Feuerpause im Iran-Krieg auf der Kippe

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von Agenturen

Iran gibt sich weiter kämpferisch

Bild: APA/APA/AFP/ATTA KENARE


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Heftige Angriffe Israels im Libanon, neuer Beschuss aus dem Iran auf Länder in der Region und ein erneuter Stopp für die Schifffahrt in der Straße von Hormuz könnten die Waffenruhe im Iran-Krieg gefährden. Der Iran erwägt wegen der israelischen Angriffe auf die Hisbollah im Libanon, aus der vereinbarten zweiwöchigen Feuerpause mit den USA auszusteigen, meldete die Nachrichtenagentur Fars am Mittwoch. Israels Premier Benjamin Netanyahu drohte Teheran seinerseits mit Angriffen.

Der iranische Außenminister Abbas Araqchi forderte die USA auf, Israel zur Einstellung seiner Angriffe auf den Libanon zu bewegen. "Die Bedingungen für die Waffenruhe zwischen dem Iran und den USA sind klar und eindeutig: Die USA müssen sich entscheiden - entweder Waffenruhe oder Fortsetzung des Krieges via Israel. Sie können nicht beides haben", schrieb Araqchi am Mittwoch auf der Plattform X.

Ein iranischer Militärvertreter sagte, dass Öltankern die Fahrt durch die Straße von Hormuz verweigert werde. Das widerspricht der Vereinbarung mit den USA. Nach Angaben von Fars passierten nur zwei Öltanker die Straße von Hormuz, bevor der Schiffsverkehr aus Protest gegen das israelische Vorgehen im Libanon wieder eingestellt wurde.

Dissens über Auswirkungen auf Libanon

Zugleich drohte ein anonymer Militärvertreter Israel mit weiteren Angriffen, sollte die Offensive gegen die Hisbollah weitergehen. Nach Einschätzung der iranischen Führung verstößt Israel mit seinen andauernden Angriffen auf die Hisbollah gegen die mit den USA abgestimmte Waffenruhe. Der pakistanische Premier, Shehbaz Sharif, schrieb auf X, die Feuerpause gelte ausdrücklich auch für den Libanon. Pakistan hatte die Waffenruhe zwischen Washington und Teheran vermittelt.

Dem widersprach US-Präsident Donald Trump. Er bestätigte am Mittwoch israelische Angaben, wonach die Waffenruhe nicht für den Libanon gelte. Grund sei die pro-iranische Hisbollah-Miliz im Libanon, sagte Trump dem Sender PBS. Auf die Frage, ob er mit den anhaltenden israelischen Angriffen auf die Hisbollah einverstanden sei, antwortete Trump nach Angaben von PBS-Reporterin Liz Landers, das sei "Teil der Einigung" und werde später geregelt. Deutschland, andere europäische Staaten und Kanada hatten dazu aufgerufen, die Waffenruhe "auch im Libanon" umzusetzen.

Trump kündigte baldige direkte Gespräche mit dem Iran an. "Es wird schon sehr bald dazu kommen", zitierte die "New York Post" aus einem Telefoninterview. Auf US-Seite seien Trumps Schwiegersohn Jared Kushner sowie der Sondergesandte Steve Witkoff dabei sowie möglicherweise Vizepräsident JD Vance. Der pakistanische Premier Sharif hatte die Delegationen beider Länder für Freitag zu Gesprächen nach Islamabad eingeladen. Erste Gespräche sollen laut dem Weißen Haus am Samstagvormittag (Ortszeit) stattfinden.

Ein hochrangiger US-Regierungsvertreter sagte, dass der Zehn-Punkte-Plan des Iran keine Grundlage für die Gespräche sei. Der Plan enthält mehrere von den USA strikt abgelehnte Punkte, etwa die Erlaubnis der Uran-Anreicherung, die Aufhebung aller US-Sanktionen sowie die iranische Kontrolle der Straße von Hormuz.

Netanyahu hat "Finger am Abzug"

Der israelische Premier Benjamin Netanyahu sagte, die Waffenruhe im Iran-Krieg sei "nicht das Ende des Kampfes". Es sei vielmehr eine "Station auf dem Weg zum Erreichen aller unserer Ziele", sagte Netanyahu am Mittwoch in einer Ansprache. "Wir sind bereit, jederzeit die Kämpfe wieder aufzunehmen", sagte der Regierungschef. Man habe weiter den "Finger am Abzug". Israel habe "noch Ziele zu erreichen, und wir werden das tun". Konkret nannte er die mehr als 400 Kilogramm an hoch angereichertem Uran, die noch im Iran seien. Diese würden vollständig aus dem Land entfernt, entweder im Rahmen einer Einigung oder einer Wiederaufnahme des Krieges. Bei dem Thema sei man sich mit den USA einig.

Zuvor hatte Netanyahu betont, der Waffenstillstand beziehe sich nur auf den Konflikt zwischen den USA und dem Iran – nicht aber auf Israels Einsatz gegen die Hisbollah. Zudem wirft Israel dem Iran vor, nach Inkrafttreten der Feuerpause seine Angriffe auf das Land fortgesetzt zu haben.

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