Georg Baselitz wird heuer in Salzburg doppelt gewürdigt
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Bild: APA/APA/dpa/Arno Burgi
Das Museum der Moderne Salzburg widmet dem Wahl-Salzburger Georg Baselitz gleich zwei Ausstellungen in diesem Jahr. Diese schlagen den Bogen von seinen frühen Zeichnungen bis hin zu seinem monumentalen Spätwerk. Die Werkschau "Baselitz Jetzt" ist im Museum am Mönchsberg von 1. April bis 18. Oktober zu sehen, das Frühwerk unter dem Titel "Baselitz Manifeste" im Museum im Rupertinum von 3. Juli bis 4. Oktober. Baselitz feierte im Jänner seinen 88. Geburtstag.
Die Präsentation am Museum am Mönchsberg konzentriert sich auf die großformatigen Arbeiten der letzten Jahre. In ihnen verdichten sich zentrale Themen wie Alter, Körperlichkeit und Vergänglichkeit zu eindringlichen Bildwelten von großer Intensität. Die großformatigen Gemälde malte der Künstler in den letzten zehn Jahren. Doppelporträts oder Pendant-Bilder reflektieren Themen wie Alter, Schwäche und Vergänglichkeit - und nicht zuletzt auch die eigene Biografie des Künstlers und die seiner Frau Elke.
Frühe grafische Arbeiten im Rupertinum
Die Ausstellung im Rupertinum legt den Fokus auf die frühen grafischen Arbeiten, in denen sich der Künstler mit deutscher Geschichte, Identität und dem Künstler-Ich auseinandersetzte. Dabei verknüpfte er klassische Bildtraditionen mit einer kraftvollen, oftmals als roh und verstörend empfundenen Bildsprache. Die thematische Gliederung orientiert sich erstmals an den vier Manifesten, die der Künstler in den 1960er-Jahren verfasste. Baselitz entschied sich Anfang der 1960er-Jahre bewusst für die Figuration - ein Schritt, der in einer Zeit, in der die abstrakte Kunst dominierte, als Provokation empfunden wurde. Damit schlug der Künstler nicht nur neue Wege in der Malerei ein, sondern schrieb sich als Erneuerer der Nachkriegskunst in die Kunstgeschichte ein.
Auch Stano Filko wird gewürdigt
Am Mönchsberg gibt es ab 3. April auch die Ausstellung "Stano Filko. 12 Chakras of Becoming" zu sehen (bis 7. Februar 2027). Die Sammlung Generali Foundation - Dauerleihgabe am Museum der Moderne Salzburg - widmet dem Künstler Stano Filko eine umfassende Retrospektive. Gezeigt werden Arbeiten aus allen Lebens- und Schaffensphasen - von frühen Malereien und konzeptuellen Experimenten über begehbare Environments bis hin zu materialreichen Assemblagen und großformatigen Skulpturen.
Filko war einer der visionärsten und radikalsten Figuren der mitteleuropäischen Neo-Avantgarde. Er wurde 1937 in Veľká Hradná in der damaligen Tschechoslowakei geboren. Ab den 1960er-Jahren entwickelte er in Bratislava eine progressive künstlerische Praxis, mit der er früh internationale Anerkennung erlangte. Im Zuge seiner Teilnahme an der documenta 7 im Jahr 1982 in Kassel floh er vor der zunehmenden Unterdrückung durch das kommunistische Regime und lebte mehrere Jahre in New York. Nach der Wende von 1989 kehrte er in die Slowakei zurück und führte seine Arbeit in Richtung eines umfassenden Gesamtkunstwerks weiter.
Ab den 1990er-Jahren schuf Filko das "System SF" (Stano Filko). Dabei handelt es sich um ein Ordnungssystem, in dem Farben, Chakras sowie existenzielle und spirituelle Kategorien miteinander verwoben sind. Es wurde zum Leitprinzip seines gesamten Werks. Auch sein Atelierhaus in Bratislava war von diesem System durchdrungen. 2015 verstarb der Künstler in Bratislava.
(S E R V I C E: www.museumdermoderne.at )
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