Befreiungsfeier des KZ Mauthausen blickt auf die Täter
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von AgenturenTausende Gäste aus aller Welt kommen auch heuer zur Befreiungsfeier
Bild: APA/APA/FOTOKERSCHI.AT/HANNES DRAXLER/FOTOKERSCHI.AT/HANNES DRAXLER
Die 81. Internationale Befreiungsfeier des KZ Mauthausen widmet sich dieses Jahr dem Thema "Täter und Täterinnen im Nationalsozialismus". Tausende Besucher aus aller Welt werden am 10. Mai erwartet. Wie immer wird zu Beginn der Feier der "Mauthausen-Schwur" für eine freie Welt und internationale Solidarität verlesen. Dann zieht der Gedenkzug zum ehemaligen Appellplatz, wo Delegationen zahlreicher Opfergruppen und -nationen Kränze niederlegen werden.
Das offizielle Österreich wird heuer nicht von Bundespräsident Alexander Van der Bellen angeführt, der am Sonntag verhindert sei, so das Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ). Bisher haben Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ), einige Ministerinnen und Minister, Staatssekretäre sowie Oberösterreichs Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) ihr Kommen angemeldet. Politiker halten bei dem feierlichen Gedenken an die Befreiung am 5. Mai 1945 durch die US-Armee traditionell keine Reden, sondern nehmen schweigend an dem Zug teil.
Bereits am Samstag Befreiungsfeier in der KZ-Gedenkstätte Gusen
Bereits tags zuvor, am Samstag 9. Mai, findet um 17.00 Uhr in der KZ-Gedenkstätte Gusen die Befreiungsfeier statt. Zwischen Mai 1940 und Mai 1945 mussten in dem Außenlager mehr als 70.000 KZ-Häftlinge Zwangsarbeit, vorwiegend in Steinbrüchen und Stollen, leisten. Im KZ Mauthausen mit seinen über 40 Nebenlagern waren knapp 200.000 Menschen aus gut 40 Nationen gefangen, die Hälfte von ihnen überlebte die Mordmaschinerie der Nazis nicht.
Seit 2006 stehen die Gedenk- und Befreiungsfeiern jedes Jahr unter einem speziellen Thema, das die Geschichte des KZ-Mauthausen sowie die NS-Vergangenheit Österreichs bearbeitet. Dabei werde vor allem Wert auf eine Verbindung zur Gegenwart gelegt, um für junge Menschen einen Bezug zur eigenen Welt herzustellen. Mit dem Jahresthema "Täter und Täterinnen im Nationalsozialismus" solle verdeutlicht werden, dass Systeme wie das nationalsozialistische Lagersystem nicht nur durch Befehle von oben laufen. "Für dieses Funktionieren sorgten vor allem zehntausende Männer und Frauen durch ihre tatkräftige Mitwirkung als Wachpersonal, Verwaltungsangestellte, Ärzte, Kommandanten oder Funktionshäftlinge (Kapos)", erläutert das MKÖ.
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