ESC-Halbfinale am Rathausplatz: Fans vs. Herbstfeeling

Veröffentlicht:

von Agenturen

Viele Besucherinnen und Besucher trotzten den kühlen Temperaturen

Bild: APA/APA/MAX SLOVENCIK/MAX SLOVENCIK


- Anzeige -
- Anzeige -

Nachdem am Montagabend eine markante Abkühlung plus Unwetter dem Abendprogramm im Eurovision Village am Wiener Rathausplatz einen gehörigen Strich durch die Partypläne gemacht hatte, sollte am Dienstag zum 1. Halbfinale alles besser werden. Überfreundlich präsentierte sich die Witterung zwar nicht, es blieb bei kühlem Wetter aber trocken. Die ESC-Fans bemühten sich trotzdem redlich um Stimmung. Bei Israels Act gab es vereinzelten, jedoch hörbaren Unmut.

Die Verantwortlichen der Stadt Wien hatten bereits in der Nacht auf Dienstag verlauten lassen, dass die eigentlich geplante Ringstraßensperre zur Erweiterung der Kapazitäten der größten heimischen Eurovision Song Contest-Fanzone nicht umgesetzt wird. Zu ungünstig war die Wetterprognose, als dass man mit einem echten Massenansturm rechnen konnte. Man sollte zwar Recht behalten, schlecht besucht war der Rathausplatz aber keineswegs.

Moldau heizte Village-Gehern ein

Jedenfalls reichten die normalen Kapazitäten auf dem unter diesen Bedingungen auf rund 15.000 Besucher ausgelegten Areal mehr als aus, als Moldaus Satoshi mit "Viva, Moldova!" den Wettbewerb sehr zum Gaudium der Anwesenden hochenergetisch einläutete. Der Eröffnungsact liegt bei vielen internationalen Fans auch hoch im Kurs, wie einige der APA vor TV-Showbeginn erklärten.

Zuvor gab Schlagerlegende Vicky Leandros, die bereits 1967 beim ersten Wiener Song Contest ihren damaligen Titel "L'amour est bleu" sang, mit ebenjener Nummer den nostalgischen Einstieg in die erste von zwei Semifinal-Entscheidungen in der Stadthalle. Am Rathausplatz wurde das von der recht stattlichen Menge beim Public Viewing freundlich zur Kenntnis genommen - so wie auch die launige Moderation von Victoria Swarovski und Michael Ostrowski auf der Stadthallenbühne, von der viel Energie auf die Menge überzuschwappen schien.

Ohrenmützen, Tanz und Smartphone-Feuerzeuge

Nostalgisch bis euphorisch gab man sich im Village quasi per Definition: So stand der Tag unter dem Motto "Euphoria - Party People", und als Einpeitscher für das gemeinschaftliche Schauen der TV-Übertragung auf Großbildschirmen fungierten eher in den 1990er-Jahren bzw. 2000ern bekannte Eurodance-Gruppen. Aber auch Österreichs Cosmó durfte sich Frühabends auf der Village-Bühne beweisen. An den Anwesenden ließen sich gewisse Trends des ESC-Jahrgangs 2026 ablesen: So etwa die Ohrenmütze von Griechenlands Akylas - einem der Favoriten.

Dann tatsächlich im ESC-Auftakt angekommen - die Eröffnungszeremonie am Rathausplatz am Sonntag war ja mehr ein Schaulaufen mit Musik im Hintergrund - entpuppten sich diese Utensilien als recht brauchbar, wenn man nicht zu den Kälteresistenteren zählte. Da wurden vor allem tanzbarere Nummern besonders gut angenommen. Selbst bei Portugals Schmachtfetzen "Rosa" schwenkte man kurzerhand die illuminierten Smartphones - Bewegung im Kleineren eben.

- Anzeige -
- Anzeige -

Nicht nur Freude über Israels Beitrag

Spätestens bei Finnlands Linda Lampenius & Pete Parkkonen mit ihrem favorisierten "Liekinheitin" gab es wieder viel Resonanz im Publikum. An Israels Noam Bettan schieden sich dann ein Stück weit die Geister: So wurde sein "Michelle" von den Allmeisten recht indifferent aufgenommen, animierte aber einzelne zu Unmutsäußerungen und der einen oder anderen abfälligen Geste. Bei Essylas "Dancing on the Ice" für Belgien und Litauens Lion Ceccah mit "Sólo quiero más" waren allerdings sogleich wieder Party und Beifall angesagt. Das galt leicht reduziert auch für die Performance von San Marinos Senhit feat. Boy George mit "Superstar".

Am Donnerstag geht es mit dem 2. Semifinale und dem nächsten Public-Großviewing in der Wiener Fanmeile weiter. Ob es dann wettermäßig einladender wird, ist angesichts der Prognosen vom Dienstagabend eher nicht zu erwarten - der ESC-Gemeinde wird es vermutlich herzlich egal sein. Die Feste muss man feiern, wie sie eben fallen.

(S E R V I C E - https://eurovision.wien.gv.at/esc-village ; https://eurovision.wien.gv.at/esc-village-programm )

- Anzeige -
- Anzeige -

Mehr entdecken