WM 2026
Ronaldos Abschied von der WM: Das Highlight blieb aus
Veröffentlicht:
von Quelle: APA, JOYN NewsBild: APA/APA/AFP/PAUL ELLIS
Mit den Händen in die Hüften gestemmt und glasigem Blick hat sich Cristiano Ronaldo von der Fußball-Weltmeisterschaft verabschiedet. Geknickt bedankte er sich nach dem späten 0:1-Aus gegen Spanien in Dallas bei den portugiesischen Fans. Der Europameister bescherte dem 41-jährigen Stürmerstar einen bitteren Abschied.
"Ich habe mein Bestes gegeben und gehe mit gutem Gewissen", sagte Ronaldo. Es war seine letzte WM. Wie es im Nationaltrikot weitergeht, ließ er offen.
Auch bei diesem Turnier wurde Portugals Team von der Diskussion begleitet, ob es mit oder ohne den inzwischen in Saudi-Arabien spielenden Ronaldo besser ist. In seinem letzten WM-Spiel blieb der Rekordspieler seines Landes glücklos und wird seine beeindruckende Karriere nicht mit dem WM-Triumph krönen. Fast trotzig erinnerte der Superstar wie in einem Verteidigungsmodus an die Erfolge mit dem Team: "Ich habe drei Titel für Portugal gewonnen. Vor Cristiano Ronaldo hat Portugal keinen einzigen Titel gewonnen."
Zu den Erfolgen in der Nations League 2019 und 2025 kommt 2016 der Gewinn der Europameisterschaft. Ronaldo stufte den EM-Erfolg als "zumindest so wichtig wie einen WM-Titel" ein. Beobachter bekamen den Eindruck, dass sich Ronaldo seine eher enttäuschende WM-Bilanz mit Platz vier als Höhepunkt bei seiner ersten Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland schönzureden versuchte. Dafür sprach auch, dass er unmittelbar nach dem Abpfiff seines 27. und letzten WM-Spiels in Tränen ausbrach. Elf Tore schoss er bei Weltmeisterschaften.
"Manchmal gewinnt man, manchmal verliert man"
"So ist das Leben eines Fußballers", sagte der mehrfache Weltfußballer, der vom 23 Jahre jüngeren Spanier Lamine Yamal getröstet wurde. "Manchmal gewinnt man, manchmal verliert man, und man muss weitermachen." Ob das auch für ihn im Nationaltrikot nach 233 Länderspielen und 146 Toren gilt, wollte Ronaldo noch nicht beantworten. Er wolle "einen kühlen Kopf bewahren, ruhig bleiben und dann die beste Entscheidung treffen" - nach Rücksprache mit "den Menschen, die mich lieben".
Portugals Presse verabschiedete den langjährigen Kapitän. "Ronaldo beendete seinen 'letzten Tanz' bei der Weltmeisterschaft unter Tränen. Der Kapitän der portugiesischen Nationalmannschaft machte am Ende der Partie keinen Hehl aus seiner Rührung", schrieb die Sportzeitung "A Bola". Auch in seiner Heimat waren immer mehr kritische Stimmen aufgekommen. Trotz seines Doppelpacks gegen Usbekistan und eines Elfmetertores gegen Kroatien blieb "CR7" bei seiner sechsten WM vieles schuldig.
Spanier Martinez erklärte Abschied
Schwedens Fußball-Ikone Zlatan Ibrahimovic hatte schon vor dem Achtelfinale ein vernichtendes Urteil gefällt. "Es ist sein Ego, das das Team in Geiselhaft nimmt", sagte er als Experte bei Fox Sports: "Mittlerweile trägt ihn seine Ausstrahlung mehr als seine Beine." Dass er in Portugals höchst talentiertem Kader dennoch in der Startelf gesetzt war, sei ein "von Nostalgie getriebener Wahnsinn".
Für Portugal wäre ein Ronaldo-Abschied wohl die beste Lösung, dann könnte die talentierte Riege um die PSG-Akteure Vitinha, Nuno Mendes und Joao Neves ohne Rücksichtnahme auf den alternden Superstar noch mehr zur Entfaltung kommen. An Roberto Martinez wird das Ende der Ära nicht mehr scheitern. Der Spanier, der trotz aller Kritik an Ronaldo festgehalten hatte, bestätigte nach dem Achtelfinale das Ende seiner Amtszeit als Nationalcoach. Sein Nachfolger soll Medienberichten zufolge Jorge Jesus werden. Der war jedoch bis Juni auch Ronaldos Trainer bei Al-Nassr.
Mehr entdecken

Oberösterreich
17-Jähriger stirbt bei Motorradunfall im Mühlviertel

Engpass in Supermärkten
"Brickerl" in Österreich nahezu aufgegessen

"Overturn this!"
Nach Balogun-Debatte: Belgien beendet Lauf der USA

Trump-Intervention?
"Äußerst bedenklich": FIFA in Not, Aufschrei nach Baloguns Rot-Rücknahme

Nach Tod von Häftling
Kommission: Systemische Mängel im Strafvollzug

Festnahme
Tod nach Prügelattacke in Wiener Park: Verdächtiger gefasst
