Gestohlenes Kokain: Tiroler Ex-Polizist schuldig gesprochen
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von AgenturenDas sichergestellte Kokain wurde offenbar aus dem Tresor entnommen
Bild: APA/APA/THEMENBILD/HELMUT FOHRINGER
Ein 38-jähriger Ex-Polizist ist am Donnerstag am Landesgericht Innsbruck wegen der Vergehen des Diebstahls durch Einbruch und des Siegelbruchs unter Ausnützung der Amtsstellung schuldig gesprochen worden. Er wurde zu vier Monaten bedingter Haft sowie einer unbedingten Geldstrafe von 3.600 Euro verurteilt. Der Mann soll im September 2025 zuvor sichergestelltes Kokain aus einem Büro im Tiroler Landeskriminalamt in Innsbruck gestohlen haben. Der Polizist bekannte sich schuldig.
Der Verteidiger des Mannes, Michael Kathrein, erklärte nach dem Urteil von Richter Paul Menardi Rechtsmittelverzicht, der Staatsanwalt Matthias Gufler gab hingegen keine Erklärung ab. Das Urteil war somit vorerst nicht rechtskräftig.
Zuvor hatte Richter Menardi sein Urteil begründet. Die Taten des Mannes machten aufgrund seiner damaligen Rolle und Funktion als Polizist schlicht "kein gutes Bild", weshalb die Strafenkombination bestehend aus einer unbedingten Geldstrafe und einer bedingten Freiheitsstrafe "schuld- und tatangemessen" sei. Man bewege sich dennoch in Bezug auf die Strafhöhe "im unteren Bereich". Das sei aber damit begründbar, dass der Mann "vollumfänglich geständig" sowie bisher unbescholten gewesen sei. Der Strafrahmen für die Vergehen hätte übrigens bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe betragen.
Schuldgeständnis unter Ausschluss der Öffentlichkeit
Der 38-Jährige hatte im Prozess - seine Einvernahme wurde unter Ausschluss der Öffentlichkeit vorgenommen - ein umfassendes Schuldgeständnis abgelegt. Dieses sei schließlich "reumütig und überschießend ausgefallen", kommentierte sein Verteidiger dieses in seinem Schlussplädoyer. Zudem führte Kathrein ins Treffen, dass es sich bei den Taten seines Mandanten um "Beschaffungskriminalität" handle und dieser in diesem Zeitraum "suchtgiftgewohnt" gewesen war. Mildernd müsse zudem gewertet werden, dass der Mann seit 2010 im Polizeidienst gestanden sei und sich bis dahin nichts zu Schulden habe kommen lassen. Der Anwalt beantragte deshalb ein mildes Urteil.
Staatsanwalt Gufler wiederum betonte, dass der 38-jährige Österreicher zwar "umfassend geständig war", er die Straftaten aber "unter Ausnutzung seiner Amtsstellung" begangen habe. Das wiederum sei dazu geeignet, "das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Arbeit der Polizei zu erschüttern." An einem Schuldspruch und einer angemessenen Strafe werde somit kein Weg vorbeiführen, argumentierte der öffentliche Ankläger. Zeugen wurden in dem einstündigen Prozess nicht vernommen.
Kollegen ertappten den Ex-Polizisten
Der Fall war ins Rollen gekommen, als Kollegen den Angeklagten dabei ertappten, als er aus einem nicht besetzten Büro eines Vorgesetzten kam, in dem er offenbar nichts zu suchen hatte. Sie stellten beim verdächtigen Kollegen rund 42 Gramm Kokain sicher. Der Verdacht lag nahe, dass es sich um sichergestelltes Suchtmittel aus einem vorausgegangenen Polizeieinsatz handeln und aus dem versperrten Asservatenschrank des Vorgesetzten stammen dürfte. In diesem befand sich ein versiegeltes Kuvert mit Suchtgift - deshalb auch der Vorwurf des Siegelbruchs. Nach Bekanntwerden des Vorfalls wurde der Mann vom Polizeidienst suspendiert.
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