"Ich verstehe Ihren Unmut": Arbeitswelt bei Crossing Europe
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von AgenturenDer Film spielt in der Reinigungsbranche
Bild: APA/Crossing Europe
Wie läuft das so in der Objektreinigungsbranche? Wissen wir denn, wer unsere Schreibtische und Arbeitsplätze gestern gereinigt hat? Eine bedrückende Antwort versucht Regisseur Kilian Armando Friedrich in dem Spielfilm "Ich verstehe Ihren Unmut" zu geben. Zu sehen beim Crossing Europe Film Festival in Linz in der Schiene "Arbeitswelten", Kinostart in Österreich ist am 22. Mai.
Gleich zu Beginn folgt die Kamera Heike (Sabine Thalau) durch die Abteilungen einer Shoppingmall. Alles soll fertig gereinigt sein, hektisch und laut kontrolliert sie, packt selbst an, maßregelt die Belegschaft oder feuert sie an, Verkehrs- und Maschinenlärm immer im Hintergrund. Heike ist Objektleiterin einer Reinigungsfirma, war ihr ganzes Arbeitsleben in der Branche und versucht einfach, ihren stressigen Job gut zu machen.
Wie lange kann das gut gehen?
Von Beginn an fragt man sich, wie lange es wohl dauert, bis alles zusammenbricht, bis Heike einknickt. Doch das tut sie nicht. Es geht doch immer wieder weiter. Bis der Punkt da ist.
Der Stehsatz über den "Unmut" fällt früh im Film. Er verleiht Heike einen kurzen Moment der Souveränität in einer Arbeitswelt, die an unerträglicher Hektik und Überforderung kaum zu überbieten ist. Heike ist eine Getriebene, saugt alles Unbill auf, Klagen von Kunden, Vorwürfe ihres Chefs und sogar der Zwist mit Kollegen und ihren Mitarbeitern, für die sie sich so einsetzt und auf die sie angewiesen ist. All das landet direkt bei ihr. Dazu kommen Querelen mit Subunternehmen und auch zu Hause läuft so manches gar nicht, wie es sollte.
Neue Einblicke und doch bekannt
Obwohl im Detail oft überraschend, wird man das Gefühl in dieser Spielfilm-Inszenierung nicht los, über die Zustände ohnehin Bescheid zu wissen: den Stress, den Druck, die Ausweglosigkeit in einem System des freien Marktes, der in seiner vollen Härte nur das bedingungslose Funktionieren kennt. Die den ganzen Film durchgehaltene subjektive Kameraführung tut das Ihrige und verstärkt das Unbehagen.
(S E R V I C E - www.crossingeurope.at)
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