Erste Enzyklika von Papst Leo XIV. erscheint am 25. Mai
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von AgenturenPapst Leo XIV. veröffentlicht erst Enzyklika
Bild: APA/APA/AFP/STEFANO RELLANDINI
Die erste Enzyklika von Papst Leo XIV. wird am Pfingstmontag, 25. Mai, vorgestellt. Sie trägt den Titel "Magnifica Humanitas. Über den Schutz des Menschen im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz", wie der Vatikan am Montag laut Kathpress mitteilte. Unterzeichnet hat das Kirchenoberhaupt sein mit Spannung erwartetes erstes universales Lehrschreiben demnach bereits am vergangenen Freitag.
KI Herzensanliegen des Papstes
Das Thema KI liegt dem Papst am Herzen. Immer wieder widmet sich Leo in Ansprachen und öffentlichen Auftritten der KI und ihren möglichen Risiken. Bereits zu Beginn seines Pontifikats im Mai vergangenen Jahres setzte Leo das Thema KI auf die Agenda. Er plädiert für ein gesundes Bündnis zwischen Technologie und Menschheit, das Risiken und Gefahren von KI im Blick behält.
Am Wochenende machte der Heilige Stuhl bekannt, dass sich im Vatikan künftig auch eine Kommission mit dem Thema KI beschäftigen wird. Leo billigte die Einrichtung des offiziellen Gremiums, das sich mit den Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz auf den Menschen und die Menschheit sowie Fragen der Würde des Menschen befassen soll. Vertreter mehrerer vatikanischer Behörden sollen in der Kommission sitzen, hieß es in einer Mitteilung des Vatikans.
Bei der offiziellen Vorstellung von "Magnifica Humanitas" am kommenden Montag um 11.30 Uhr wird Papst Leo XIV. selbst sprechen. An der Präsentation in der vatikanischen Synodenaula nehmen mehrere Wissenschafter sowie wichtige Kurienvertreter teil. Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin, Glaubenspräfekt Kardinal Víctor Manuel Fernandez und der Leiter der päpstlichen Sozialbehörde, Kardinal Michael Czerny, werden ebenso das Wort ergreifen wie die britische Theologin und Soziallehre-Expertin Anna Rowlands, der US-amerikanische KI-Forscher Christopher Olah und die US-Theologin Leocadie Lushombo.
Genau 135 Jahre nach "Rerum novarum"
Mit der Unterzeichnung am 15. Mai knüpft Leo XIV. an die Tradition der großen päpstlichen Sozialenzykliken des 19. und 20. Jahrhunderts an. Das erste derartige Lehrschreiben hatte Leo XIII. am 15. Mai 1891 mit dem Titel "Rerum novarum" veröffentlicht. Damals setzte sich die katholische Kirche erstmals systematisch mit der Industriellen Revolution des 19. Jahrhunderts und deren Folgen für Gesellschaft und Moral auseinander. Erst danach entwickelte sich in der katholischen Kirche die "Soziallehre". Sie hat sich seither zu einem wichtigen Zweig der neuzeitlichen Theologie entwickelt.
40 Jahre später, am 15. Mai 1931, unterzeichnete Papst Pius XI. die Enzyklika "Quadragesimo anno". In ihr wurde unter dem Einfluss des deutschen Jesuiten Oswald von Nell-Breuning die Soziallehre perfektioniert und das Prinzip der Subsidiarität entwickelt. Zudem erklärte die Enzyklika die Unvereinbarkeit von christlicher Lehre und Sozialismus, da dieser das Eigentum und die menschliche Person nicht genügend respektiere.
Weitere 30 Jahre später unterschrieb Johannes XXIII. seine Sozialenzyklika "Mater et magistra" ebenfalls an einem 15. Mai. Im Jahr 1961 machte er sich vor allem für Mitbestimmung in den Betrieben stark.
Die Sozialenzyklika "Centesimus annus" im Jahr 1991 von Johannes Paul II. wurde abweichend von der Tradition am 1. Mai unterzeichnet, womit der polnische Papst seine Nähe zur Arbeiterbewegung betonte. In diesem Lehrschreiben ging es um die Folgen der Überwindung des Kommunismus in Europa. Es enthält die bisher klarste Würdigung der Marktwirtschaft als System, das Wohlstand schafft.
Verbindliche päpstliche Lehrschreiben
Enzykliken sind verbindliche päpstliche Lehrschreiben für die gesamte katholische Weltkirche, werden aber auch darüber hinaus viel beachtet. "Magnifica humanitas" soll als erstes programmatisches Lehrschreiben des neuen Papstes Hinweise über sein Programm und seine bevorstehenden Entscheidungen geben.
"Leo XIII. stellte sich den Herausforderungen der ersten industriellen Revolution - heute stehen wir vor einer neuen: der Revolution der Künstlichen Intelligenz und ihrer Auswirkung auf Gerechtigkeit, Arbeit und Menschenwürde", sagte Leo XIV. kurz nach seiner Wahl zum Papst am 18. Mai 2025.
Das Thema KI begleitet Leo XIV. auch auf praktischer Ebene. So traf er im Februar den kanadischen KI-Unternehmer Aidan Gomez, Mitbegründer und Geschäftsführer der amerikanischen Tech-Firma Cohere, die auf KI-Lösungen für Unternehmen spezialisiert ist, in einer Privataudienz. Zugleich mahnte er alle Priester nachdrücklich, Predigten für den Gottesdienst nicht von KI-Anwendungen schreiben zu lassen, denn diese seien nicht in der Lage, den Glauben lebendig zu vermitteln - doch genau das sei ja die Aufgabe einer Predigt. "Eine echte Predigt schreiben bedeutet, den Glauben mit dem Herzen anderer zu teilen, das ist der wichtigste Teil ", meinte der Papst.
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