Greifvögel meistbetroffene Art bei Wildtierkriminalität
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von AgenturenVon 487 getöteten Tieren von 2017 bis 2025 waren 107 Mäusebussarde
Bild: APA/APA/dpa/Thomas Warnack
487 getötete Tiere und eine sehr hohe Dunkelziffer lautet die Bilanz eines am Mittwoch publizierten Berichts zur Wildtierkriminalität von Birdlife und WWF Österreich. Diese Zahlen gelten für den Berichtszeitraum von 2017 bis 2025 und Greifvögel waren dabei die meist betroffene Art. Insgesamt waren rund vier Fünftel (81 Prozent) der Opfer Vögel - allein bei den Mäusebussarden wurden 107 Exemplare gezählt. Als Konsequenz fordern die beiden NGOs einen nationalen Aktionsplan.
"Der Bericht zeigt Fortschritte bei der Sensibilisierung, weist aber auch auf erhebliche Mängel bei der Prävention, Aufdeckung und Strafverfolgung von Wildtierkriminalität hin", lautete die Bilanz. Es brauche ein koordiniertes Vorgehen aller beteiligten Akteure im Rahmen eines nationalen Aktionsplans, um die illegale Tötung geschützter Wildtiere nachhaltig zu reduzieren.
Johannes Hohenegger von Birdlife Österreich verwies zudem auf eine hohe Dunkelziffer in diesem Deliktsbereich. "Selbst bei den seltenen, stark gefährdeten Arten, wie Kaiseradler und Seeadler, mussten wir regelmäßig illegale Tötungen feststellen. Aus unseren Monitoringprogrammen und der Besenderung der Tiere wissen wir, dass nur ein kleiner Teil aller Taten überhaupt bekannt wird." Bei großen Beutegreifern wie Luchs oder Wolf wären die absoluten Fallzahlen zwar gering, jedoch aufgrund der kleinen Bestände ökologisch besonders relevant. "Jedes einzelne Tier zählt und entsprechend braucht es strengere Maßnahmen für deren Schutz und die Strafverfolgung bei illegalen Tötungen", so WWF-Artenschutzexpertin Christina Wolf-Petre.
Hotspot Ostösterreich - Weinviertel als Ausnahme
Besonders viele Fälle von Wildtierkriminalität dokumentierten die Organisationen im östlichen Weinviertel (Niederösterreich), im Nordburgenland sowie im Inn- und Hausruckviertel (Oberösterreich). Hier würden aufgrund der Niederwildjagd Konflikte zwischen Beutegreifern und jagdlichen Interessen gehäuft auftreten. Jedoch wurde auf regionale Unterschiede hingewiesen: Im Weinviertel zeigten behördliche Aufklärungsmaßnahmen Wirkung und die Fallzahlen gingen trotz gestiegener Greifvogelbestände deutlich zurück. Der Bezirk Neusiedl im Burgenland zeigte beständig hohe Fallzahlen, ein deutlicher Anstieg und verhältnismäßig viele Vergiftungen wurden in Oberösterreich dokumentiert.
Insgesamt stieg die Anzahl der dokumentierten Fälle - nach einem Rückgang von 2020 bis 2022 - in den vergangenen Jahren wieder an. Hauptgrund dafür dürfte eine steigende Meldebereitschaft in der Bevölkerung, aber auch verschiedener Behörden und der Jägerschaft sein, so die beiden NGOs. Das Delikt trat dabei in den verschiedensten Formen auf, wobei Abschüsse, Vergiftungen und das Fangen mit Fallen die häufigsten Methoden waren. Bei der absichtlichen Vergiftung von Wildtieren waren dabei insbesondere wieder im Weinviertel deutliche Rückgänge zu verzeichnen.
Birdlife und WWF forderten als Konsequenz unisono die systematische Stärkung von Prävention, Aufdeckung, Strafverfolgung und Zusammenarbeit mit Behörden. Außerdem brauche es die Entwicklung und Umsetzung eines nationalen Aktionsplans gegen Wildtierkriminalität.
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