Tote bei Angriffen in Ukraine und Russland

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von Agenturen

Angriff auf Charkiw (Archivfoto)

Bild: APA/APA/AFP/SERGEY BOBOK


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Bei russischen Angriffen auf die nordostukrainische Stadt Charkiw und die umliegende Region sind zwei Menschen ums Leben gekommen. Eine in der Stadt verletzte Frau erlag ihren Verletzungen im Krankenhaus, teilten die Staatsanwälte der Region auf Telegram mit. Eine russische Drohne tötete einen Mann in seinem Auto in einem Bezirk näher an der Grenze. Insgesamt wurden neun Menschen bei Angriffen auf zwei Stadtbezirke verletzt. Russland meldete zwei Tote bei Angriffen.

Die rund 30 Kilometer von der Grenze entfernte Stadt ist häufiges Ziel russischer Angriffe. Im südwestukrainischen Donauhafen Ismail wurden bei einem Angriff Hafen- und Energieanlagen beschädigt, meldeten örtliche Behörden. In der südukrainischen Region Odessa wurden in der Nacht bei einem russischen Angriff Hafen-, Energie- und Industrieanlagen beschädigt. Ein Mensch sei verletzt worden, teilte der Gouverneur der Region, Oleh Kiper, auf Telegram mit. Der Angriff habe in einigen Siedlungen zu einer Unterbrechung der Stromversorgung geführt. Die kritische Infrastruktur sei auf Notstrom umgestellt worden.

Auf russischer Seite meldete der Gouverneur der Region Belgorod, Wjatscheslaw Gladkow, zwei Tote durch ukrainische Drohnenangriffe - einen 18-jährigen Motorradfahrer in einem grenznahen Dorf und eine Autofahrerin in der Stadt Graiworon. Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin teilte mit, 17 ukrainische Drohnen seien am Mittwoch auf dem Weg in die Hauptstadt abgefangen und zerstört worden.

Ölraffinerie in Region Leningrad getroffen

Die ukrainischen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben eine Ölraffinerie in der russischen Region Leningrad angegriffen. Es handle sich um die Raffinerie Kirischi, teilt der Kommandant der ukrainischen Drohnenstreitkräfte, Robert Browdi, mit. Die Region liegt im Nordwesten Russlands. Russland hat eigenen Angaben zufolge die USA über die jüngsten ukrainischen Drohnenangriffe auf russische Energieinfrastruktur informiert. Die Ukraine versuche mit solchen Angriffen, die globale Energiekrise zu verschärfen, sagt Kirill Dmitrijew, der Sondergesandte des russischen Präsidenten Wladimir Putin.

Russische Ölraffinerie setzt nach Angriff Betrieb aus

Die große russische Ölraffinerie Kirischinefteorgsintez hat nach ukrainischen Drohnenangriffen die Verarbeitung eingestellt. Bei dem Angriff seien einige Anlagen des Werks in Brand geraten, sagten zwei Branchen-Insider. Demnach fingen nach mehreren Angriffswellen einige primäre und sekundäre Anlagen Feuer. Es sei schwer abzuschätzen, wann die beschädigten Einheiten repariert werden könnten, sagt einer der Insider. Surgutneftegas, der Betreiber der Raffinerie, reagiert zunächst nicht auf eine Bitte um Stellungnahme.

Die Raffinerie Kirischi ist eine der größten des Landes. Ihre Kapazität liegt bei 20 Millionen Tonnen pro Jahr, was rund 400.000 Barrel pro Tag entspricht. In den vergangenen Jahren verarbeitete sie jährlich rund 18 Millionen Tonnen und war damit für etwa sieben Prozent der gesamten russischen Ölverarbeitung verantwortlich. Den Daten der Branchen-Insider zufolge produziert die Anlage jährlich sieben Millionen Tonnen Diesel, zwei Millionen Tonnen Benzin, sechs Millionen Tonnen Heizöl und rund 600.000 Tonnen Bitumen.

In der südukrainischen Region Odessa sind nach Angaben des Energieversorgers DTEK bei russischen Angriffen vier Energieanlagen getroffen worden. Bei etlichen Anrainern habe das zu Stromausfällen geführt, teilte DTEK über den Kurznachrichtendienst Telegram mit. "Die Schäden sind erheblich, die Reparaturen werden Zeit brauchen." Mitarbeiter hätten die Stromversorgung für 31.500 Familien in der Region wiederhergestellt, 33.400 seien jedoch weiterhin ohne Strom.

Bei einem Drohnenangriff in der nordwestrussischen Region Leningrad ist nach Angaben der örtlichen Behörden ein Industriegebiet beschädigt worden. Insgesamt seien 20 Drohnen über der Region an der Ostsee abgeschossen worden, teilte Gouverneur Alexander Drosdenko mit. Verletzte habe es nach ersten Erkenntnissen nicht gegeben. Das betroffene Industriegebiet liegt in der Umgebung von Kirischi, wo sich eine der größten Ölraffinerien Russlands befindet, die schon mehrfach Ziel ukrainischer Drohnenangriffe war. Die Ukraine hatte in der Region zuletzt auch wiederholt die Ölverladehäfen Ust-Luga und Primorsk mit Drohnen attackiert. Sie hat in den vergangenen Wochen ihre Drohnenangriffe auf die russische Ölinfrastruktur verstärkt, um die Einnahmen der Führung in Moskau zur Finanzierung ihres Angriffskriegs zu schwächen.

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Wieder Drohnentrümmer in Rumänien niedergegangen

Trümmer einer abgeschossenen Drohne sind unterdessen dem Verteidigungsministerium in Bukarest zufolge auf rumänischem Territorium niedergegangen. Die Teile seien am Rande des Dorfes Parches im Grenzbezirk Tulcea gefunden worden, teilte das Ministerium mit. Schäden seien nicht bekannt. Die Drohne sei von der ukrainischen Luftabwehr während eines nächtlichen russischen Angriffs auf die Ukraine abgefangen und zerstört worden. Seit Beginn des groß angelegten russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine vor über vier Jahren sind wiederholt Drohnenteile auf rumänischem Staatsgebiet niedergegangen. Rumänien ist Mitglied der NATO und der Europäischen Union.

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