Hisbollah-Chef fordert Absage der Verhandlungen mit Israel

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von Agenturen

Israel setzt seine Angriffe fort

Bild: APA/APA/AFP/JALAA MAREY


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Hisbollah-Chef Naim Qassem hat kurz vor einem historischen Treffen israelischer und libanesischer Vertreter zum Abbruch der anstehenden Gespräche zwischen dem Libanon und Israel aufgerufen. Qassem rief die Regierung in Beirut in einer TV-Rede dazu auf, eine "historische Haltung" einzunehmen. Sie solle das Treffen absagen. Zum ersten Mal seit Jahrzehnten nehmen die libanesische Regierung und Israel in Washington am Dienstag direkte Gespräche auf politischer Ebene auf.

Israel strebt ein dauerhaftes Friedensabkommen mit dem Libanon und eine Entwaffnung der proiranischen Hisbollah im Libanon an. Die libanesische Regierung will zunächst vor allem eine Waffenruhe im derzeitigen Krieg und einen Abzug der israelischen Truppen aus dem Süden des Libanons erreichen.

Die Hisbollah hat sich bisher gegen die Forderungen Israels gestellt. Qassem sagte nun, eine Entscheidung zu Verhandlungen bedürfe eines Konsens im Land. "Lasst uns gemeinsam der Aggression entgegentreten, und danach können wir uns über die Zukunft und alles Weitere verständigen", sagte der Generalsekretär der Hisbollah weiter. Verhandlungen kämen einer Reihe freiwilliger Zugeständnisse gleich, betonte er.

Israel kesselt Bint Jbeil im Südlibanon ein

Unterdessen kesselte die israelische Armee nach eigenen Angaben die Stadt Bint Jbeil im Südlibanon vollständig ein. "Die Streitkräfte der 98. Division haben die Einkesselung der Stadt Bint Jbeil abgeschlossen und mit einem Angriff auf sie begonnen", postete Armeesprecher Avichay Adraee am Montag auf X. In der vergangenen Woche hatten israelische Soldaten demnach bei direkten Gefechten und bei Luftangriffen in und um die Stadt mehr als hundert Hisbollah-Kämpfer getötet.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu sagte in einer Kabinettssitzung, die Kämpfe im Südlibanon konzentrierten sich seit Sonntag auf Bint Jbeil. "Die Kämpfe gehen weiter. Sie haben nicht aufgehört - sie dauern ununterbrochen an. Gestern und heute haben sie sich auf Bint Jbeil konzentriert", sagte er laut einem am Montag von seinem Büro veröffentlichten Video.

Die vom Iran unterstützte und mit der islamistischen Palästinenserorganisation Hamas verbündete Hisbollah-Miliz erklärte, sie liefere sich seit mehreren Tagen Gefechte mit israelischen Soldaten in Bint Jbeil. Die Stadt liegt etwa fünf Kilometer von der Grenze zu Israel entfernt und ist im Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah von großer strategischer und symbolischer Bedeutung. Im Krieg gegen Israel 2006 hatte die Hisbollah dort die israelische Armee nach erbitterten Kämpfen zurückgedrängt.

Zahlreiche Hisbollah-Ziele attackiert

Am Montag erklärte die israelische Armee, sie habe in den vergangenen 24 Stunden etwa "150 Ziele der Terrororganisation Hisbollah in zahlreichen Gebieten im Süden Libanons angegriffen". Bei den Zielen habe es sich um Militäranlagen, Abschussvorrichtungen für Panzerabwehrraketen und Kommandozentren gehandelt.

Die Hisbollah hatte Israel nach Beginn des Iran-Kriegs erneut unter Beschuss genommen. Daraufhin flog Israel massive Luftangriffe auf Teile des Libanon und schickte Bodentruppen über die Grenze. Die gegenseitigen Angriffe halten trotz der im Iran-Krieg vereinbarten Waffenruhe bisher unvermindert an.

Allein bei einer massiven Angriffswelle am vergangenen Mittwoch wurden nach Angaben der israelischen Armee fünf Kommandanten und mehr als 250 Kämpfer der Hisbollah getötet. Das libanesische Gesundheitsministerium hatte von insgesamt mehr als 350 Toten gesprochen.

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