Super Bowl

Warum Bad Bunnys Halbzeitshow die USA spaltet

Aktualisiert:

von Luna Bas

Bild: AFP


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Schon 2020 steht er gemeinsam mit Jennifer Lopez und Shakira auf der Super-Bowl-Bühne, nun soll sie ihm heuer ganz alleine gehören. Als erster Latin-Solokünstler, der zudem ausschließlich auf Spanisch singt, wird Bad Bunny am kommenden Sonntag in der Halftime-Show des Super Bowls performen. In Hinblick auf den historischen Hintergrund des traditionell verankerten Super Bowls sorgt das, in den ohnehin bereits gespaltenen USA, für Brisanz.

Das Wichtigste in Kürze

  • Bad Bunny wird als erster lateinamerikanischer Solo-Künstler, der ausschließlich auf Spanisch singt, die Super-Bowl-Halftime-Show performen.

  • Dies sorgt in den gespaltenen USA für massive politische Debatten und Brisanz.

  • Trump-nahe Gruppen und Konservative stellen Bad Bunnys amerikanische Identität und seine "anti-amerikanische" Haltung in Frage.

  • Trump selbst kündigt an, dem Super Bowl fernzubleiben und kritisiert die Performances von Bad Bunny und Green Day als "furchtbar" und "hassschürend".

Grammy-Gewinner

Mit dem großen NFL-Finale am kommenden Sonntag treffen nicht nur die beiden Football-Teams New England Patriots und Seattle Seahawks aufeinander, gleichzeitig wird auf der Super-Bowl-Bühne im übertragenden Sinne ein musikalischer Showdown US-amerikanischer Politik ausgetragen. Auslöser der Debatte war die zuvor im September veröffentlichte Ankündigung, dass der puerto-ricanische Superstar Bad Bunny in der Halbzeitshow des Super Bowls spielen wird.

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Bad Bunny - bürgerlich Benito Antonio Martínez Ocasio - ist gegenwärtig einer der größten Künstler weltweit. Mit "Debí tirar más fotos (zu deutsch: "Ich hätte mehr Bilder machen sollen") erscheint Anfang 2025 sein sechstes Studio-Album, dessen Erfolg Bände spricht. Nicht nur schlägt das Album weltweit in die Charts ein, er sichert sich erneut den Titel des meistgestreamtesten Artists auf Spotify und räumt bei den diesjährigen Grammy's den Titel "Album des Jahres" ab.

Der Heimat gewidmet

Während der Winter im Januar 2025 weite Teile der Welt fest im Griff hat, sorgt Bad Bunny mit Rhythmen puerto-ricanischer Folksmusik, kombiniert mit Reggaeton und Salsa für sommerliche Stimmung im Gehör. Sein Album ist eine liebevolle Hommage an seine Heimat und gleichzeitig ein Lehrstück puerto-ricanischer Geschichte.

Mit seiner Kunst bedient der 31-jährige Themen, wie den Wandel kultureller Identität, Gentrifizierung und Kolonialismus und zeigt, dass diese zutiefst politisch ist. Zeilen wie "Sie wollen mir den Fluss und den Strand wegnehmen, sie wollen meine Nachbarschaft und meine Oma vertreiben" in "Lo que pasó a Hawaii" (Was Hawaii passiert ist) verdeutlichen bestehende Parallelen zwischen Puerto Rico und dem 1898 ebenfalls an die USA annektierten Hawaii. Sie zeugen von Widerstand und kritisieren die damit einhergehenden Amerikanisierung.

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Die karibische Insel Puerto Rico gilt als Außengebiet der USA und wurde 1898 im Zuge des Spanischen-Amerikanischen Krieges annektiert. Anders als Hawaii zählt sie bis heute nicht zu den 50 Bundesstaaten. Die Einwohner der Insel sind dem Gesetz nach offizielle US-Bürger:innen, erhalten das Wahlrecht jedoch nur mit Wohnsitz in einem der US-Staaten.

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USA bei Tour ausgespart

Mit seiner nach dem Album benannten Welttournee, residiert Bad Bunny ganze 30 Mal in seiner Heimat, wovon die ersten neun Shows exklusiv Einwohnern aus Puerto Rico vorbehalten sind. Es folgen Konzerte in Europa, Lateinamerika, Australien und Japan - nicht aber in den kontinentalen USA. In Interviews äußert er Bedenken bezüglich der US-Bundesbehörde Immigration and Customs Enforcement (ICE). Ihm liege die Sicherheit und der Schutz seiner lateinamerikanischen Fangemeinde am Herzen und er möchte etwaige Migrations-Razzien abwenden. Die ICE ist für ihre radikale Migrations- und Einwanderungspolitik bekannt und war erst jüngst in zwei mutmaßliche Tötungsdelikte im Zuge ihrer Arbeitsausübung verwickelt.

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Auch bei der Grammy-Verleihung bekundet der Latin-Rap-Star im Zuge der Dankesrede seine Abneigung gegenüber der amerikanischen Migrationspolitik. Der Sager "Bevor ich Gott danke, sage ich: ICE raus" sorgt bei den anwesenden Gästen für Standing Ovations. Auch Stars wie Billy Eilish und Justin Bieber haben ihre Meinung zur ICE bei den Grammy's zum Ausdruck gebracht.

Meilenstein in der US-Popkultur

Der Bekanntgabe seiner Teilnahme an der Halbzeitshow folgten geteilte Reaktionen der Öffentlichkeit. Konservative Gruppen und Trump-nahe Persönlichkeiten stellen aktiv die amerikanische Identität des Künstlers sowie seine "anti-amerikanische" Haltung in Frage. Dem Hingegen steht die Tragweite der Sichtbarkeit, die amerikanischen Latinos damit gewährleistet wird, gegenüber. Für Bad Bunny selbst symbolisiert eine Teilnahme am Super Bowl gleichzeitig den Protest gegen das anhaltende politische System in den USA, in dem lateinamerikanische Angehörige, trotz hoher Repräsentation in der Bevölkerung, nach wie vor unterdrückt werden.

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Trump selbst kündigt an, dem Super Bowl heuer fernzubleiben. Er missbillige die Performances von Bad Bunny und Green Day - Letztere werden die Veranstaltung eröffnen. "Ich bin dagegen. Ich halte das für eine furchtbare Wahl. Sie schürt nur Hass. Furchtbar", so Trump.

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Alternative Super Bowl Halftime Show

Die rechtskonservative Organisation Turning Point USA, gegründet von dem getöteten Aktivisten Charlie Kirk, veranstaltet als Antwort auf die Ablehnung des offiziellen Super-Bowl-Halbzeit-Acts eine alternative Show. Headliner der "All American Halftime Show" wird der US-amerikanische Sänger Kid Rock sein, er gilt als Trump-Anhänger und langjähriger Unterstützer. Diese soll in Konkurrenz zum offiziellen Auftritt stehen und ist im Livestream auf Social-Media-Kanälen sowie weiteren Sendern zu sehen.

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