Andrejewa verhindert in Linz Triumph von Potapova
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von AgenturenAndrejewa triumphierte in Linz gegen Potapova
Bild: APA/APA/BARBARA GINDL/BARBARA GINDL
Die Siegerin des Upper Austria Ladies in Linz heißt Mirra Andrejewa. Die 18-jährige Russin verwehrte der 25-jährigen Neo-Österreicherin Anastasia Potapova am Sonntag ihren bisher größten Triumph. Die topgesetzte Weltranglisten-10. ließ sich von einem Rückstand nicht aus der Fassung bringen und bezwang Potapova nach 1:54 Stunden 1:6,6:4,6:3. Damit bleibt Österreichs Frauentennis auch nach 4.648 Tagen ohne WTA-Titel, zuletzt hatte Yvonne Meusburger 2013 in Bad Gastein gewonnen.
Nach einigen Minuten konnte Potapova, die als erste Österreicherin in der 35-jährigen Geschichte des Linzer Turniers im Endspiel gestanden war, schon sehr positiv auf das Match zurückblicken. "Toller Job, Mirra, du bist eine unglaubliche Spielerin und du bist so jung. Ich wünsche dir, dass du dir all deine Träume erfüllst", sagte Potapova in Richtung ihrer Bezwingerin bei der Siegerehrung. Und ein besonderer Dank ging auch an das Publikum. "Hier zum ersten Mal als Österreicherin zu spielen, bedeutet mir die Welt. Ich habe in meinem Leben noch nie so viel Unterstützung erhalten, Dankeschön Linz, wir sehen uns nächstes Jahr", sagte sie zu den 2.500 Fans.
Das Match analysierte Potapova, die für den Finaleinzug 325 WTA-Zähler und 99.565 Euro erhalten hat, abgeklärt. "Es war ein hartes Match, das habe ich auch gewusst. Ich weiß, dass Mirra nicht leicht aufgibt. Heute war das Glück nicht ganz auf meiner Seite in den wichtigen Momenten", erklärte sie. Doch am wichtigsten sei für sie, dass ihr Level wieder da sei. "Es ist nur eine Frage der Zeit, dass ich im Ranking weiter nach oben komme und größere Sachen erreiche."
Potapova: "Woche hat sich wie ein Märchen angefühlt"
Die Art und Weise, wie sie vom Publikum aufgenommen wurde, hat die gebürtige Russin überwältigt. "Ich werde diese Woche nie vergessen, all diese Unterstützung - es hat sich wie ein Märchen angefühlt." Sie werde weiter daran arbeiten, um die Österreicher stolz zu machen.
Andrejewa freute sich über ihren insgesamt fünften WTA-Titel. Auch sie gratulierte zunächst Potapova zu deren Lauf. "Du hast toll gespielt und mich an mein Limit gebracht. Du bist eine tolle Fighterin und eine noch bessere Person. Ich wünsche dir das Beste für deine Karriere." Andrejewa ließ durchblicken, dass sie sich bei ihrem ersten Linz-Auftritt sehr wohl gefühlt hat. "Es ist ein sehr gemütliches Turnier."
Gemütlich hat es ihr auch ihr Papa gemacht. "Ich war zu faul, um aus meinem Zimmer zu gehen und er hat mir immer Lunch und Dinner gebracht", verriet sie. Und überraschte am Ende mit einem Dank an sich selbst. "Das ist schon eine Tradition von mir. Ich möchte auch mir selbst danken, weil ich bis zum Ende gekämpft habe und dass ich bis zum Ende daran geglaubt habe."
Potapova mit starkem Start
Vor neuerlich ausverkauftem Haus bei dem erstmals als Hallen-Sandplatzturnier ausgetragenen WTA500-Turnier in Oberösterreich war Potapova von Beginn weg überraschend dominant. Immerhin stand der Lokalmatadorin mit Andrejewa die Nummer zehn der Weltrangliste gegenüber. Potapova, die u.a. im Viertelfinale auch Österreichs Jungstar Lilli Tagger ausgeschaltet hat, schaffte gleich im Auftaktgame ein Break und stellte mit einem weiteren zum 4:1 rasch die Weichen zum Satzgewinn. Dieser war nach nur 29 Minuten mit dem ersten Satzball zum 6:1 fixiert.
Im zweiten Durchgang kippte das Match allerdings zugunsten der Favoritin. Nach Break und Rebreak gelang es Andrejewa ihrer Gegnerin zum 3:2 den Aufschlag neuerlich abzunehmen und diesmal bestätigte sie das Break zum 4:2. Der Teenager nutzte die erste Möglichkeit zum 6:4-Satzausgleich. Im dritten Satz war es ähnlich: Andrejewa breakte zum 3:2, Potapova schaffte das sofortige Rebreak, doch die Wahl-Wienerin musste in der emotionsgeladenen Entscheidungsphase neuerlich ihren Aufschlag zum 3:4 abgeben. Andrejewa verteidigte immer wieder gegen die aggressiv spielende Potapova und zwang die Österreicherin dann doch zu Fehlern. Am Ende nutzte Andrejewa ihren zweiten Matchball zum zweiten Titel dieses Jahres nach Adelaide. Sie wird damit im WTA-Ranking auf Platz neun vorrücken.
Potapova und Tagger in Rouen am Start
Potapova, die u.a. 2016 auch Juniorinnen-Wimbledonsiegerin war, ist dennoch auf dem besten Weg zurück zu alten Bestmarken. Die Neo-Österreicherin war im WTA-Ranking schon einmal auf Position 21 gelegen und als nur 97. ins Linzer Turnier gestartet. Nun katapultiert sie sich zurück auf Platz 54.
Potapova spielt wie auch Viertelfinalistin Lilli Tagger kommende Woche beim WTA250-Turnier in Rouen. Potapova trifft auf die Russin Anna Blinkova, Tagger bekommt es mit der Ukrainerin Oleksandra Olijnykova (WTA-Nr. 68) zu tun.
Sandra Reichel und Co. über Resonanz erfreut
Die Organisatoren jubeln in Linz jedenfalls nach einer nicht nur aus österreichischer Sicht sehr erfolgreichen 35. Auflage. Gleich fünf Mal war das 2.500 Fans fassende Design Center ausverkauft, rund 24.000 Zuschauer kamen in der Turnierwoche zum Event. "So eine Atmosphäre wie in diesem Jahr habe ich im Design Center noch nie erlebt. Ich hatte wirklich Gänsehaut und es war traumhaft zu sehen, wie sehr unsere österreichischen Spielerinnen mit Anastasia, Lilli, Julia und Sinja, aber auch die internationalen Stars wie Mirra Andrejewa die Tennisfans begeistern. Durch den Belagswechsel auf Sand ist das Tennis aus meiner Sicht für die Fans nochmals attraktiver geworden. Das Turnier ist für die Spielerinnen ein perfekter Start in die Sandplatzsaison", meinte Turnierdirektorin Sandra Reichel in einer Bilanz.
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