Coerdt bereitet "fast gemachtes Nest" für ÖFB-WM-Spieler

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ÖFB-Teammanager Coerdt organisierte WM-Basecamp

Bild: APA/APA/EXPA/ JOHANN GRODER/EXPA/ JOHANN GRODER


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Wenn Österreichs Fußball-Teamspieler am späten Donnerstagnachmittag in ihrem Quartier in Goleta bei Santa Barbara eintreffen, ist im Hotel "Ritz-Carlton Bacara" schon alles ganz nach ihrem Geschmack vorbereitet. Verantwortlich dafür ist Lennart Coerdt, der als WM-2026-Projektmanager des ÖFB dafür sorgt, dass bei der Endrunde aus organisatorischer Sicht alles möglichst reibungslos abläuft. Die ÖFB-Akteure sollen sich wohlfühlen und auf das Wesentliche konzentrieren können.

Die Basis dafür ist mit der Nobel-Unterkunft direkt an der kalifornischen Pazifikküste gelegt. "Es gibt Balkone und Fenster, die man öffnen kann. Man kann schnell einmal zum Meer rausgehen, auch die Wege zum Training und Flughafen sind kurz. Dieses Basecamp wird uns sehr viel geben", sagte Coerdt der APA.

Der Deutsche hatte dem Hotel schon vor Monaten einen Besuch abgestattet, für die WM reist er zwei Tage vor dem ÖFB-Tross an, um letzte Feinjustierungen vorzunehmen. "Die Delegation kommt in ein fast gemachtes Nest", erklärte Coerdt. "Ich werde schauen, ob in den Zimmern und im Essensbereich alles fertig ist, denn ich liebe keine Überraschungen. Man hat nur eine Chance für den ersten Eindruck."

Viele Unwägbarkeiten bleiben

Bereits in der Vorwoche wurde ein großer Container mit dem Großteil des benötigten Equipments ins Teamhotel vorausgeschickt, der Rest folgt mit dem Austrian-Flug am Donnerstag. Es wird so wenig wie möglich dem Zufall überlassen, doch Coerdt weiß um die vielen Unwägbarkeiten rund um die Endrunde in Nordamerika. "Bei der Größe dieses Turniers wird man nie sagen können: 'Job done, wir fahren einfach hin und spielen'. Es gibt viele Dinge, die während der WM erledigt werden müssen. Aber ich bin froh, wie wir aufgestellt sind."

Coerdt sammelte im Vorjahr bei einer zweieinhalbwöchigen Reise zur Club-WM in den USA vorwiegend an der Ostküste wertvolle Erfahrungen. "Ich konnte viele operative Abläufe zum Beispiel bei den Trainings sehen, wie die Abflüge oder Polizeieskorten funktionieren oder wie die FIFA Wert auf Security legte", berichtete der 46-Jährige.

Auch einige von der FIFA angebotene Hotels nahm Coerdt damals im Osten, aber auch in Kansas City im Mittleren Westen unter die Lupe - und war danach einigermaßen verwundert. "Da muss man sagen, dass das Gros der Hotels für europäische Verhältnisse nicht so hergerichtet war, dass wir uns dort länger als eine Woche hätten aufhalten können. Ich war fast ein bisschen überrascht, dass einige Mannschaften in diese Hotels überhaupt reingegangen sind."

Luxuriöses Teamhotel als "glücklicher Zufall"

Umso glücklicher ist Coerdt mit dem - nicht im FIFA-Katalog aufgelisteten - Basecamp des ÖFB-Teams. Dabei hatte es lange danach ausgesehen, als würde man beim Wunschquartier leer ausgehen, weil Australien die Option darauf hatte. Dann aber zog "Australia" zurück und "Austria" kam zum Zug. "Das war reiner Zufall. Auf einmal gab es die Option, und da muss man das Glück beim Schopf packen", sagte Coerdt.

Vor seiner Zeit beim ÖFB war Coerdt unter anderem für den Hamburger SV und Bayer Leverkusen tätig und organisierte dabei ebenfalls Reisen in die USA. Daher weiß er, dass man vor ungeliebten Überraschungen wie etwa Flugverzögerungen nicht gefeit ist und in diesem Fall Gelassenheit gefragt ist. "Dann sollte man lieber noch einen Film schauen, als sich über Dinge aufzuregen, die man eh nicht beeinflussen kann."

Teamchef Ralf Rangnick schätzt das Organisationstalent seines Landsmanns, und Coerdt schätzt sein Arbeitsumfeld beim ÖFB. Eine Verlängerung der Zusammenarbeit über die WM hinaus ist daher denkbar, Gespräche werden bereits geführt. "Für mich zählt jetzt nur die WM", erklärte Coerdt, betonte aber auch: "Es macht mir hier wahnsinnig viel Spaß."

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