Einigung
Washington und Teheran wollen zweiwöchige Feuerpause einhalten
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von Quelle: APA, JOYN News:newstime
Feuerpause zwischen USA und Iran
Videoclip • 01:03 Min • Ab 12
Der Iran und die USA haben sich auf eine zweiwöchige Feuerpause geeinigt.
Das Wichtigste in Kürze
Die USA und der Iran haben sich auf eine Feuerpause geeinigt.
Die Feuerpause soll zwei Wochen dauern.
Zugleich soll die Straße von Hormuz geöffnet werden.
Irans Außenminister Abbas Araqchi kündigte zugleich eine Öffnung der Straße von Hormuz an. In Abstimmung mit den iranischen Streitkräften und unter Berücksichtigung technischer Einschränkungen solle der Schiffsverkehr in der für den weltweiten Ölhandel wichtigen Meerenge ermöglicht werden, erklärte Araqchi. US-Präsident Donald Trump hatte die Öffnung der Straße zur Bedingung für eine Feuerpause gemacht.
Auch Israel will sich an Waffenruhe halten
Trump hatte damit gedroht, andernfalls den iranischen Energiesektor sowie Infrastruktur wie Brücken anzugreifen. Der US-Präsident hatte der Führung in Teheran dafür eine Frist bis 2.00 Uhr Mitteleuropäischer Sommerzeit in der Nacht auf Mittwoch gesetzt. Auch Israel will sich an die zwischen Washington und Teheran vereinbarte Waffenruhe halten, wie ein hochrangiger US-Regierungsvertreter mitteilte. Die USA und Israel hatten den Krieg gegen den Iran am 28. Februar begonnen.
Die US-Nachrichtenseite "Axios" zitierte einen US-Beamten, wonach die Waffenruhe beginne, sobald der Iran die Straße von Hormuz öffne. Dem Vermittler Pakistan zufolge greift die Waffenruhe hingegen mit sofortiger Wirkung. Die Islamische Republik Iran und die Vereinigten Staaten von Amerika sowie ihre Verbündeten hätten einer sofortigen Waffenruhe einschließlich im Libanon und andernorts zugestimmt, schrieb der pakistanische Premierminister Shehbaz Sharif auf X. Im Libanon geht Israel massiv gegen die pro-iranische Hisbollah-Miliz vor.
Später stellte die israelischen Regierung klar, dass die Waffenruhe nicht für den Libanon gelte. Israel unterstütze zwar die Feuerpause im Iran, diese umfasse jedoch "nicht den Libanon", erklärte das Büro von Regierungschef Benjamin Netanyahu. Netanyahus Büro erklärte zudem, Israel unterstütze die Bemühungen Washingtons, "sicherzustellen, dass der Iran keine atomare, Raketen- und Terrorbedrohung mehr für die USA, Israel, Irans arabische Nachbarn und die Welt darstellt".
Pakistan und UNO engagieren sich
Sharif lud Delegationen beider Länder für weitere Gespräche am Freitag in die pakistanische Hauptstadt Islamabad ein, wo Vertreter aus Washington und Teheran über ein endgültiges Abkommen zur Beilegung des Konflikts aushandeln sollen. Beide Seiten hätten in den Gesprächen "bemerkenswerte Weisheit und Verständnis" bewiesen und sich konstruktiv für Frieden und Stabilität eingesetzt. Pakistan, ein Nachbarland des Iran, hatte im Krieg zwischen Vertretern aus Washington und Teheran vermittelt.
Sharif habe ihn gebeten, von den zuletzt angedrohten Angriffen abzusehen, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. Man habe einen Zehn-Punkte-Vorschlag aus dem Iran erhalten und glaube, dass dieser eine "praktikable Grundlage für Verhandlungen bietet." Laut der "New York Times" geht es bei den zehn Punkten darum, sämtliche gegen den Iran verhängten Sanktionen für den Iran aufzuheben.
Die Vereinten Nationen riefen die Kriegsparteien zur Einhaltung der Feuerpause auf. Dies sei nötig, "um den Weg für einen dauerhaften und umfassenden Frieden in der Region zu ebnen", teilte der Sprecher von Guterres mit. Guterres begrüße zwar die zweiwöchige Waffenruhe - zugleich fordere er "alle Konfliktparteien im Nahen Osten auf, ihren völkerrechtlichen Verpflichtungen nachzukommen", sagte UNO-Sprecher Stéphane Dujarric.
Ein persönlicher Gesandter von UNO-Generalsekretär Antonio Guterres plant eine Reise in den Iran, um auf ein Ende des Krieges hinzuwirken. Die Reisepläne hingen jedoch von der Sicherheitslage und der Logistik ab, hatte es vor der Waffenruhe aus UNO-Kreisen geheißen. Der iranische UNO-Botschafter hatte dagegen erklärt, der Gesandte sei bereits auf dem Weg nach Teheran.
