Zukunft der Intendanz am Landestheater in Bregenz offen

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Stephanie Gräve bleibt vorerst freigestellt

Bild: APA/APA/LANDESTHEATER VBG/ANJA KOEHLER


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Nach Stephanie Gräves Freistellung ist weiter offen, wie es mit der Intendanz am Vorarlberger Landestheater weitergeht. Monika Wagner, Geschäftsführerin der Vorarlberger Kulturhäuser-Betriebsgesellschaft, wollte sich bei einer Pressekonferenz am Dienstag nicht dazu äußern, der Aufsichtsrat werde entscheiden. Sie selbst werde die interimistische Intendanz entgegen aller Spekulationen nicht übernehmen. Wagner war von Gräve angezeigt worden, die Ermittlungen wurden eingestellt.

Bis die Einstellung in Rechtskraft erwachse, bleibe Gräves Freistellung aufrecht - so viel konnte Wagner bei der Programmpressekonferenz des Hauses sagen. Anschließend werde sich der Aufsichtsrat mit dem weiteren Vorgehen befassen. Sie selbst sei Geschäftsführerin der drei Häuser umfassenden Vorarlberger Kulturhäuser-Betriebsgesellschaft (KuGes) und werde die Intendanz nicht übernehmen. Die künstlerische Leitung müsse ihrer Ansicht nach im jeweiligen Betrieb bleiben. Dazu, ob eine Wiedereinsetzung Gräves theoretisch denkbar wäre, könne sie sich nicht äußern.

Einen Hinweis darauf, ob das in Frage kommt, könnte im Rahmen der Programmpräsentation allerdings die leitende Dramaturgin des Landestheaters, Juliane Schotte, gegeben haben. Zur für Februar 2027 unter Gräves Regie angesetzten Aufführung von "Die Wahrheit ist, dass mir auf dieser Welt nicht mehr zu helfen war - Kleist und der Tod" merkte sie an, dass diese als Konzept an Gräve gebunden sei und das Theater deshalb "die genaue Gestaltung des Programms neu ausarbeiten" müsse. Demnach wird nicht davon ausgegangen, dass Gräve dann aktive Landestheater-Intendantin ist.

Zerrüttetes Verhältnis

Am Montag war bekannt geworden, dass die Staatsanwaltschaft Feldkirch von weiteren Ermittlungen gegen Wagner absieht. Wagner war am 10. Mai von Gräve angezeigt worden, weil sie bei einer Vertragserstellung unerlaubterweise die digitale Unterschrift Gräves verwendet haben soll. Aus Sicht der Staatsanwaltschaft war "kein Vorsatz nachweisbar". Demnach konnte die Ermittlungsbehörde offenbar ein unbeabsichtigtes Versehen bei Verwendung der Signatur nicht ausschließen.

Nach der Anzeige hatte das Land Gräve bei vollen Bezügen per sofort freigestellt, weil die "notwendige Vertrauensbasis für eine weitere professionelle Zusammenarbeit" nicht mehr gegeben war, wie es hieß. Der Aufsichtsrat der KuGes hatte Wagner ausdrücklich das Vertrauen ausgesprochen. Wagner selbst hatte von einem "unbeabsichtigten administrativen Fehler" gesprochen.

Das Verhältnis zwischen Gräve und der KuGes bzw. dem Land Vorarlberg galt spätestens seit März als zerrüttet. Damals wurde bekanntgegeben, dass Gräves Vertrag nicht verlängert werden wird und "ein guter Zeitpunkt für neue Impulse" gekommen sei. Die 1968 geborene Deutsche hätte bis 2030 weitermachen wollen. Der Vertrag von Gräve, die das Vorarlberger Landestheater seit 2018 leitet, läuft noch bis 31. Juli 2028. Die Nicht-Verlängerung, vor allem die Art ihrer Kommunikation, hatte in Vorarlbergs Kulturszene, bei der Landtagsopposition sowie bei den Intendanten und Intendantinnen der österreichischen Landes- und Städtetheater für Irritation gesorgt.

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