Nahost-Eskalation

USA fliegen neue Angriffe auf den Iran

Aktualisiert:

von Quelle: APA, JOYN News

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UN warnt vor Krieg zwischen USA und Iran

Videoclip • 01:34 Min • Ab 12


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US-Streitkräfte haben zum zweiten Mal binnen 24 Stunden iranische Ziele angegriffen. Damit solle die Fähigkeit des Iran geschwächt werden, "die Freiheit der Schifffahrt in der Straße von Hormuz zu bedrohen", erklärte das zuständige US-Kommando CENTCOM. US-Präsident Donald Trump hatte die mit dem Iran vereinbarte Feuerpause am Rande des NATO-Gipfels für beendet erklärt und die neuen Angriffe angeordnet. Der Iran startete erneut Gegenattacken.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die USA griffen erneut Ziele im Iran an und Präsident Donald Trump erklärte die Waffenruhe für beendet, worauf der Iran mit Gegenangriffen reagierte.

  • Trotz der erneuten Eskalation halten die USA und Vermittlerstaaten an der Möglichkeit weiterer Verhandlungen fest.

"Wir werden sie heute Nacht richtig hart treffen", sagte Trump in Ankara. Iranische Medien berichteten in der Nacht von Explosionen in mehreren Gebieten entlang der Küste des Landes. Unter anderem habe es Detonationen im Bereich der Großstadt Bandar Abbas, der Hafenstadt Bushehr und der Insel Abu Musa im Persischen Golf gegeben. Außerdem seien in der Nähe von Konarak und Chabahar Explosionen zu hören gewesen.

Laut der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA wurden auch Gebäude am Flughafen der Stadt Iranshahr beschädigt. Ein Feuerwehrmann sei getötet worden, hieß es. Zudem sei eine Eisenbahnbrücke in der nordöstlichen Provinz Golestan getroffen worden, meldete der Staatssender Irib. Laut Press TV war es der erste US-Angriff in der Region seit dem Beginn der Waffenruhe im April. Laut den Revolutionsgarden wurde noch eine weitere Brücke getroffen. Laut dem regierungstreuen Sender Press TV forderte Teheran den UNO-Sicherheitsrat zu sofortigem Handeln auf und warnte Washington vor den Konsequenzen.

Der Golf-Staat Kuwait geriet laut örtlichen Armeeangaben in der zweiten Nacht hintereinander unter Beschuss. Die Luftabwehr wehre feindliche Raketen- und Drohnenangriffe ab, teilte die Armee des mit den USA verbündeten Landes auf der Plattform X mit. Auch in Bahrain heulten wie in der Nacht zuvor wieder die Sirenen. Die Bevölkerung solle sich in Sicherheit bringen und ruhig verhalten, teilte das Innenministerium des Inselstaats im Persischen Golf mit. Bahrain und Kuwait waren wie auch andere Golf-Staaten schon mehrfach unter iranischen Beschuss geraten. Sie beherbergen US-Militärbasen, die nur wenige Hundert Kilometer vom Iran entfernt liegen.


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Trump: "Sie verletzen das Abkommen jeden Tag"

"Sie verletzen das Abkommen jeden Tag", betonte der US-Präsident am Mittwoch mit Blick auf die Führung in Teheran und das US-iranische Rahmenabkommen zur Beendigung des am 28. Februar begonnenen Krieges gegen den Iran. "Sie stimmen allem zu und dann geben sie eine Pressekonferenz und sagen, wir hätten nicht einmal darüber geredet", sagte der US-Präsident beim NATO-Gipfel in Ankara.

Zuvor hatte Trump mit Blick auf die geltende Waffenruhe erklärt: "Was mich betrifft, ist sie vorbei." Es sei "reine Zeitverschwendung", sich mit der Führung in Teheran "abzugeben". Er werde jedoch mit den US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner über die Verhandlungen mit Teheran sprechen. "Ich werde unseren wunderbaren Unterhändlern erlauben weiterzureden, wenn sie wollen, aber ich sehe es nicht", sagte Trump.

Nach Informationen des US-Nachrichtenportals "Axios" bereitet sich das Weiße Haus auf eine mögliche mehrtägige oder sogar mehrwöchige militärische Auseinandersetzung mit dem Iran in der Meerenge vor. Die Dauer und die Intensität der neuen Angriffe hingen von den nächsten Schritten Teherans ab, hieß es unter Berufung auf US-Regierungsbeamte. Sie könnten ein oder zwei Tage, eine Woche oder einen Monat andauern, je nachdem ob der Iran seine Angriffe auf Handelsschiffe in der Straße von Hormuz fortsetze, hieß es.