Bis zuletzt Angriffe auf Israel
Wenige Minuten nach der Verkündung des Aufschubs der US-Angriffe auf iranische Infrastruktur durch Trump meldete die israelische Armee neue Raketenangriffe aus dem Iran. Die Luftabwehrsysteme seien im Einsatz, erklärte die Armee am Mittwoch in der Früh im Onlinedienst Telegram. In Jerusalem und in Jericho im von Israel besetzten Westjordanland waren Journalisten der Nachrichtenagentur AFP zufolge Explosionen zu hören.
Kurz zuvor hatte Trump sich in seinem Onlinedienst Truth Social bereit erklärt, die Angriffe auf den Iran für zwei Wochen aussetzen. Er "stimme zu, die Bombardierung und den Angriff auf den Iran für einen Zeitraum von zwei Wochen auszusetzen", wenn der Iran die Straße von Hormuz vollständig wieder öffne. "Dies wird eine beidseitige Waffenruhe sein", schrieb er. Kurz vor Ablauf der Frist um 20.00 Uhr US-Ostküstenzeit (Mittwochfrüh 02.00 Uhr MESZ) hatte Trump nachgelegt und dem Iran mit der Auslöschung seiner "ganzen Zivilisation" gedroht.
Der US-Präsident hatte Teheran bereits dreimal ein Ultimatum auferlegt und dieses jedes Mal wieder verschoben. Bei seiner neuesten Ankündigung vermied Trump diesmal eine konkrete Frist für eine Einigung mit dem Iran. Er schrieb lediglich: "Ein Zeitraum von zwei Wochen wird es ermöglichen, das Abkommen endgültig zu formulieren und abzuschließen."
Bis zuletzt Angriffe auch auf Golf-Staaten
Bei dem Einschlag eines Geschosses in ein Wohngebäude in der irakischen Hauptstadt Bagdad am Dienstagabend sind nach Angaben aus Polizeikreisen zwei Menschen getötet worden. Unter den Todesopfern sei ein achtjähriges Kind, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP aus irakischen Polizeikreisen. Bei dem Vorfall im Bezirk Amiriyah im Westen Bagdads wurden demnach zudem drei Zivilisten verletzt, darunter eine Frau. Aus Sicherheitskreisen verlautete, eine Rakete habe ein Haus in Amiriyah getroffen.
In Doha, der Hauptstadt des Golfemirats Katar, wurden nach Angaben des katarischen Innenministeriums vier Menschen durch herabstürzende Trümmerteile einer iranischen Rakete verletzt. Unter den Verletzten befände sich auch ein Kind, teilte das Ministerium mit. Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten von mehreren Explosionen in Doha.
In den Vereinigten Arabischen Emiraten meldete das Verteidigungsministerium zeitgleich iranische Angriffe. Die Luftabwehr der Emirate sei "aktuell mit Raketen- und Luftangriffen aus dem Iran konfrontiert", teilte das Ministerium im Onlinedienst X mit. Das saudi-arabische Verteidigungsministerium erklärte unterdessen, die Armee des Golfstaats habe fünf Raketen im Anflug auf den Osten des Landes abgefangen.
Iraks Nachbarland Iran wird seit Ende Februar von Israel und den USA massiv aus der Luft angegriffen. Teheran reagiert mit Gegenangriffen auf Israel, mehrere Golf-Staaten und US-Einrichtungen in der Region. Seit Beginn des Iran-Krieges beschießen pro-iranische bewaffnete Gruppen auch immer wieder Ziele im Irak. Die US-Botschaft in Bagdad sowie ein diplomatisches und logistisches Zentrum der USA am Flughafen von Bagdad wurden schon mehrmals beschossen.
Beratungen zur Straße von Hormuz
Militärstrategen aus mehr als 30 Ländern berieten am Dienstag in Großbritannien über eine Öffnung der Straße von Hormuz. Die virtuelle Konferenz habe sich mit "geeigneten Maßnahmen" befasst, um die Meerenge nach Beendigung der Kampfhandlungen "zugänglich und sicher" zu machen, erklärte das britische Verteidigungsministerium.
Vergangene Woche hatte die britische Regierung bereits ein diplomatisches Treffen mit rund 40 Ländern zu der strategisch wichtigen Schifffahrtsroute abgehalten. Seit dem Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar ist der Schiffsverkehr durch die für den Welthandel wichtige Straße von Hormuz weitgehend zum Erliegen gekommen.
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