Große Machthaber und Stars zeigen sich im WestLicht ganz nah
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von AgenturenAuch Donald Trump findet sich unter den Mächtigen
Bild: APA/APA/Platon
Ab Sonntag wirft das Fotomuseum WestLicht in Wien-Neubau den Blick auf die Machtvollen. Dutzende Werke des Fotografen Platon zeigen in einer neuen Schau moderne Staatslenker, aber auch Superstars und andere Berühmtheiten in authentisch wirkenden Nahaufnahmen. Die Ausstellung "Platon. People Power" ist gewissermaßen ein Best-of des Briten, dessen Fotoporträts mehrfach die Cover des "Time Magazine" zierten - darunter die berühmten Ausgaben zur "Person of the Year".
Für andere Magazine wie "The New Yorker" oder "Rolling Stone" bekam der britische Fotograf in den 2000er- und 2010er-Jahren etliche Machthaber und Pop-Ikonen vor die Kamera, die nun im Großformat im Fotomuseum hängen - von Donald Trump über Fußball-Star David Beckham und Rap-Pionier Dr. Dre bis zum Aktivistinnen-Kollektiv Pussy Riot.
Menschen mit Macht nahbar erscheinen lassen
"Jedes einzelne dieser Bilder zeigt einen Moment, in dem ich mir die Aufmerksamkeit und das Vertrauen einer Person verdienen musste", erklärte Platon vor Journalisten am Freitag. Oft ging er dafür mit der Kamera ganz nah an das Gesicht seines Gegenübers, was einen Anschein von Authentizität und Intimität erzeugt. Heavy-Metal-Ikone Ozzy Osbourne vergießt beispielsweise ein Tränchen, Silvio Berlusconi grinst verschmitzt in die Kamera und Sylvester Stallone pufft Zigarrenrauch in die Linse.
Platon selbst sieht sich als neutraler Beobachter: "Es steht mir nicht zu, zu beurteilen, ob jemand ein guter oder ein böser Mensch ist." Beim Foto-Shooting mit Barack Obama hätten sich die Auftraggeber besonders positive Bilder gewünscht. "Es ist aber nicht meine Aufgabe, ihn zum Lächeln zu bringen", sagt der Fotomacher. "Das ist Propaganda." "Meine Aufgabe ist es, ein Gefühl dafür zu vermitteln, wie es wirklich ist, mit diesen Menschen zusammen zu sein", erklärte er weiter.
Auf den Nahaufnahmen mit überwiegend neutralen Hintergründen komme der "Charakter zum Ausdruck", zeigt er sich überzeugt. Alte Machthaber wie Ex-US-Präsident Bill Clinton oder Muammar Gaddafi nehmen auf den Fotos etwa die Sitzhaltung der Präsidentenstatue beim Lincoln Memorial ein. Allerdings wurde nur die Variante mit dem russischen Machthaber Vladimir Putin häufig mit der Ausstrahlung eines Mafiabosses verglichen. Clintons Nachfolger George W. Bush hätte nach seiner Präsidentschaft, während der Weltwirtschaftskrise, wiederum besonders ausdrücklich darauf beharrt, auf dem Bild glücklich zu wirken. Das zu bewerten, liege bei den Betrachtern.
"Helden des Alltags" im Antlitz der Mächtigen
Dazwischen hängen aber auch Bilder von solchen Menschen, denen die Macht im Antlitz der großen Politiker und Medienmogule zu fehlen scheint. Als "Helden des Alltags" tituliert die Ausstellung Aktivisten aus Krisengebieten, schwer bewaffnete Polizisten in Konfliktzonen oder tibetische Mönche, die sich hier zwischen Steven Spielberg oder Mark Zuckerberg breit machen. Das zeige "gelebte Demokratie", da sich so die "Mächtigen unter den Machtlosen" befinden würden.
"WestLicht" feiert Jubiläum
Gleichzeitig markiert die Ausstellung das 25-Jahr-Jubiläum des Fotomuseums. Ex-Bundespräsident Heinz Fischer und sein Nachfolger Alexander Van der Bellen gratulierten daher per Grußbotschaft. In der heutigen Medienwelt seien Orte wichtig, um Fotografie "historisch, technisch und wissenschaftlich" einordnen zu können, so Van der Bellen. Einen ähnlichen Tenor schlägt Platon an, der bereits 2012 im WestLicht seine erste Ausstellung hatte. Weil sich unsere Gesellschaft derart schnell bewege, seien Orte, die "Momente der Ruhe und des Nachdenkens" bieten würden, von besonderer Wichtigkeit.
(S E R V I C E - "Platon. People Power" im WestLicht, von 31. Mai bis 9. August 2026, www.WestLicht.com )






