Hitzewelle
"Extrem unterschätzt": Für wen die Hitze am gefährlichsten ist
Aktualisiert:
von Quelle: APA, JOYN NewsTreffpunkt Österreich zu Mittag
Was tun bei hohen Temperaturen?
Videoclip • 04:31 Min
Die Hitzewelle hat begonnen: Für das Wochenende prognostiziert die Geosphere Austria für Teile des Landes mehr als 35 Grad, der Sonntag wird schwül. Das sei der Beginn einer längeren Hitzewelle, die sich über die kommende Woche hinaus erstrecken dürfte. Für den Körper kann das anstrengend werden - und für Ältere, Kinder, Schwangere und Menschen mit Vorerkrankungen mitunter gefährlich.
Das Wichtigste in Kürze
Für den Körper kann die Hitze anstrengend werden: Wer besonders gefährdet ist und welche Tipps helfen.
"Hitzestress ist kein Spaß, wird aber nach wie vor extrem unterschätzt", sagt Umweltmediziner Hans-Peter Hutter. Und auch die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) informierte in einer Aussendung: Hitze zählt mittlerweile zu den größten klimabedingten Gesundheitsrisiken
2024 rund 1.100 hitzebedingte Todesfälle in Österreich
In Österreich gab es im Sommer 2024 demnach rund 1.100 hitzebedingte Todesfälle. Analysen würden zudem zeigen, dass die Sterblichkeit während ausgeprägter Hitzeperioden deutlich über dem langjährigen Durchschnitt liegt. Durch den menschengemachten Klimawandel werden Hitzewellen häufiger und intensiver.
Den Körper setzen hohe Temperaturen unter Stress, so die ÖGK. Der Organismus erweitere die Blutgefäße und produziere vermehrt Schweiß, um sich abzukühlen. Dadurch werden Herz und Kreislauf stärker belastet; gleichzeitig steige das Risiko für Flüssigkeitsmangel. Die hohen Temperaturen können Kreislaufprobleme und Schwindel, Dehydrierung, Konzentrationsstörungen und Erschöpfung oder auch Hitzekrämpfe, Hitzeerschöpfung und Hitzschläge zur Folge haben.
Wer besonders gefährdet ist
Besonders von der Hitze gefährdet sind "die ganz Jungen und die ganz Alten", fasste Wolfgang Schreiber, Chefarzt vom Roten Kreuz, bereits einmal im Gespräch mit der APA die vulnerablen Gruppen zusammen. Säuglinge und Kinder neigen eher zur Dehydration, also zum Austrocknen, sagte er. Denn im Vergleich zu Erwachsenen haben sie eine größere Körperoberfläche in Relation zu ihrem Körpergewicht.
Außerdem sei die junge Haut sehr empfindlich, was die UV-Strahlung betrifft. Es besteht für Kinder in der Sonne also auch ein besonders hohes Risiko für Sonnenstich und -brand. Säuglinge hätten zudem außer zu schreien keine andere Möglichkeit, auf ihre Bedürfnisse aufmerksam zu machen.
Auch betagte Menschen sind besonders vulnerabel. Mit dem Alter verliere der Körper Flüssigkeit. Seniorinnen und Senioren haben weniger Reserven, auf die der Organismus zurückgreifen kann, erklärte Schreiber. Für sie und für Kinder sei es besonders wichtig, ausreichend Wasser zu trinken und direkte Sonneneinstrahlung zu vermeiden. Generell sollen Menschen gerade während Hitzewellen "Nachbarschaftshilfe" leisten und anderen gegenüber Aufmerksamkeit zeigen.
Tipps bei Hitze
Um die Risiken von hohen Temperaturen zu reduzieren, empfiehlt die ÖGK:
ausreichend Wasser trinken
direkte Sonneneinstrahlung in den heißesten Stunden meiden
körperliche Aktivitäten in die Morgen- oder Abendstunden verlegen
leichte Mahlzeiten bevorzugen
Warnsignale wie Schwindel, Kopfschmerzen oder starke Erschöpfung seien ernst zu nehmen. Treten Symptome eines Hitzschlags, Kreislaufprobleme oder anhaltender Schwindel auf, sollte rasch medizinischer Rat eingeholt werden.
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