Fußball

WM 2026: Alle Public Viewing Events im Überblick

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von Quelle: APA, JOYN News

Kein WM-Public Viewing am Wiener Rathausplatz

Bild: APA/APA/EVA MANHART/EVA MANHART


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Die Fußball-WM 2026 bringt den Fans eine lange Dauer - sechs Wochen statt wie bisher vier -, viele Spiele - mehr als 100 - mit "Schlagerbegegnungen" wie zum Beispiel Saudi-Arabien gegen Kap Verde und Beginnzeiten vom Hauptabendprogramm bis zum Frühstücksfernsehen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die ungewöhnlichen Anstoßzeiten der Fußball-WM 2026 sorgen in Österreich dafür, dass viele bekannte Public-Viewing-Events ausfallen oder nur eingeschränkt stattfinden.

  • Größere Veranstaltungen gibt es nur vereinzelt, etwa in Klagenfurt, Innsbruck oder Hard, während viele Städte auf Gastronomiebetriebe oder kleinere Indoor-Angebote setzen.

Schwierigkeiten durch Nacht-Spiele

Alleine die Österreich-Begegnungen haben es von den Beginnzeiten in sich: Während der Schlager gegen Argentinien zur user- und veranstalterfreundlichen Zeit um 19.00 Uhr beginnt - wobei das die Fans des regierenden Weltmeisters beim Anpfiff um 14.00 Uhr in der Zeit von Buenos Aires sicher anders sehen -, kann man beim wohl entscheidenden Spiel um den Aufstieg gegen Algerien mit dem Start um 4.00 Uhr Public Viewing vergessen.

Auch beim Eröffnungsspiel der österreichischen Elf gegen Jordanien mit dem Ankick um 6.00 Uhr wird wohl eher Kaffee als Bier ausgeschenkt. Und auch sonst ist an Beginnzeiten von Vorabend bis zum frühen Morgen alles dabei: 18.00 Uhr, 19.00 Uhr, 21.00 Uhr, 22.00 Uhr, 0.00 Uhr, nach Mitternacht zu jeder Stunde bis hin zu 6.00 Uhr. Doch was gibt es in den heimischen Bundesländern wirklich davon zu sehen?


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Wenig bis nichts in Wien

In Wien ist die Frage schnell beantwortet: wenig bis gar nichts. Am Rathausplatz wird lieber das legendäre Filmfestival vorbereitet als die wenigen Spiele, die gezeigt werden dürfen, auf einer Großleinwand in Angriff zu nehmen. Spiele ab Mitternacht dürften im Freien wohl zumindest nicht in voller Länge gezeigt werden. Im Prater - in der Vergangenheit ebenfalls Veranstaltungsort für Public Viewings - gibt es heuer ebenfalls nichts, von Gaststätten abgesehen. Auch die Strandbar Herrmann - in den vergangenen Jahren praktisch immer eine Anlaufstelle für Fußballfans - hat auf ihrer Homepage bereits abgewunken: kein Fußball.

Tatsächlich angekündigtes Public Viewing gibt es gesichert derzeit nur beim Donauturm. Da erwarten die Fans sogar teilweise "All you can eat and drink" - etwa bei den Österreich-Spielen - und geschmalzene Eintrittspreise: Wer sich das Eröffnungsspiel Mexiko-Südafrika am 11. Juni um 21.00 Uhr dort ansehen will, kann dies mit 20 Prozent Early-Bird-Rabatt um 15,92 Euro tun bzw. in Gruppen ab fünf Personen um 12,72 Euro - aber ohne "All you can ...". Österreich-Jordanien am 17. Juni um 6.00 Uhr kostet All Inclusive pro Person mit dem Rabatt 79,92 Euro bzw. in der Gruppe mit Rabatt 63,92 Euro.

Keine offiziellen Public Viewings in St. Pölten und Wiener Neustadt

Ungünstige Spiel- und Beginnzeiten bei der nahenden Fußball-Weltmeisterschaft sorgen dafür, dass es in den beiden größten Städten Niederösterreichs diesmal keine eigenen Public-Viewing-Veranstaltungen geben wird. Gejubelt und angefeuert werden soll in St. Pölten dennoch. Man sei in Gesprächen mit der lokalen Wirtschaft und Gastronomie über passende Lösungen in der Innenstadt, hieß es seitens des Rathauses. Bereits bei der EURO 2024 wurde auf ein ähnliches Konzept gesetzt.

