Verdächtiger nach Tötung von Wiener Pensionistin angeklagt
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von AgenturenHier kam es zu der Bluttat
Bild: APA/APA/ROLAND SCHLAGER/ROLAND SCHLAGER
Im Fall jener am 20. Jänner in einer Seniorenresidenz in Wien-Döbling tot aufgefundenen 87-Jährigen hat die Staatsanwaltschaft Anklage wegen Mordes, schweren Betrugs und Einbruchsdiebstahls gegen den Beschuldigten erhoben. "Er leugnet weiterhin die Tötung", erklärte Christina Salzborn, Sprecherin des Landesgerichts, am Dienstag auf APA-Anfrage. Ein forensisch-psychiatrisches Gutachten attestiert dem Mann eine Persönlichkeitsstörung sowie Zurechnungsfähigkeit.
Der Mann gilt damit als schuldfähig. Die Staatsanwaltschaft beantragte zusätzlich dennoch eine Einweisung in forensisch-therapeutisches Zentrum nach § 21 Absatz 2 StGB.
Anwältin: "Hat Frau nur um Geld angebettelt"
Der Vorwurf des schweren Betrugs sowie des Einbruchsdiebstahls steht laut Salzborn in keinem Zusammenhang mit der Tötung der Frau. Der inkriminierte schwere Betrug soll sich bereits im Dezember 2024 ereignet haben, der Einbruchsdiebstahl später.
Der Mann zeigt sich auch weiterhin nicht zum Vorwurf des Mordes geständig. "Er hat die Frau nur um Geld angebettelt, aber er hat sie nicht getötet", sagte seine Anwältin, Astrid Wagner, dazu der APA.
Zeugen sahen Verdächtigen in Seniorenresidenz
Im Zuge der Ermittlungen stellte sich heraus, dass er am 19. Jänner mit einem Blumenstrauß in der Hand in der Seniorenresidenz gesehen worden war. Auch Videoaufzeichnungen hatten den Verdacht gegen ihn erhärtet.
Einen Tag später war die 87-Jährige schließlich mit über den Kopf gezogener Bettdecke, Blutspuren am Polster und der Decke und Einblutungen im Gesicht gefunden worden. In ihrem Hals steckten mehrere Ringe. Dazu gab der Angeklagte zuletzt an, die Frau habe den Schmuck verschluckt, weil sie befürchtete, er würde ihr ihn wegnehmen.
Eine Obduktion ergab neben dem Bruch des Schildknorpels auch, dass der Frau vier Rippen gebrochen wurden. Mehrere Hämatome und Kratzer im Gesichtsbereich sowie Blutunterlaufungen am Oberarm, Unterarm und Handrücken wurden ebenfalls festgestellt.
Verurteilung wegen Betruges
Der Verdächtige war bereits im Jahr 2020 wegen Betruges verurteilt worden und in Haft gewesen, nachdem er in dem gleichen Heim eine Bewohnerin um ihr Vermögen - mehr als 180.000 Euro - gebracht hatte.
Der Ende Jänner festgenommene Türke befindet sich seither in Untersuchungshaft. Der 61-Jährige gab trotz der ihn belastenden DNA-Spuren bei seiner Einvernahme im Fall der 87-Jährigen an, er habe sich am 19. Jänner nur bei dem Opfer entschuldigen wollen.
Der Mann hat keinen aufrechten Wohnsitz in Österreich und ging keiner geregelten Tätigkeit nach. Nach eigenen Angaben sei er spielsüchtig und habe hohe Schulden.
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