Betrugsmasche
Rufnummern von Cyberkriminellen in Österreich abgeschaltet
Veröffentlicht:
von Quelle: APA, JOYN NewsTreffpunkt Österreich zu Mittag
Kampf gegen Online-Betrug
Videoclip • 11:00 Min
Im Kampf gegen internationalen Cyber-Anlagebetrug haben Fahnder aus Deutschland und Österreich in den vergangenen drei Monaten fast 10.000 von Cyberkriminellen genutzte Rufnummern abgeschaltet. Damit sei die Infrastruktur der mutmaßlichen Täter erheblich geschwächt worden, heißt es am Freitag in einer Aussendung. Das Ganze steht den Angaben nach im Zusammenhang der "Operation Herakles", die Teil einer groß angelegten Anti-Betrugs-Strategie ist.
Seit Beginn dieser Operation seien 13.888 Rufnummern abgeschaltet worden, davon 13.397 deutsche und 491 österreichische. Das bei der Generalstaatsanwaltschaft Karlsruhe eingerichtete Cybercrime-Zentrum (CCZ) und das Landeskriminalamt Baden-Württemberg (LKA) haben dafür mit dem deutschen und österreichischen Bundeskriminalamt (BKA), der deutschen Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) sowie der deutschen Bundesnetzagentur (BNetzA) zusammengearbeitet.
Opfer mit Anlagebetrug in die Falle gelockt
Die Betrugsmasche, um die es geht, heißt "Cybertrading-Fraud". Sie hat sich den Angaben nach in den vergangenen Jahren zu einem Massenphänomen entwickelt. Gutgläubige Kundinnen und Kunden sollen im Vertrauen auf eine lukrative Anlagemöglichkeit teils hohe Geldsummen auf betrügerischen Internetplattformen investieren. Die Betreiber haben aber keine Erlaubnis der Bafin für Finanz- oder Wertpapierdienstleistungen und Bankgeschäfte.
Flankierend rufen sogenannte Broker aus Callcentern im Ausland die Opfer an und animieren sie dazu, mehr Geld zu investieren. Das wirke insgesamt oftmals so professionell, dass Geschädigte über Monate hinweg nicht merken, dass sie betrogen werden. Das Geld sei aber meist komplett verloren.
Die bisher unbekannten Täter handeln früheren Angaben zufolge international und arbeitsteilig. Das Vorgehen bezeichneten die Behörden als "Crime as a Service", also kriminelle Dienstleistungen. "Tatsächlich werden die eingezahlten Gelder zu keinem Zeitpunkt einer Kapitalanlage zugeführt", warnten sie.
Telekommunikationsunternehmen zu mehr Kontrollen verpflichtet
Die deutsche Bundesnetzagentur habe aufsichtsrechtliche Maßnahmen gegen die verantwortlichen Telekommunikationsunternehmen ergriffen, heißt es in der Mitteilung. "Ziel war es, die missbräuchliche Registrierung und Nutzung von Rufnummern durch Täter zu verhindern." Die Unternehmen seien aufgefordert worden, Rufnummern abzuschalten und ihre Registrierungsprozesse anzupassen. Zudem seien sie verpflichtet worden, Compliance-Kontrollen ihrer Vertriebspartner und Händler zu verstärken und diese einer eingehenderen Überprüfung zu unterziehen, um weiterem Missbrauch vorzubeugen.
In Zusammenarbeit mit der europäischen Polizeibehörde Europol und Strafverfolgungsbehörden in anderen Ländern hatten die Cybercrime-Fachleute aus Baden-Württemberg in den vergangenen Monaten auch weit über 2.000 illegale Domains vom Netz genommen. Über diese hatten die Täter versucht, Verbraucherinnen und Verbraucher zu täuschen und zu vermeintlichen Investitionen auf manipulierten Handelsplattformen zu verleiten.
Die beschlagnahmten Domains leiten die Cyber-Ermittler auf eine vom LKA gehostete sogenannte Beschlagnahmeseite um: Wer dann die Internetadresse aufruft, bekommt einen entsprechenden Hinweis der Behörden.
Mehr entdecken

Neuer Machtkampf?
Medienmanager Gerhard Zeiler will SPÖ-Chef werden

Aus vorbeifahrendem Auto
Auf Glas von Wiener Bim-Haltestelle geschossen: Ein Verletzter

Atemwege
Kinder reagieren eher auf Hausstaub, Erwachsene auf Pollen

Zivilschutz-Probealarm
Wieder bundesweite Sirenenprobe am 3. Oktober

Ab 1. Oktober
Polizei setzt bei Radweg-Verbot für E-Mopeds auf Information

Ab 9. Oktober
"Forsthaus Rampensau" ist für die 5. Staffel gefüllt