Apropos 2024: Damals wurde in Wiener Neustadt anlässlich der Fußball-Europameisterschaft zum Public Viewing in den Bürgermeistergarten eingeladen. Diesmal ist seitens der Stadt keine solche Veranstaltung geplant, hieß es auf Anfrage. Verzichtet wird laut Angaben der Stadtgemeinde heuer auch auf ein Public Viewing in Baden.


Öffentliches Fußballschauen in Linz nur bei der Gastro

In Linz plant die Stadt kein offizielles Public Viewing. Einzelne Gastrobetriebe beabsichtigen jedoch sehr wohl Live-Übertragungen wie etwa "Tante Käthe" oder die Strandbar "Sandburg", teilte das Magistrat mit. Eine Eventagentur organisiert für die "Sandburg", die u.a. von der Stadt unterstützt wird, die Live-Übertragungen.

An der Donaulände vor dem Brucknerhaus werden Spiele mit Anpfiff zwischen 18.00 Uhr und 6.00 Uhr gezeigt. Für den eigenen Bereich der Bar müssen Tickets gekauft werden (Details unter https://sandburg.publicviewings.at/), damit ist jedenfalls ein Sitzplatz garantiert.

Nur wenige Schritte entfernt wird "Tante Käthe" im Donauparkstadion Matches live übertragen, allerdings nur ausgewählte Abendspiele, die noch bekannt gegeben werden. Fußballbundesliga-Absteiger FC Blau-Weiß, welcher im Donauparkstadion daheim ist, unterstützt dieses Public Viewing.

In Wels richtet die Stadt auf dem öffentlichen Stadtplatz ein Public Viewing ein. Der Eintritt ist frei, 33 Spiele werden bis 21.00 Uhr übertragen. Herausfordernd für die Veranstalter ist der Zeitunterschied, weil viele Spiele bald in der Früh sind. Die Besucher dürfen sich aber etwa bei Österreich-Jordanien (6.00 Uhr am 17. Juni) über eine Frühstücksaktion freuen. Bei der Begegnung mit Argentinien wird sicherheitshalber eine zweite Leinwand aufgestellt. In Steyr gibt es Überlegungen zu einem Public Viewing, konkrete Infos dazu liegen aber noch nicht vor.

Großteils Verzicht in Salzburg

Die Stadt Salzburg verzichtet wegen der vielfach in der Nacht oder früh am Morgen angesetzten Spiele auf eine klassische Fanzone. Allerdings wird es am Parkplatz der Red-Bull-Arena in Kleßheim Fußball-Liveübertragungen geben. Geplant ist laut aktuellem Stand aber lediglich, drei Spiele zu zeigen.

Das Match Österreich gegen Argentinien und zwei weitere Partien von Mannschaften "mit größerer Strahlkraft". Im Falle eines Aufstiegs Österreichs ins Sechzehntelfinale wolle man "schauen", wie es weitergehe, hieß es von Seiten des Magistrats.

Eingefleischte Fußballfans werden in der Stadt wohl auf eine der größeren Gastwirtschaften angewiesen sein - allerdings mit Einschränkungen beim Angebot: Das Raschhofer's Rossbräu zeigt auf neun Flatscreens alle Spiele, die bis Mitternacht gehen, ab dem Viertelfinale auch Spiele, die später stattfinden - zumindest wenn Reservierungen vorliegen.

Anders als bei vorangegangenen Fußball-Großveranstaltungen baut das Sternbräu heuer keine große Leinwand auf. Im Biergarten werden aber drei große Screens errichtet. Übertragen werden Partien mit Beginnzeiten zwischen 18.00 und 21.00 Uhr Mitteleuropäische Zeit. Die Stiegl Brauwelt plant, zumindest die beiden ersten Österreich-Spiele gegen Jordanien (Start 6.00 Uhr) und Argentinien (Beginn 18.00 Uhr) zu übertragen.

Und wie sieht es abseits der Landeshauptstadt aus? In der zweitgrößten Stadt des Bundeslands, in Hallein (Tennengau), ist seitens der Stadt kein Public Viewing geplant. In Saalfelden (Pinzgau) werden hingegen in der Otto-Gruber-Halle alle WM-Spiele von Donnerstag bis Sonntag übertragen - und alle Österreich-Spiele. In St. Johann im Pongau überträgt der Fußballverein TSV auf Großbildleinwand mehr als ein Dutzend Vorrundenspiele - darunter auch die beiden Österreich-Partien gegen Jordanien und Argentinien. In Seekirchen (Flachgau) wird das Argentinien-Match am Sportplatz Aug gezeigt - und das WM-Finale am 19. Juli im Strandbad. Falls Österreich gut performt, möglicherweise auch weitere Spiele. In Zell am See (Pinzgau) werden im Gastgarten des Pinzga Bräu während der Öffnungszeiten "so viele Spiele wie möglich" übertragen - und die beiden ersten Österreich-Matches.


