Gipfelabsenkung
Eis schmilzt wegen Klimawandels auch am Mont Blanc
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von JOYN NewsBild: APA/APA/THEMENBILD/EXPA/JOHANN GRODER
Nicht mehr 4.810 Meter, wie es noch in älteren Geografiebüchern steht: Der Mont Blanc, Europas höchster Berg, ist heute nur noch 4.807,3 Meter hoch - und seine Höhe dürfte weiter abnehmen. Grund dafür ist das Abschmelzen der mächtigen Eiskappe, die auf dem Felsmassiv des höchsten Berges Europas liegt. Damit erreicht der Klimawandel Höhenlagen, die lange als weitgehend unbeeinflusst galten. Darauf weist die Stiftung" Montagna Sicura" im norditalienischen Courmayeur hin.
Das Wichtigste in Kürze
Italienisch-französische Mission vermisst Mont Blanc erneut, um Veränderungen zu dokumentieren.
Langjährige Messreihe deutet auf eine allmähliche Absenkung des Gipfels hin.
Forscher betonen die alarmierenden Auswirkungen des Klimawandels in extremen Höhenlagen.
Mont Blanc im Wandel
Grundlage war für die Forschenden neue Auswertungen einer italienisch-französischen wissenschaftlichen Mission, die gemeinsam mit dem Laboratoire Edytem der Université de Savoie Mont-Blanc im Rahmen des Internationalen Jahres zum Schutz der Gletscher durchgeführt wurde. "Die topografische Vermessung diente nicht nur dazu, die Gipfelhöhe festzulegen, sondern auch dazu, das gesamte Umfeld der Spitze zu erfassen, um künftige Veränderungen und Entwicklungen messen zu können", erklärte Fabrizio Troilo, Forschungskoordinator der Stiftung.
Es existiert eine lange Messreihe zur Höhe des Mont Blanc, von historischen Erhebungen bis zu aktuellen Vermessungen, die alle zwei Jahre von Geometern des französischen Départements Haute-Savoie durchgeführt werden. Diese Daten zeigten über die Zeit hinweg unregelmäßige Schwankungen, so Troilo. In den vergangenen Jahren zeichne sich jedoch ein möglicher Trend zu einer allmählichen Absenkung des Gipfels ab - eine Entwicklung, die künftig weiter beobachtet und überprüft werden müsse.
Dass der Klimawandel selbst in extremen Höhenlagen deutlich spürbar werde, sei alarmierend, betonten die Forscher. "Das Ausmaß der Veränderungen sollte uns alle zum Nachdenken über die aktuelle Klimaentwicklung und über mögliche Lösungen für die Zukunft anregen", sagte Troilo.
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