"Hochgiftig"
Wegen Kohlenmonoxid-Risiko: Warnung vor mobilen Klimageräten bei Hitze
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von Quelle: APA, JOYN NewsAktuell nach eins
Psychologin: Cool bleiben trotz Hitze
Videoclip • 05:19 Min
Die Hitze kurbelt den Einsatz von mobilen Klimageräten in Wiener Wohnungen an, und das wiederum führt durch erhöhtes Kohlenmonoxid-Risiko zu gefährlichen Situationen. Davor warnte die Innung der Rauchfangkehrer der Wiener Wirtschaftskammer am Freitag via Aussendung. Besonders betroffen sind Wohnungen mit Thermen oder Durchlauferhitzern.
Das Wichtigste in Kürze
Durch die Hitze steigt der Einsatz von mobilen Klimageräten - das führt jedoch durch erhöhtes Kohlenmonoxid-Risiko zu gefährlichen und potenziell lebensgefährlichen Situationen.
Allein im vergangenen Jahr entdeckten die Wiener Rauchfangkehrer mehr als 6.000 gefährliche Anlagen in der Bundeshauptstadt.
Auch die Berufsfeuerwehr hatte Anfang des Monats vor der CO-Gefahr gewarnt, nachdem eine Elfjährige mit einer Kohlenmonoxid-Vergiftung in ein Spital eingeliefert werden musste. "Mobile Klimageräte können den Luftaustausch in einer Wohnung so verändern, dass Abgase von Thermen oder Durchlauferhitzern nicht mehr ordnungsgemäß über den Rauchfang abgeführt werden. Dadurch kann sich das geruchlose und hochgiftige Kohlenmonoxid in der Wohnung anreichern", sagte nun Michael Cesnek, Innungsmeister der Wiener Rauchfangkehrer.
Hitzewelle verschärft das Risiko
Mobile Klimageräte saugen warme Raumluft an, kühlen sie und leiten die Abluft über einen Schlauch ins Freie. Dabei kann in der Wohnung ein Unterdruck entstehen. Gleichzeitig beeinträchtigen hohe Außentemperaturen den natürlichen Kaminzug. "Gerade an heißen Sommertagen kann sich im Rauchfang ein sogenannter Luftstoppel bilden. Die Abgase entweichen dann nicht mehr richtig und gelangen im schlimmsten Fall zurück in die Wohnung. Das kann innerhalb kurzer Zeit lebensgefährlich werden", erläuterte Cesnek.
Entgegen einer weit verbreiteten Annahme betrifft dieses Risiko nicht nur ältere Heizgeräte. "Auch moderne raumluftabhängige Thermen und Durchlauferhitzer sind auf eine funktionierende Luftzufuhr angewiesen. Ist diese nicht mehr gewährleistet, kann vermehrt Kohlenmonoxid entstehen und in den Raum gelangen.
Bei starkem Unterdruck - wie ihn etwa mobile Klimageräte oder Dunstabzüge erzeugen - können zudem jene Sicherheitseinrichtungen beeinträchtigt werden oder ganz ausfallen, die den Austritt von Abgasen verhindern sollen", so Cesnek.
Mehr als 6.000 gefährliche Anlagen entdeckt
Die Wiener Rauchfangkehrer kontrollieren jährlich im Rahmen der gesetzlich vorgeschriebenen Hauptkehrung nicht nur Rauchfänge und Fluchtwege, sondern auch den sicheren Luftverbund in Wohnungen. "Allein im vergangenen Jahr wurden in Wien mehr als 6.000 Anlagen festgestellt, von denen ein erhebliches Sicherheitsrisiko ausging und die deshalb gesperrt werden mussten", berichtete Cesnek.
Tipps der Rauchfangkehrer
Wer in der Wohnung eine Therme oder einen Durchlauferhitzer betreibt und gleichzeitig ein mobiles Klimagerät verwendet, sollte folgende Punkte beachten:
An heißen Tagen Fenster oder Balkontüren öffnen, solange Therme oder Durchlauferhitzer in Betrieb sind (z. B. beim Duschen).
Mobile Klimageräte nur nach Freigabe durch den Rauchfangkehrer verwenden.
Thermen und Durchlauferhitzer einmal jährlich von einem Fachbetrieb warten lassen.
Dem Rauchfangkehrer bei der gesetzlich vorgeschriebenen Hauptkehrung Zutritt zur Wohnung ermöglichen.
Einen CO-Warner im Aufstellungsraum des Gasgeräts montieren lassen.
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