"Die Waffen nieder!" eröffnet Saison am Schauspielhaus Graz

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von Agenturen

Schauspielhaus Graz eröffnet 2026/27 mit "Die Waffen nieder"

Bild: APA/APA/ERWIN SCHERIAU/ERWIN SCHERIAU


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Mit der erstmals in Österreich aufgeführten Dramatisierung von Bertha von Suttners programmatischem Antikriegsroman "Die Waffen nieder!" startet das Schauspielhaus Graz am 25. September ins vierte Intendanzjahr von Andrea Vilter und Chefdramaturgin Anna-Sophia Güther. 18 Produktionen in drei Spielstätten des Schauspielhauses stehen auf dem Spielplan. Vilter zog anlässlich der Programmpräsentation eine ihrer Ansicht nach erfolgreiche Zwischenbilanz ihrer bisherigen Tätigkeit.

Mit gestiegenen Zuschauerzahlen (53.118 Gäste bei rund 75 Prozent Auslastung), dem angestrebten jungen Anteil im Publikum (ein Fünftel unter 27) und überwiegend positiver Publikumsresonanz (Vorstellungen im Schnitt mit 4,3 von 5 Punkten bewertet) sah sich Vilter in der Gestaltung ihrer Intendanz bestätigt. Dementsprechend liegt der Fokus der Spielzeit 2026/27 wieder auf der "Befragung und Erweiterung des dramatischen Kanons", österreichischer Literatur und junger künstlerischer Positionen.

Statement gegen Krieg, Nationalismus und Gewalt

Mit einem auch politisch zu verstehenden Statement gegen Krieg, Nationalismus und patriarchale Gewalt startet die Saison auf der Hauptbühne mit einer Bearbeitung des inhaltlich in Vergessenheit geratenen, zentralen Romans der ersten Friedensnobelpreisträgerin von 1905, Bertha von Suttner, "Die Waffen nieder!". Die Bühnenfassung der erstmals in Graz gastierenden deutschen Regisseurin Sandra Strunz wurde extra für die Produktion erstellt.

Im Schauraum präsentiert man thematisch anknüpfend mit "ФielvöلkaŠtát (äh, vielvölkastaat, oder was?)" in Koproduktion mit dem Schauspielhaus Wien und dem Katona Jószef Theater Budapest die Uraufführung eines Stücks der deutsch-polnischen Autorin Ewe Benbenek. Das Eröffnungstripel rundet die als Bühnensolo gestaltete Erzählung "Undine geht" von Ingeborg Bachmann in der Schauspielhaus-Konsole ab, in der die 1973 verstorbene Schriftstellerin mit struktureller männlicher Gewalt abrechnet.

Ionesco, Jelinek, Goethe, US-Importe

Unter den weiteren Produktionen der kommenden Spielzeit findet sich der unlängst auch in der Freien Grazer Szene im Theater am Lend aufgeführte Klassiker des absurden Theaters, "Die Nashörner" von Eugène Ionesco (Premiere am 16. Oktober) und eine am 14. November erstmals in Österreich aufgeführte multimediale Bearbeitung von Elfriede Jelineks Weltkriegsende-Prosagedicht "Ein Übertritt" des Regieduos DARUM (Victoria Halper und Kai Krösche).

Goethes klassischer Briefroman "Die Leiden des jungen Werther" erfährt in "Werther & Lotte & Albert" eine Perspektivenerweiterung. Mit dem auf einem wahren Kriminalfall beruhenden, expressionistischen Stück "Machinal" von Sophie Treadwell aus den 1920 Jahren und der feministischen Erfolgskomödie "Die Schattenpräsidentinnen" (Im Original "The Shadow Presidents") von Selina Fillinger kommen im Jänner und Februar gleich zwei Bühnenwerke aus den USA nach Graz, ersteres als deutschsprachige, zweiteres als österreichische Erstaufführung.

Zwei weitere Dramatisierungen von Romanen ("Anleitung ein anderer zu werden" nach Texten des jungen französischen Autors Édouard Louis sowie der Emily-Brontë-Klassiker "Sturmhöhe (Wuthering Heights)" und ein von Ruth Brauer-Kvam gestalteter Liederabend mit Musik, die der 1977 ins Weltall geschossenen Raumsonde "Voyager" mit auf die Reise gegeben wurden, runden das Programm auf der Hauptbühne ab.

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Hommage an Regisseur Ernst M. Binder

Im Schauraum geht es vor Weihnachten in "Otherland" von Chris Bush um Geschlechteridentität und deren Konsequenzen. Im Frühjahr materialisiert sich dann zuerst die von der Regisseurin Rebekka David ursprünglich schon vor drei Jahren geplante Produktion "Sehr schön und sehr tot", die sich mit der Ästhetisierung weiblicher Leichen befasst und den Bogen bis zu Femiziden spannt. Ende April folgt, in Kooperation mit dem Grazer Theater Quadrat,"Phaidras Liebe" der 1999 verstorbenen Skandalautorin Sarah Kane als Hommage an den 2017 verstorbenen Regisseur und Autor Ernst M. Binder, der mehrere von Kanes Stücken in Graz inszeniert hatte.

In der kleinsten Spielstätte des Schauspielhauses, der Konsole, findet im März das Digithalia-Festival für virtuelle Theaterformen zum vierten Mal statt. Ebendort wird auch das inklusiv entwickelte Stück "Geht Gras fühlen! Oder Eliza!" in Kooperation mit der Kunstuniversität Graz und der Theaterakademie LebensGroß zu sehen sein.

(S E R V I C E - https://schauspielhaus-graz.buehnen-graz.com/ )

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