Auf Salzburg wartet nach Pleitensaison größerer Umbruch

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von Agenturen

Trainer Beichler steht in Salzburg vor dem Aus

Bild: APA/APA/KRUGFOTO/KRUGFOTO


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Salzburg steht nach der schwächsten Saison der Red-Bull-Ära in der Fußball-Bundesliga im Sommer ein Umbruch bevor. Eine erste Entscheidung wurde schon am Montag bekannt, der erst im Februar als Nachfolger von Thomas Letsch eingesetzte Coach Daniel Beichler wurde bei laufendem Vertrag bis 2028 dienstfrei gestellt. Die Verantwortlichen reagierten damit nur einen Tag nach der 1:3-Heimpleite zum Saisonabschluss am Sonntag gegen Hartberg sowie Tabellen-Endrang drei.

"Ich bin in der Verantwortung", aber auch "ich habe sehr viel Power und das Ziel, den Club da rauszubringen", hatte Beichler nach dem bitteren Saisonende noch gesagt. Die Chance dazu erhält er, wie zu erwarten war, aber nicht mehr. Nach 14 Pflichtspielen unter seiner Ägide stehen nur vier Siege und sieben Niederlagen zu Buche. Mit 1,07 Zählern pro Partie verzeichnet der 37-Jährige nicht nur den niedrigsten Punkteschnitt aller Trainer seit dem Red-Bull-Einstieg 2005. Selbst beim Vorgängerverein Austria Salzburg wies seit 1980 kein Chefcoach, der mehr als zehn Spiele im Amt war, einen schlechteren Wert auf.

Als Beichler Mitte Februar Letsch abgelöst hatte, waren die Bullen noch Tabellenführer und standen im Cup-Halbfinale. Die erste Amtshandlung von Sport-Geschäftsführer Marcus Mann, jene des damaligen Trainerwechsels, kann im Nachhinein als nicht geglückt bezeichnet werden. Für die Salzburger ist zu hoffen, dass die zweite Trainersuche des Deutschen von mehr Erfolg gekrönt ist. Keine leichte Aufgabe wartet jedenfalls auf den neuen Coach, blieben die "Bullen" doch nicht nur im dritten Jahr in Folge ohne Titel, sondern auch spielerisch vieles schuldig.

"Es muss sich sehr viel ändern"

Das Spiel gegen Hartberg sei laut Beichler ein "Spiegelbild" der vergangenen drei Monate gewesen. "Uns ist sehr wohl bewusst, was zu tun ist", betonte der Ex-Nationalspieler. "Es muss sich sehr viel ändern, damit man den Ansprüchen von Red Bull genügt." Man habe zu wenige Punkte geholt. "Es ist uns nicht gelungen, in den drei Monaten Stabilität in die Mannschaft zu bringen. Auch dafür übernehme ich die Verantwortung." Mit Ausnahme von Karim Onisiwo haben alle Spieler laufende Verträge. Nach den Millionenverkäufen von Jannik Schuster (Brentford), Joane Gadou (Borussia Dortmund) und Kerim Alajbegovic (Bayer Leverkusen) sollen aber weitere Abgänge folgen.

"Wir wollen mit 100 Prozent Energie die neue Saison angreifen", sagte Kapitän Mads Bidstrup, der im Saisonfinish wegen einer Wadenblessur fehlte. "Das einzig Gute ist, dass wir Platz drei geschafft haben. Aber das ist nicht der Anspruch von Red Bull Salzburg. Jeder von uns muss sich im Sommer hinterfragen. Im Sommer muss sich einiges ändern." Als Ligadritter dürfen die Salzburger immerhin in der Europa-League-Qualifikation antreten. Zwei Runden sind im August für den Einzug in die Ligaphase zu überstehen. Gelingt zumindest ein Aufstieg, geht es in die Conference League.

Hartbergs Mallorca-Trip und Trainersuche

Auf die Hartberg-Spieler wartete nach dem ersten Sieg der Clubgeschichte gegen Salzburg vorerst ihr traditioneller Trip nach Mallorca. Aus Wals-Siezenheim ging es nach Spielende direkt nach Wien-Schwechat und von dort nach einer Nacht in einem Hotel am Flughafen Montagfrüh auf die Balearen-Insel. Das Trainerteam um Manfred Schmid wird mit Präsidentin Brigitte Annerl für einen gemeinsamen Abschiedsabend nachreisen.

Schmid verlässt die Obersteirer nach zwei erfolgreichen Jahren. "Der Abschied fällt mir sehr, sehr schwer. Ich freue mich aber auf eine neue Herausforderung", sagte der 55-Jährige. Das Ausland sei eine Option. "Ich habe gute Kontakte in Deutschland. Ich weiß, es ist nicht einfach, aber ich traue es mir absolut zu. Es wird sich auf jeden Fall etwas auftun." Für Hartberg sei es nun wichtig, schnellstmöglich eine Trainerentscheidung zu treffen und einen guten Kader für die neue Saison zusammenzustellen. Schmid: "Alle machen einen unglaublichen Job. Ich denke, der Verein wird sich und muss sich weiterentwickeln."

Viel Geld dürfte der Verkauf von Toptorschütze Elias Havel in die Kassen spülen. Der 23-Jährige wird laut Medienberichten von deutschen Bundesligisten umworben - nach dem 1. FC Köln soll zuletzt auch Aufsteiger Schalke 04 ins Rennen eingestiegen sein. Sein letztes Spiel für Hartberg könnte laut eigenen Angaben auch Kapitän Jürgen Heil bestritten haben, dessen Vertrag ausläuft, und der sich "Träume erfüllen will". Als Favorit auf den Trainerposten gilt seit Wochen Markus Schopp. Für den Ex-Internationalen wäre es die dritte Amtszeit in der Oststeiermark.

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