"

Luxusbesetzung: Camilla Nylund und das Steudl Quartett

Diese Gefühle ließ der Festivalleiter und Pianist, der am 1. Dezember seinen 80. Geburtstag feiert, nicht nur in seine Beethoven-Interpretation einfließen. Die finnische Sopranistin Camilla Nylund, die am 30. August im Wolkenturm in einer konzertanten Aufführung von Korngolds "Die tote Stadt" mitwirken wird, begleitete er anschließend bei den Richard-Strauss-Liedern "Morgen" und "Zueignung" - eine absolut luxuriöse Kombination.

Zum Höhepunkt des Abends wurde Schuberts As-Dur-Impromptu mit seinen berühmten perlenden Läufen, an das er noch "zwei rührende, süße Tänze" anhängte, die auch auf seiner jüngsten CD "Schubert Treasures" enthalten sind. Zum Abschluss spielte Rudolf Buchbinder mit dem Steude Quartett den ersten - und als Zugabe den dritten - Satz aus Antonín Dvořáks A-Dur-Klavierquintett op. 81.

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Name und Bronzebüste bleiben

Am Sonntag gibt es das um einen Satz aus Claude Debussy Streichquartett op. 10 ergänzte Programm als Matinee. Ab 14 Uhr bespielen im Rahmen eines Tags der offenen Tür Ensembles des Tonkünstler-Orchesters Niederösterreich den Rudolf Buchbinder Saal sowie die darunter liegende Reitschule. Im August und September werden vier Nachmittagskonzerte angeboten. Gestartet wird am 15. August mit einem multimedialen Projekt rund um die Dichterin Emily Dickinson.

Die heurige 20. Saison in Grafenegg wird die letzte mit Rudolf Buchbinder als künstlerischer Leiter sein. Doch nicht nur der Rudolf Buchbinder Saal wird an ihn erinnern: Vor dem Saaleingang ist in einer Nische eine von Marina Blanca geschaffene Bronzebüste Buchbinders aufgestellt. Sie wird dem Kulturmanager Johannes Neubert, der am 1. Oktober die Leitung übernimmt, künftig über die Schulter schauen.

(S E R V I C E - www.grafenegg.com )

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