Behörden: Vier Tote bei ukrainischem Angriff auf Russland
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von AgenturenUkrainische Drohne bei einer Übung (Archivbild)
Bild: APA/APA/AFP/GENYA SAVILOV
Bei einem groß angelegten ukrainischen Drohnenangriff auf Gebiete in Russland sind laut dortigen Behörden mindestens vier Menschen ums Leben gekommen. Die Hauptstadt Moskau erlebte in der Nacht auf Sonntag den schwersten Angriff seit mehr als einem Jahr. In der gleichnamigen Oblast Moskau seien drei Menschen getötet worden, hieß es Sonntag früh. Ein weiteres Todesopfer sei in der Oblast Belgorod verzeichnet worden. Insgesamt seien 556 ukrainische Drohnen abgewehrt worden.
Der Gouverneur der Oblast Moskau, Andrej Worobjow, sagte, eine Frau sei ums Leben gekommen, als ein Wohnhaus in Chimki nördlich der Hauptstadt getroffen worden sei. Rettungskräfte suchten in den Trümmern nach einer weiteren Person. Zwei Männer seien im Dorf Pogorelki im Bezirk Mytischtschi getötet worden. Mehrere Wohnhochhäuser und Infrastruktureinrichtungen seien beschädigt worden, sagte Worobjow.
Die Luftabwehr habe seit Mitternacht 81 Drohnen zerstört, die auf Moskau zugesteuert seien, berichtete die staatliche russische Nachrichtenagentur TASS unter Berufung auf Bürgermeister Sergei Sobjanin. Damit handle es sich um den größten Angriff auf die Hauptstadt seit über einem Jahr.
Sobjanin sagte, zwölf Menschen seien verletzt worden, vor allem in der Nähe des Eingangs zur Moskauer Ölraffinerie. Drei Häuser seien beschädigt worden. Die "Technik" der Raffinerie sei aber nicht in Mitleidenschaft gezogen worden, fügte der Bürgermeister hinzu.
"Haben insgesamt 556 ukrainische Drohnen abgewehrt"
Insgesamt seien von russischen Streitkräfte in der Nacht auf Sonntag 556 ukrainische Drohnen abgewehrt worden. Betroffen waren laut Russlands Verteidigungsministerium der Raum Moskau und die besetzte Schwarzmeer-Halbinsel Krim. Sollten die unabhängig nicht überprüfbaren Angaben zutreffen, würden sie auf einen großen Angriff der Ukraine hindeuten.
Das Verteidigungsministerium in Moskau veröffentlichte keine Informationen dazu, wie viele Drohnen nicht rechtzeitig abgefangen werden konnten. Mehrere Häuser und Wohnungen seien im Raum Moskau beschädigt worden und in Brand geraten. In mehreren Gemeinden seien auch Infrastruktureinrichtungen attackiert worden.
Flughäfen wurden gesperrt
Der Moskauer Flughafen Scheremetjewo, der größte des Landes, teilte mit, dass Trümmer von Drohnen auf das Gelände gefallen seien. Schaden sei nicht entstanden.
Auf den Hauptstadt-Flughäfen gab es zeitweilig keine Starts und Landungen wegen der Drohnengefahr. Schäden wurden auch aus der russisch besetzten Marinestadt Sewastopol auf der Krim gemeldet. In mehreren Gemeinden seien auch Infrastruktureinrichtungen attackiert worden.
Auch Drohnenangriffe auf Krim gemeldet
Die Ukraine griff in der Nacht auch die russisch besetzte Marinestadt Sewastopol auf der Halbinsel Krim an und beschädigte nach Behördenangaben mehrere Wohnblocks und Häuser. Zudem hätten Trümmer einer abgeschossenen Drohne eine Hochspannungsleitung getroffen, wodurch Stromausfälle verursacht worden seien, schrieb der Verwaltungschef der Stadt, Michail Raswoschajew, auf der Plattform Telegram. Das Kraftwerk der Stadt sei aber nicht getroffen worden.
Insgesamt seien 25 Drohnen über mehreren Stadtteilen und dem Schwarzen Meer abgeschossen worden, schrieb Raswoschajew weiter. Verletzt worden sei nach vorläufigen Informationen niemand. Auch diese Angaben konnten zunächst nicht unabhängig überprüft werden.
Russland annektierte Krim 2014
Russland hatte die ukrainische Halbinsel 2014 annektiert. Vor mehr als vier Jahren startete Russland eine großangelegte Invasion der Ukraine. In dem seither andauernden Krieg greift die Ukraine unter anderem mit Drohnen auch immer wieder russische Ziele auf der Krim an.
Am Mittwoch und Donnerstag hatte Russland einen der längsten und schwersten Luftangriffe auf die Ukraine durchgeführt. Allein in Kiew wurden 24 Tote aus einem zerstörten Wohnblock geborgen.
Russland beschießt das Hinterland des Nachbarn systematisch. Bei den Attacken kommen in der Ukraine fast täglich Zivilisten zu Tode; Wohnhäuser und für die Bewohner lebenswichtige Infrastruktur werden zerstört.
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