Doskozils Arzt: Stimme kein Handicap mehr

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Kehlkopf-Entfernung für Arzt ein "Befreiungsschlag"

Bild: APA/APA/HANS KLAUS TECHT/HANS KLAUS TECHT


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Der burgenländische Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) befindet sich nach der Operation am Uniklinikum Leipzig, bei der ihm vor wenigen Tagen der Kehlkopf entfernt und eine Stimmprothese eingesetzt wurde, noch im Spital. Sein behandelnder Arzt Andreas Dietz erklärte am Mittwoch, dass die Stimme künftig für den Landeshauptmann "kein Handicap" sei: "Er wird mit der Prothese gut sprechen lernen, sodass er ganz sicher stärker und belastbarer aus der Sache hervorgeht."

Doskozil autorisierte Dietz, der ihn seit rund sechs Jahren behandelt, im Rahmen einer Videokonferenz über seinen Gesundheitszustand zu informieren. Laut seinen Angaben handelt es sich bei der Verknöcherung des Kehlkopfs um eine "ausgesprochen seltene Erkrankung", deren Ursache in der Veranlagung liegt. "Er ging damit extrem gut um. (...) Das hat mich sehr beeindruckt", so Dietz, der mehrmals betonte, dass es sich dabei nicht um Krebs handle. Bei manchen Patienten stoppt die Verknöcherung von selbst nach einem Eingriff, dies war aber bei Doskozil nicht der Fall. Im Gegenteil, die Verknöcherung habe in den vergangenen Monaten eine neue Dynamik bekommen, daher habe man sich dazu entschlossen, den Kehlkopf nun komplett zu entfernen. Dietz sprach von einem "Befreiungsschlag".

Dietz rechnet mit "sehr aktivem Landeshauptmann" im Sommer

Der Landeshauptmann erholt sich nun in den nächsten Wochen und werde dann anfangen, die neue Stimme zu trainieren: "Wir rechnen nicht in Tagen." Ein, zwei Monate soll sich Doskozil Ruhe nehmen für die Heilung und den Aufbau der neuen Stimme: "Aber im Sommer gehen wir davon aus, werden Sie einen sehr aktiven Landeshauptmann wieder erleben." Die Stimme werde künftig jedenfalls kein Handicap sein. Zuletzt habe Doskozil nur schwer Luft bekommen und mit heiserer Stimme gesprochen: "Das ist komplett vorbei. Er hat wieder Kraft und kann Anstrengungen machen."

Wird der Kehlkopf entfernt, atmet man nicht mehr durch die Nase und den Mund. Die Atemluft wird aus dem Hals geleitet. Doskozil habe hierfür bereits aus den vorangegangenen Eingriffen Routine gewonnen. Mit der Stimmprothese wird er eine neue Technik des Sprechens lernen: "Die meisten brauchen hierfür wenige Wochen." Das Ventil an der Sprechprothese muss etwa alle vier bis acht Monate ausgetauscht werden. Dies erfolge durch einen HNO-Arzt, der Landeshauptmann muss hierfür nicht nach Leipzig, so Dietz. "Das ist eine Routinegeschichte und keine große Belastung - überhaupt kein Vergleich zu dem, was er hinter sich hat."

Wie Doskozils neue Stimme klingt, lässt sich noch nicht genau sagen - mit einem Elektrokehlkopf und einer Roboterstimme habe die eingesetzte Stimmprothese nichts zu tun. Er werde jedenfalls gut hörbar sein, sonor und lauter klingen als dies zuletzt der Fall war: "Da lassen wir uns alle überraschen", meinte Dietz.

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