Booker Prize an die Taiwanesin Yang Shuang-zi

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Yang Shuang-zi mit ihrer Übersetzerin Lin King

Bild: APA/APA/AFP/BROOK MITCHELL


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Der International Booker Prize geht in diesem Jahr an die Taiwanesin Yang Shuang-zi für die englische Übersetzung ihres Romans "Taiwan Travelogue". Sie war mit ihrem Debütroman "Nachts ist es leise in Teheran" von 2016 angetreten und Daniel Kehlmann mit dem 2023 auf Deutsch erschienenen Roman "Lichtspiel".

"Taiwan Travelogue" spielt in dem von Japan besetzten Taiwan der 30er-Jahre. Im Fokus stehen zwei Frauen: die eine Autorin aus Japan, die andere eine lokale Übersetzerin. Sie bereisen das Land zusammen und teilen nicht nur ihre Leidenschaft für kulinarische Genüsse, sondern lernen sich auch lieben. Doch die von Unterdrückung geprägten politischen Verhältnisse haben auch ihre Auswirkungen auf die Beziehung der beiden.

"Die Literatur kann sich von Grund auf nicht von der Politik lösen", sagte Yang Shuang-zi bei der Preisverleihung im Londoner Kunstmuseum Tate Modern. Taiwan habe im Laufe der Zeit unter verschiedenen kolonialen Mächten gelitten und die Bedrohung durch Invasionen erduldet, betonte sie und fügte hinzu: "Ich glaube an die Kraft der Literatur."

Weltweite Leserschaft ist Nominierten sicher

Der International Booker Prize ist einer der renommiertesten Literaturpreise weltweit und mit 50.000 Pfund (etwa 58.000 Euro) dotiert, die je zur Hälfte an die Autorin oder den Autor und Übersetzerin oder Übersetzer gehen. Ausgezeichnet werden ins Englische übersetzte Bücher. Sowohl Romane als auch Kurzgeschichten-Sammlungen können eingereicht werden.

Auch jeder der Shortlist-Nominierten erhält ein Preisgeld von 2.500 Pfund (etwa 2.900 Pfund). Wichtiger als das Geld dürfte aber der Schub für das Renommee auf einer internationalen Bühne sein. "Sowohl dem Preisträger als auch den für die Shortlist nominierten Autoren ist eine weltweite Leserschaft sicher und sie können mit einem dramatischen Anstieg ihrer Bücherverkäufe rechnen", ist auf der Booker-Webseite zu lesen.

In "Lichtspiel" erzählt Kehlmann das Lebensdrama des österreichischen Meisterregisseurs Gustav Wilhelm Pabst (1865-1967), der vor den Nazis in die USA emigrierte, in Hollywood nicht Fuß fassen konnte und in die Heimat zurückkehrte, wo er wieder Karriere machte.

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