Nahost-Eskalation
Mindestens 14 Tote bei jüngsten US-Angriffen im Iran
Veröffentlicht:
von Quelle: APA, JOYN NewsPULS 24 Live
Doch kein Frieden: Iran-Krieg flammt erneut auf
Videoclip • 09:11 Min
Jüngste US-Angriffe auf mehrere iranische Provinzen haben Regierungsangaben zufolge mindestens 14 Menschen getötet. 78 weitere Menschen seien bei Luftschlägen in den vergangenen zwei Tagen verletzt worden.
Das Wichtigste in Kürze
Bei den jüngsten US-Luftangriffen auf mehrere iranische Provinzen wurden nach iranischen Angaben mehrere Menschen getötet und verletzt.
Der Iran verurteilte die Angriffe scharf, drohte den USA mit einer "vernichtenden Antwort" bei weiterer Einmischung in der Straße von Hormuz und meldete Gegenangriffe auf US-Stützpunkte in Bahrain und Kuwait.
Bei den Angriffen seien unter anderem zwei Eisenbahnbrücken und das Gebiet um das iranische Atomkraftwerk in Bushehr getroffen worden. Teheran drohte daraufhin mit einer "vernichtenden Antwort", sollten die USA sich in der Straße von Hormuz weiter einmischen.
Das teilte die Marine der Revolutionsgarde am Donnerstag mit. Die Angriffe der USA auf den Iran und ihre Maßnahmen zur Umleitung des Schiffsverkehrs beeinträchtigten die schrittweise Wiederöffnung der strategisch wichtigen Wasserstraße. Zudem würden dadurch die Interessen von Ländern gefährdet, die von der Schiffspassage profitierten. Die Transportkapazität durch die Straße von Hormuz habe sich in den vergangenen zwei Wochen unter iranischer Aufsicht wieder auf etwa 50 Prozent des Vorkriegsniveaus erholt, teilt die Revolutionsgarde weiter mit. Der Zugang werde zudem ausschließlich für Schiffe ausgeweitet, die über eine Genehmigung für die vom Iran festgelegten Routen verfügten.
Zuvor hatte Irans Außenministerium am Donnerstag die Luftangriffe des US-Militärs scharf verurteilt. Das Ministerium bezeichnete die US-Regierung in ihrer Erklärung als "bösartig und psychisch gestört". Die Angriffe in den vergangenen 48 Stunden seien ein "klarer Beleg für Vertragsbruch, Niedertracht, Kriegstreiberei".
US-Angriffe auf Infrastruktur
Darüber hinaus warf das Ministerium den USA in einer Mitteilung mit der Bombardierung zweier Eisenbahnbrücken im Nordosten Kriegsverbrechen vor. Betroffen sei etwa die Aq Tekeh Khan Brücke in der Provinz Golestan, meldete die Nachrichtenagentur Fars am Donnerstag. Die Schienenstrecke ist für den Iran eine wichtige Verbindung im Handel mit China und Russland. Die Route führt über Turkmenistan und Kasachstan nach China. Sie hatte nach der Blockade iranischer Golfhäfen durch die USA an Bedeutung gewonnen. Zudem nutzt Russland die Strecke seit Ende 2025 für Frachtlieferungen in den Iran. Die Brücke soll Fars zufolge rasch repariert werden.
Die USA und der Iran hatten einander in der Nacht zum Donnerstag erneut attackiert. Laut CENTCOM griffen die US-Streitkräfte 90 Ziele im Iran an. CENTCOM ist das für den Nahen und Mittleren Osten sowie Zentralasien zuständige Regionalkommando der US-Streitkräfte. Die Revolutionsgarden, die Elitestreitmacht des Iran, meldeten ihrerseits Angriffe auf US-Stützpunkte in Bahrain und Kuwait.
Zuvor hatten die USA am Mittwochabend neue Angriffe auf den Iran gestartet. Zuletzt kamen drei Menschen bei einem Angriff am Stadtrand der Großstadt Ahvaz im Südwesten des Landes um. Weitere Menschen wurden verletzt, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur IRNA. Der für Sicherheitsfragen zuständige Vize-Gouverneur der Provinz Khuzestan, Valiollah Hayati, sagte demnach, der Angriff habe sich gegen ein Gebiet am Rand der Stadt Ahvaz gerichtet. Weitere Einzelheiten nannte IRNA zunächst nicht.
Bahnstrecke Teheran-Mashhad getroffen
Das iranische Staatsfernsehen berichtete zudem, der Zugverkehr zwischen Teheran und Mashhad im Nordosten des Landes sei nach US-Angriffen eingestellt worden. Die iranische Eisenbahn sprach demnach von einem "kriminellen Angriff des US-israelischen Feindes" auf die Strecke. Reparaturteams seien entsandt worden, für festsitzende Reisende werde ein Weitertransport auf der Straße organisiert. In Mashhad soll am Donnerstag der getötete oberste Führer des Iran, Ayatollah Ali Khamenei, beigesetzt werden.
Khamenei war am 28. Februar, dem ersten Tag des US-israelischen Krieges gegen den Iran, bei einem Angriff auf seine Residenz in Teheran getötet worden. Seit Anfang April galt eigentlich eine Waffenruhe, die US-Präsident Donald Trump jedoch am Mittwoch nach mehreren gegenseitigen Angriffen am Rande des NATO-Gipfels in Ankara für beendet erklärt hatte.
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