Favoritensiege im 1. Halbfinale des Wiener ESC

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von Agenturen

Freie Fahrt ins Finale für Griechenlands Akylas

Bild: APA/APA/GEORG HOCHMUTH/GEORG HOCHMUTH


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Die erste Schlacht des 70. Eurovision Song Contest von Wien ist geschlagen - und die prognostizierten gehören überwiegend auch zu den realen Gewinnern. Das seit Monaten als Topfavorit gehandelte Führungsduo Finnland und Griechenland löste ebenso sein Finalticket wie Moldaus Partykracher. Aber auch Israel schaffte es in die nächste Runde, während Belgien die Buchmacher Lügen strafte und sich überraschend, aber zu Recht den Aufstieg sicherte.

Eröffnet wurde der erstmals vom Duo Victoria Swarovski/Michael Ostrowski moderierte Musikreigen standesgemäß von Moldaus Pop-Rapper Satoshi und seinem Partykracher "Viva, Moldova!" mit tanzenden Playmobil-Figuren als Hintergrundanimation. Damit war die Stimmung für den Abend gesetzt, die unmittelbar von der Schwedin Felicia aufgenommen wurde, die sich mit elektronischer Härte und wackelnder Stimme und "My System" ihr Systemupgrade sicherte.

Die nach wie vor als Spitzenreiter gesehene finnische Combo aus Violine und Stimme, Linda Lampenius & Pete Parkkonen, löste wie fix erwartet mit ihrer Melange aus elektronischem Dramapop und klassischen Violineinsprengseln sowie minimalistischer Inszenierung bei "Liekinheitin" das Finalticket.

Durchmarsch auch für Israel

Ohne Violine, dafür mit einer der besten Stimmen des Bewerbs, überzeugte Israels Kandidat Noam Bettan. Rau, markant und erotisch intoniert brachte "Michelle" einen Platz unter den Top Ten - ungeachtet der aufgeheizten Diskussion um Israels Teilnahme trotz des Gazakrieges und vereinzelter Zwischenrufe in der Halle.

Der letzte Startplatz bedeutete für die serbische Düsterrockband Lavina durchaus Glück oder zumindest einen Platz im Finale, auch wenn das depressivere "Kraj mene" nicht nach Glück klingt. Entgegen der Wettquoten wurde für Belgiens Kandidatin Essyla, die mit hartem Beat Pop modernen Zuschnitts lieferte, ihr "Dancing on the Ice" keine Rutschpartie, sondern ein sanftes Gleiten ins Finale.

Litauens Lion Ceccah kam bei "Sólo quiero más" mit seiner Mischung aus technoider Ästhetik und hoher Dramatik nach langen Probentagen zwar an das Ende seiner Stimme, aber noch nicht an jenes seiner ESC-Reise. Vor allem mit ihrer Stimme überzeugte hingegen wohl Polens Alicja, deren "Pray" anfangs einer souligen Gebetsstunde gleicht, die dann in undefinierbaren Rap abbiegt, aber dennoch genügend Stimmen auf sich vereinte.

Und schließlich erbrachte der protofeministisch-mystische Folklorebombast des kroatischen Frauenquintetts Lelek bei "Andromeda" am Ende ein Aufstiegsticket - während das Pendant der Balkan-Damen, das portugiesische Männerquintett Bandidos do Cante mit "Rosa", in Opas alter Joppe und mit Fado-Fadesse nicht genügend Stimmen auf sich vereinte.

Die gelben Engel machen einen Abflug

Georgiens als Gelbe Engel verkleidetes Trio Bzikebi verkündete zwar "On Replay", bekam aber kein Replay, sondern muss trotz guter Nummer aber mutmaßlich dank fehlender Stimmen die Heimreise antreten. Und auch Estlands Trio Vanilla Ninja brachte die Dreieinigkeit kein Glück. "Too Epic To Be True" hieß bei den Damen am Ende "Too Epic To Be In The Final".

Keinen Hit landete Senhit aus San Marino, obwohl sie bei "Superstar" einen ebensolchen an Bord hatte, nämlich 80er-Ikone Boy George. Für die sympathische Disconummer gab es kein Foto - äh Finalticket. Und unter den Elektronummern des Abends musste letztlich Tamara Živković aus Montenegro mit "Nova zora" das Tal der Tränen beschreiten.

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Melancholischer Auftakt und austrialianischer Abschluss

Damit endete der Abend in der Wiener Stadthalle für fünf Länder so melancholisch, wie er für alle begonnen hatte. So läutete ein Einspieler mit einem schwulen Paar, das über die Jahrzehnte hinweg ESC miteinander schaut, bis einer der beiden verstirbt, den Reigen ein. Am Ende saß der Partner alleine am Klavier und sang den alten Schlager "L'amour est bleu" von Vicky Leandros, bevor die 73-jährige Sängerin persönlich übernahm.

Immerhin das Präsentatorenduo Swarovski und Ostrowski bemühte sich um Stimmung bei Verkleidungsspielen mit grünem Janker im Green Room oder einer gemeinsamen Nummer mit Australiens Vorjahresteilnehmer Go-Jo über die angelsächsische Verwechslung von Austria und Australia - übergroße Mozartkugel und tanzendes Känguru inklusive. Und ein gemeinschaftlicher Zusammenschluss zu Austrialia. Das muss das 2. Halbfinale erst einmal toppen.

(S E R V I C E - www.eurovision.tv )

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