Das US-Institut für Kriegsstudien (ISW) schrieb in einer Analyse, der Iran sei bereit, sich auf einen umfassenden Konflikt mit den USA einzulassen, sollte dies zur Sicherung seiner Kontrolle über die Straße von Hormuz nötig sein. Laut Experten ist die für den globalen Handel mit Öl, Gas und Dünger wichtige Meerenge das stärkste wirtschaftliche und militärische Druckmittel des Iran. Die Wiederöffnung der Straße von Hormuz ist ein zentrales Element des Rahmenabkommens, auf das sich Washington und Teheran Mitte Juni verständigt hatten. Doch der entsprechende Passus in dem Abkommen enthält Formulierungen, die Interpretationsspielraum lassen. Der Iran pocht darauf, laut Abkommen allein verantwortlich für die Verwaltung der Meerenge zu sein.


"Sie wollen unbedingt ein Abkommen abschließen"

Der Iran will nach Darstellung des US-Präsidenten allem zum Trotz weiterhin ein Friedensabkommen. "Sie haben vor kurzem angerufen, sie wollen unbedingt ein Abkommen abschließen", behauptete Trump auf dem Rückflug vom NATO-Gipfel nach Washington. Er sei sich allerdings nicht sicher, ob sie eines Abkommens würdig seien oder ob sie sich an eines halten würden. Auf die Frage einer Journalistin, warum die iranische Führung Handelsschiffe angreife, wenn sie doch an einem Abkommen interessiert sei, sagte Trump: "Weil (...) sie etwas verrückt sind."

Weitere Drohungen und Beleidigungen

Auslöser für die jüngste Eskalation waren Angriffe auf Schiffe nahe der Straße von Hormuz, die Washington Teheran zuschreibt. Die USA griffen daraufhin in der Nacht auf Mittwoch nach Militärangaben rund 90 iranische Ziele rund um die Straße von Hormuz an. "Die iranische Aggression war ungerechtfertigt und gefährlich und stellte einen eklatanten Verstoß gegen die Waffenruhe dar", hatte das US-Regionalkommando CENTCOM erklärt.

Auf seiner Plattform drohte Trump mit weiteren verstärkten Angriffen: "Sollte sich so etwas wiederholen, wird es noch viel schlimmer kommen!" Zuvor hatte Trump die iranische Führung als "Abschaum" bezeichnet. "Ich will nichts mehr mit ihnen zu tun haben", meinte er. Der iranische Außenminister Abbas Araqchi entgegnete auf X: "Wir begegnen Obszönitäten nicht mit Obszönitäten, sondern mit Taten: furchtlos und mit großem Mut".

Die erneute Eskalation erfolgte während der Trauerfeiern für das iranische Staatsoberhaupt Ayatollah Ali Khamenei. Mehr als vier Monate nach seiner Tötung durch einen israelischen Luftangriff soll er am Donnerstag im Imam-Reza-Heiligtum seiner Heimatstadt Mashhad - dem wichtigsten Zentrum des schiitischen Islam im Iran - unter Ausschluss der Öffentlichkeit beerdigt werden. Nach seiner Tötung hatten die USA und Israel mehr als fünf Wochen Krieg gegen den Iran geführt, bis im April eine Waffenruhe vereinbart wurde.

Pakistan bleibt als Vermittler dran

Laut dem iranischen Außenminister Araqchi wird es keine Verhandlungen über ein endgültiges Abkommen zur Beendigung des Krieges geben, solange Drohungen andauerten. Der Vermittlerstaat Pakistan hatte nach den US-Angriffen in der Nacht auf Mittwoch beide Konfliktparteien zu Zurückhaltung aufgerufen. Man fordere alle Seiten auf, ihren Verpflichtungen aus dem Rahmenabkommen nachzukommen, hieß es.

Darin war vereinbart worden, innerhalb von 60 Tagen einen endgültigen Deal auszuhandeln. Nach den jüngsten Kämpfen ist jedoch unklar, ob dieser Zeitplan noch Bestand hat. Streitpunkte sind weiterhin das iranische Atomprogramm, die Sicherheit der Schifffahrt in der Straße von Hormuz sowie die Unterstützung des Iran für militante Gruppen in der Region.

Gut informierte Kreise in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad hatten am Mittwoch Sorgen zurückgewiesen, die jüngste Eskalation könne den Verhandlungsprozess gefährden. Eine nächste Runde wäre demnach wieder in Pakistan möglich. Auch die katarische Hauptstadt Doha sei im Gespräch.

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