Dietmar Kühbauer: Der Heißsporn als LASK-Double-Macher
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von AgenturenKühbauer hat beim LASK alles richtig gemacht
Bild: APA/APA/EXPA/ REINHARD EISENBAUER/EXPA/ REINHARD EISENBAUER
In seiner zweiten Amtszeit im schwarz-weißen Linz hat Dietmar Kühbauer den LASK in ungeahnte Höhen geführt. Nachdem der 55-Jährige im Vorjahr schon beim WAC zu gefallen wusste, führte er die Athletiker heuer verdientermaßen zum historischen zweiten Double der Vereinsgeschichte. Dass der Kader der Oberösterreicher das Potenzial für ganz oben hat, war unbestritten. Kühbauer kitzelte mit Autorität, Authentizität und einer Prise Schmäh aber die Meisterform aus den Profis heraus.
So wie einst der Tscheche Frantisek Bufka in der Double-Saison 1964/65 musste Kühbauer das wankende Schiff LASK erst auf Kurs bringen. Die Ausgangslage ist bekannt: Die Athletiker rangierten Anfang Oktober nur am vorletzten Tabellenplatz, der Sprung in die Meistergruppe schien nicht realisierbar. Was folgte, war ein bemerkenswerter Lauf unter dem Burgenländer. Der Punkteschnitt des LASK liegt seither bei deutlich über zwei Zählern, Platz eins ist dem neuen Meister in der "Kühbauer-Tabelle" ohnehin sicher.
"Froh, dass wir ihn haben"
"Er ist der richtige Trainer für uns, wir sind froh, dass wir ihn haben", sagte Sasa Kalajdzic nach dem Titelgewinn im ÖFB-Cup. "Er hat eine gewisse Autorität, jeder Spieler hat Respekt und weiß, dass er Gas geben muss", erklärte der Teamstürmer, der im Frühjahr aufblühte.
Auch bei Samuel Adeniran traf Kühbauer scheinbar den richtigen Ton. "Er hat uns sehr gut geführt. Er glaubt an uns als Team und als Spieler. Und er hat uns Selbstvertrauen gegeben - das Selbstvertrauen, auf den Platz zu gehen, einfach Fußball zu spielen und Spaß daran zu haben. Ich glaube, das ist die beste Art, Fußball zu spielen: einfach so zu spielen, wie man es als Kind getan hat, und Spaß daran zu haben. Ich glaube, dass er eine sehr gute Mentalität und viel Selbstvertrauen in die Mannschaft gebracht hat", meinte der US-Amerikaner.
Kühbauers Kampf gegen die "Schublade"
Kühbauer selbst betont, es gehe darum, "die Spieler kennenzulernen und zu verstehen". Während der WAC diese Saison abstürzte, blühte Linz auf. Der 55-Jährige galt schon als Aktiver als klassischer Heißsporn, auch als Coach eilte ihm lange der Ruf voraus, an der Seitenlinie zu impulsiv zu agieren. Als emotionaler Trainer galt er lange. Heute spricht er von einer "Schublade", in die er aufgrund seiner Vergangenheit als Profi gesteckt wurde. Sein hitziges Temperament scheint, wie nach dem Cup-Viertelfinale in Ried, immer noch durch. Attestiert wird dem nicht gerne in der Öffentlichkeit stehenden Kühbauer aber, in den vergangenen Jahren ruhiger geworden zu sein.
Das Reden überlässt Kühbauer während der Partie nun auch seinem langjährigen Weggefährten Manfred Nastl. Der ehemalige Austrianer ist seit 2008 Assistenzcoach unter dem Ex-Rapidler. Beim LASK werkte das Duo schon 2022/23, musste trotz Platz drei in der Meisterschaft aber gehen. Unterschiedliche Ansichten in der Kaderplanung nannte der damalige Sportchef Radovan Vujanovic als Grund. In seiner zweiten Amtszeit in Wolfsberg holte Kühbauer dann 2025 den Cup und kämpfte bis zum Schluss um den Meistertitel.
Auslandsengagement als Ziel
Ein Jahr später ist der nahe Mattersburg aufgewachsene Kühbauer dort angelangt, wo er als Spieler bereits war. Mit Rapid wurde der bei der Admira zum Profi gereifte Mittelfeldmann Meister (1996) und Cupsieger (1995). Bei den Hütteldorfern schaffte er es ins "Team des Jahrhunderts". Für die Nationalelf lief Kühbauer 55 Mal ein, die WM-Teilnahme 1998 war das Highlight. Ob sich durch die Erfolge mit dem LASK für ihn auch international die Türen öffnen, bleibt abzuwarten. Das Ausland brachte ihm als Spieler nicht die große Erfüllung.
In den drei Jahren bei Real Sociedad konnte sich Kühbauer mit der baskischen Mentalität schwer anfreunden, Deutschland verließ er nach zwei Saisonen beim VfL Wolfsburg retour in die Heimat zu Mattersburg. Das Geld sei nicht entscheidend, sagte Kühbauer nach dem Cup-Erfolg über ein mögliches Auslandsengagement. "Auch jetzt ist etwas eingetrudelt. Aber das will ich nicht machen. Es ist ein Land, das mich nicht interessiert", berichtete er im ORF. "Schön" wäre eine Anstellung in einer anderen Liga zum "Abschluss meiner Trainerkarriere" schon. Angst gebe es keine. "Fußball wird überall gleich gespielt."
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