Angeschlagener Sinner in 2. French-Open-Runde ausgeschieden
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von AgenturenJannik Sinner von der Hitze in Paris ausgelaugt
Bild: APA/APA/AFP/ALAIN JOCARD
Der Weltranglistenerste Jannik Sinner ist am Donnerstag in der zweiten Runde der Tennis-French-Open überraschend ausgeschieden. Der Südtiroler hatte gegen den Argentinier Juan Manuel Cerundolo die ersten beiden Sätze 6:3,6:2 gewonnen und im dritten Satz auf den Matchgewinn aufgeschlagen, Krämpfe warfen ihn aber aus der Bahn. Nach einem Medical Time-out machte Sinner nur noch zwei Games, unterlag nach 3:36 Stunden 6:3,6:2,5:7,1:6,1:6. Es ist erst seine dritte Saisonniederlage.
Als er auf dem Court Philippe Chatrier mit 5:1 im dritten Satz führte und alles schon nach einem Zweitrundensieg im Eiltempo aussah, kam es zu einer drastischen Wendung: Die Mittagshitze mit 30 Grad und viel Sonne bereiteten Sinner nun doch Probleme. Er humpelte, dehnte sich und massierte sein linkes Bein bei einer Pause auf der Bank selbst. Nach einem Ballwechsel lehnte er sich völlig erschöpft an eine Bande.
Auch nach der Pause litt Sinner, und so verlor er fast ohne Widerstand den dritten Satz. Danach verließ er wieder den Platz für eine Kabinenpause. Nach der Rückkehr bewegte sich der Italiener etwas besser, gut fühlte er sich aber nicht. Teilweise kauerte er im Schatten und musste sich fast übergeben. Immer wieder beugte er sich auf seinen Schläger und atmete schwer.
"Hatte keine Energie"
Eine Stunde nach seinem dramatischen körperlichen Einbruch schleppte sich Sinner dann zur Pressekonferenz. Dort zeigte er sich zumindest mental etwas erholt. "Ich hatte keine Energie. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich mich das letzte Mal so schwach gefühlt habe. Aber es ist, was es ist", sagte Italiens Tennisstar, der in den Wochen zuvor ein brutales Wettkampf-Programm absolviert hatte. Nun habe er "viel Zeit zum Erholen. Ich brauche jetzt wirklich ein bisschen Auszeit, um mich auch mental komplett zu erholen."
Cerundolo fühlte sich wie im falschen Film und zeigte Mitleid. "Es ist hart für ihn. Ich konnte nicht mehr als drei Games pro Satz gewinnen, also hatte ich Glück. Er hätte diesen Sieg verdient gehabt. Dann weiß ich nicht, was passiert ist. Aber er tut mir leid, und ich hoffe, dass er sich wieder erholt", sagte Cerundolo.
Zverev nun in der Favoritenrolle
Nach dem verletzungsbedingten Verzicht auf ein Antreten von Carlos Alcaraz hatte Sinner als klarer Titelfavorit gegolten. Im Vorjahr hatte er den Titel in Roland Garros nach eigenen Matchbällen gegen Alcaraz nur knapp verpasst. Durch Sinners Out ist nun Alexander Zverev als Nummer zwei der höchstgereihte Spieler im Turnier. Dem Deutschen bietet sich nun eine große Chance auf seinen ersten Grand-Slam-Triumph.
Überraschung durch 17-jährigen Kouame
Für Aufsehen sorgte aus ganz anderen Gründen der erst 17-jährige Franzose Moise Kouame. Er setzte sich gegen Adolfo Daniel Vallejo aus Paraguay nach 4:56 Stunden 6:3,7:5,3:6,2:6,7:6(8) durch und machte sich zum fünftjüngsten Spieler, der bei einem Grand-Slam-Turnier die dritte Runde erreicht hat. Die Nummer 318 der Welt war nur durch eine Wildcard in den Hauptbewerb seines ersten Majors gekommen.
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