Abendspiele in Innsbrucker Olympiaworld zu sehen

Das selbsterklärte größte Indoor-Public-Viewing Westösterreichs wird in der Olympiaworld der Tiroler Landeshauptstadt Innsbruck angeboten. Alle Abendspiele zwischen 11. Juni und 19. Juli werden bei freiem Eintritt auf dem Medienwürfel in der Tiwag-Arena - im Winter Schauplatz von Eishockey-Spielen - auf vier LED-Walls übertragen. Bis zu 3.000 Fans können so die Spiele verfolgen, zudem seien Side-Events geplant, teilten die Veranstalter mit. Abseits dessen war in Tirol bis dato noch kein größer angelegtes Public Viewing bekannt, hieß es seitens der Wirtschaftskammer Tirol auf APA-Anfrage.

Aufgrund der Rahmenbedingungen mit den vielen Nachtspielen und ungünstigen Anstoßzeiten lohne sich ein solches im klassischen Sinne - unter freiem Himmel - schlichtweg wohl nicht, so Thomas Geiger (Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft). Auch stünde man in dem Fall wohl vor Problemen mit Anrainern. Bei Spielen mit annehmbaren Beginnzeiten seien jedoch sehr wohl "Übertragungen in gastronomischen Betrieben möglich". Auch sei es nicht ausgeschlossen, dass doch noch kurzfristig ein weiteres Angebot hinzukomme.

Public Viewing in Hard am Bodensee

In Vorarlberg war mit Stand Mitte Mai vorerst eine große Public-Viewing-Veranstaltung geplant: Organisiert von Ex-Altach- und Ried-Trainer Heinz Fuchsbichler werden im "Spannrahmen" in der Marktgemeinde Hard am Bodensee zwischen dem ersten Österreich-Spiel am 17. Juni und dem Finale 27 Spiele mit jeweils passender Länderküche gezeigt. Auf der Großleinwand zu sehen sind Matches mit gästefreundlichem Beginn zwischen 19.00 Uhr und Mitternacht - außer wenn Österreich spielt, dann wird der Beamer auch um 4.00 Uhr angeworfen, dazu gibt es Frühstück.

Die Vorarlberger Städte hingegen geben sich eher zurückhaltend: In der Landeshauptstadt Bregenz wird das Finale öffentlich präsentiert - außer Österreich komme unerwartet weit, dann behalte man sich weitere Spiele vor, hieß es. Dornbirn als größte Stadt des Landes überträgt die beiden Halbfinalspiele und das Finale auf Großleinwand am Marktplatz. Hohenems, Bludenz und Feldkirch planen keine Public Viewings.

Die für Mitteleuropa teils exotischen Spielzeiten stellen die Gastronomie vor gewisse Herausforderungen, denn in Vorarlberg gilt eine Sperrstunde von 1.00 Uhr (Bars: 2.00 Uhr) bis 5.00 Uhr. Soll zu anderen Zeiten bewirtet werden, ist eine behördliche Ausnahmegenehmigung nötig. Wie viele solche Anträge tatsächlich gestellt werden, stand bis Mitte Mai noch nicht fest.

Österreich-Argentinien auf Mörbischer Seefestspielbühne

Im Burgenland steigt das größte Public Viewing am 22. Juni auf der Seefestspielbühne in Mörbisch (Bezirk Eisenstadt-Umgebung). Auf einer rund 90 Quadratmeter großen LED-Wall wird das Spiel Österreich gegen Argentinien live übertragen. Als Experten sind Hans Krankl, Toni Polster und Stefan Maierhofer dabei, kündigte der Burgenland Tourismus auf APA-Anfrage an. Vor dem Anpfiff sollen ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm, Gewinnspiele sowie regionale Speisen und Getränke für Stimmung sorgen. Der Eintritt ist kostenlos.

Weitere größere Events wurden dem Burgenland Tourismus bisher nicht gemeldet. Aufgrund der teils ungewöhnlichen Spielzeiten in den frühen Morgenstunden sei die Nachfrage im Vergleich zur Europameisterschaft geringer, hieß es. Lokale Formate werde es wohl in Gemeinden, bei Vereinen oder in Gastronomiebetrieben geben.


