Seit 1900
Klimabericht: Temperatur stieg in Österreich um 3,1 Grad
Aktualisiert:
Bild: APA/AFD
Ein neuer Klimabericht für Österreich zeigt die Folgen des Klimawandels deutlich. Seit 1900 ist die Temperatur in Österreich um rund 3,1 Grad gestiegen. Auch Extremwetterereignisse nehmen zu
Das Wichtigste in Kürze
Die Berichte zeigen nicht nur die Veränderungen sondern liefern auch Lösungsansätze
Österreich könne die Emissionsreduktionsziele durch zusätzliche Maßnahmen aber erreichen
Veröffentlichung Klimabericht
Drei Jahre haben über 200 Forscher:innen aus über 50 Institutionen an einem interdisziplinären Klimabericht gearbeitet. Am Dienstag veröffentlichten sie ihre Erkenntnisse.
Die Temperatur in Österreich ist seit 1900 um rund 3,1 Grad gestiegen. Das sei mehr als doppelt so stark wie im globalen Durchschnitt.
Auch Extremwettereignisse wie Hitze, Dürre, Starkregen und Muren nehmen zu. Das habe erhebliche Folgen für Gesundheit, Infrastruktur, Landwirtschaft und Tourismus, so der Bericht.
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Der Klimawandel würde hierzulande soziale Ungleichheiten verschärfen und Wohlstand gefährden, meinte Margreth Keiler von der Universität Innsbruck und der ÖAW, Co-Vorsitzende des Sachstandsberichts.
Koordiniert wurde der Bericht neben Keiler durch die Co-Vorsitzenden Daniel Huppmann (IIASA), Keywan Riahi (IIASA) sowie Harald Rieder (BOKU Wien).
Umwelt- und Klimaminister Norbert Totschnig (ÖVP) betonte: "Der Klimawandel ist längst bei uns angekommen – und er betrifft unser aller Leben."
Anpassungsmaßnahmen statt Schadensbewältigung
Der Bericht zeige aber nicht nur auf, wie "tiefgreifend die Veränderungen in Österreich bereits sind", sondern beinhalte auch Lösungsansätze.
"Wenn wir die richtigen umwelt- und klimapolitischen Weichen stellen, können wir unsere Heimat schützen, unsere Wirtschaft transformieren und die Lebensqualität für kommende Generationen sichern", so Totschnig.
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Vorsorgender Klimaschutz und Anpassungsmaßnahmen seien dabei auf lange Sicht "deutlich kostengünstiger als die Bewältigung der Schäden, die durch den Klimawandel verursacht werden", heißt es in dem Bericht.
Lösungsansätze
Österreichs Treibhausgasemissionen seien in den vergangenen Jahren zwar gesunken. Riahi betonte aber, dass im internationalen Vergleich die Pro-Kopf-Emissionen weiterhin hoch sind: "Wenn keine weiteren Maßnahmen gesetzt werden, beträgt die Reduktionslücke im Jahr 2030 bis zu 10 Megatonnen CO₂-Äquivalente, um die mit der EU vereinbarten Ziele zu erreichen." Bis 2040 gibt es das EU-Ziel, klimaneutral zu sein.
Österreich könne die Emissionsreduktionsziele durch zusätzliche Maßnahmen aber erreichen, so die Autor:innen des Berichts. Dazu seien aber alle Sektoren gefordert.
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Zentrale Hebel seien "der vollständige Ausstieg aus fossilen Energieträgern, die rasche Elektrifizierung von Industrie, Mobilität und Wärmeversorgung, und ein gesellschaftlich getragener Fokus auf einen bewussten Umgang mit Ressourcen", erklärte Huppmann.
Auch der Ausbau von öffentlichem Verkehr und Radinfrastruktur, die Sanierung von Gebäuden, Umstieg auf klimafreundliche Wärmeversorgung, Begrünung von Städten als Maßnahme gegen Hitzeinseln, den Schutz von Feuchtgebieten sowie eine aktive Anpassung in Tourismus und Landwirtschaft würden als Teil eines Maßnahmenbündels gebraucht.
"Der Klimasachstandsbericht zeigt klar: Wir müssen viele verschiedene Werkzeuge nutzen, um unsere Klimaziele zu erreichen. Deshalb arbeiten wir derzeit mit Hochdruck an einem neuen Klimagesetz, das einen Rahmen für eine gemeinsame Zusammenarbeit setzt", bekräftigte Totschnig.
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