Wiener Ärztekammer offen für Spitalsreform
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von AgenturenDie Ärztekammer will mehr Tagesmedizin
Bild: APA/APA/THEMENBILD/BARBARA BUCHEGGER
Die Wiener Ärztekammer hat am Dienstag mit ihrem "Wiener Spitalskonzept 2040" Reformbereitschaft signalisiert. Darin spricht sie sich für mehr Tagesmedizin, Zusammenarbeit der Träger, Digitalisierung und eine zentrale Koordination für alle Rettungszufahrten aus. Man wolle nicht mehr länger als Blockierer dastehen, betonte Vizepräsident Eduardo Maldonado-González in einer Pressekonferenz. Zum aktuellen Führungsstreit in der Kammer wollte er sich nicht äußern.
Mit ihrem 34-seitigen Papier wollen die Ärztevertreter praxisnahe Reformideen und Lösungsansätze für eine zeitgemäße Spitalslandschaft gesammelt haben, die die Versorgung der Patienten mit Spitzenmedizin nachhaltig garantiere - und sich auch für die Ärztinnen und Ärzte positiv auswirke. Der Fokus liegt unter anderem auf Tagesmedizin, also Leistungen, die bisher stationär erbracht wurden und künftig ohne medizinisch notwendige Nächtigung durchgeführt werden können.
Dafür brauche es den Übergang vom bettenbasierten zum leistungsorientierten Denken. Ein tagesmedizinischer Therapieplatz ersetze 1,3 bis 1,5 stationäre Betten, was ein jährliches Effizienzpotenzial von 2,4 Mrd. Euro österreichweit bringe, führte Maldonado-González aus. Dieses Geld müsse im Gesundheitssystem bleiben und könnte etwa in eine Erhöhung der Grundgehälter der Ärztinnen und Ärzte einfließen, wie dem Kammer-Vizepräsidenten vorschwebt.
Neue Versorgungsmodelle
Etablieren will die Kammer auch neue Versorgungsmodelle. Benjamin Glaser, Finanzreferent der Kurie angestellte Ärzte, sprach von ambulanten Strukturen, die aus den Trägergesellschaften der Spitäler ausgelagert werden, nach dem Vorbild der Erstversorgungsambulanzen. Lisa Leutgeb, stellvertretende Kurienobfrau, plädierte für einen trägerübergreifenden Ausbildungsverbund, Dieter Kölle, ebenfalls Kurienvize, für eine zentrale Steuerungsstelle der Rettungszufahrten.
Nicht äußern wollten sich die Kammerfunktionärinnen und -funktionäre zum wieder aufgeflammten Führungsstreit, in dem der frühere Kammerpräsident Thomas Szekeres durch einen Neuwahlantrag in der Vollversammlung zum vorzeitigen Sturz des aktuellen Präsidenten Johannes Steinhart ansetzt. Man präsentiere das Konzept in Zusammenarbeit verschiedener Fraktionen, meinte Maldonado-González lediglich. Dies zeige, dass man gut zusammenarbeiten könne.
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