Grazer Zurückhaltung

Größere Public Viewings dürften in der Steiermark und speziell in Graz ausbleiben bzw. maximal indoor stattfinden. Der Grund: TV-Übertragungen zu nachtschlafender Zeit, weshalb es für große Plätze wie etwa in Graz traditionellerweise am Karmeliterplatz - keine Genehmigung des Straßenamtes geben dürfte. Österreich gegen Jordanien wäre am 16. Juni um 6.00 Uhr, das Spiel gegen Algerien am 28. Juni um 4.00 Uhr. Das Match gegen Argentinien am 22. Juni wäre hingegen als einziges zu vertretbarer Zeit, also um 19.00 Uhr. Die Behörde besteht allerdings auf ein Ende um 22.00 Uhr, was sowohl von den potenziellen Veranstaltern als auch von den - im Wahlkampf befindlichen - Grazer NEOS kritisiert wurde.

Public Viewing bei steirischem Bier im Innenhof des stadtbekannten Gösserbräu gibt es vom 11. Juni bis 19. Juli auf einer großen Leinwand - allerdings auch nur zu den Öffnungszeiten von Sonntag bis Mittwoch von 11.00 bis 22.00 Uhr bzw. Donnerstag bis Samstag von 11.00 bis 24.00 Uhr. Das Weber Grill Center in Seiersberg südlich von Graz zeigt in seinem Innenbereich am 17. Juni von 5.00 bis 9.00 Uhr Österreich gegen Jordanien, bei Kaiserschmarrn und BBQ-Frühstück - bei Reservierung. Gleiches gilt für das Match gegen Argentinien am 22. Juni von 17.30 bis 21.30 Uhr, u. a. mit argentinischer Steakplatte. Die Gemeinde Lieboch bei Graz lädt ab 17.00 Uhr zum Viewing im Park der Volksschule, bei Schlechtwetter in der Veranstaltungshalle.

Im oststeirischen Fürstenfeld gibt es ein einziges großes Public Viewing am 22. Juni am Hauptplatz. In Fehring ist Fußballschauen im Austrovinyl Werk angesagt, bei allen drei Spielen der Erstrunde - und an weiteren Terminen, falls Österreich aufsteigt. Im obersteirischen Bezirk Murau macht sich der Gasthof Oberer Bräuer in Oberwölz zum WM-Stadion en miniature: Hier werden alle Österreich-Spiele der Erstrunde übertragen sowie alle "großen" Spiele - das Eröffnungsspiel, die Viertel- und Halbfinali und natürlich das Finale. "Wir werden das recht simpel halten", so Wirt Michael Wohleser, "weil um 4.00 Uhr in der Früh hab' ich natürlich keinen Koch da - da wird es halt dann kein Schnitzel geben."

In Klagenfurt wird öffentlich Fußball geschaut

In Klagenfurt sollen sich auch heuer wieder bis zu 5.000 Fußballbegeisterte rund um den Lindwurm versammeln, wo bereits traditionellerweise das große Public Viewing stattfindet. "So weit ist fast alles auf Schiene", sagte Veranstalter Manfred Dobesch auf APA-Anfrage. Das Wörtchen "fast" hat aber nichts mit den teils nachtschlafenden Beginnzeiten zu tun, sondern - wie so oft in Klagenfurt - mit dem lieben Geld. So wurde in der vergangenen Gemeinderatssitzung der Beschluss von 50.000 Euro Förderung für das Event von der Tagesordnung genommen. Es müssen nämlich offene Fragen zur Auszahlung geklärt werden, weil die Kärntner Landeshauptstadt noch immer kein Budget für das laufende Jahr hat.

Trotzdem sieht Dobesch dem entspannt entgegen: "Wir haben einen einstimmigen Stadtsenatsbeschluss vom November 2025, das muss jetzt halt noch vom Gemeinderat abgesegnet werden und ist wohl eigentlich nur ein Formalakt." Gezeigt werden beim Klagenfurter Public Viewing, so wie bei der letzten WM, rund 50 Spiele - dass das Teilnehmerfeld so stark erweitert worden war, gleicht den Umstand aus, dass durch die Zeitverschiebung nicht alles am Neuen Platz zu sehen sein wird.

Konkret darf in Klagenfurt nämlich bis 2.00 Uhr Fußballparty gefeiert werden. "Das heißt, alle Spiele bis zur Beginnzeit 23.00 Uhr gehen sich aus", so Dobesch. Und während Österreichs Algerien-Spiel mit Beginnzeit um 4.00 Uhr der Nachtruhe zum Opfer fällt, gilt diese beim Spiel gegen Jordanien um 6.00 Uhr nicht mehr: "Weil es an einem normalen Werktag stattfindet", so der Veranstalter.

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