Im Ebola-Gebiet: WHO-Chef fordert bessere Zusammenarbeit

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von Agenturen

WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus

Bild: APA/APA/AFP/GLODY MURHABAZI


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Im Kampf gegen den Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo ist aus Sicht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine bessere Koordination zwischen allen humanitären und Gesundheitsakteuren nötig. Das schrieb WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Samstag während seines Besuchs in der am stärksten betroffenen Provinz Ituri auf der Plattform X. Es sei außerdem wichtig, auf die Bevölkerung zu hören und sie zu unterstützen, betonte Tedros.

"Die lokale Bevölkerung ist am besten dazu in der Lage, ihre Bedürfnisse auszudrücken und wirksame Lösungen zur Eindämmung des Ausbruchs zu identifizieren", notierte der WHO-Chef. Die Menschen im Gebiet des aktuellen Ausbruchs im Ostkongo scheuen manche Präventionsmaßnahmen. Isolation, Trennung von den Angehörigen und die speziellen Sicherheitsmaßnahmen für die Beisetzung verstorbener Ebola-Patienten stehen im starken Gegensatz zu den dort üblichen sozialen Normen im Krankheits- oder Todesfall.

Hilfsorganisationen haben auch damit zu kämpfen, dass viele Menschen in Ituri Ebola für einen Mythos halten. Nach Angaben der kongolesischen Regierung wurden seit Beginn des Ausbruchs mehr als 1.000 Verdachtsfälle gemeldet, von denen rund 250 Erkrankte verstorben sind. Aus dem benachbarten Uganda sind nach Angaben der WHO neun bestätigte Fälle gemeldet worden. Eine der Infektionen endete bisher tödlich.

"Wir sind hier, um uns mit der Gemeinschaft auszutauschen, um zu verstehen, wie auf die Lage reagiert wird, und mögliche Schwierigkeiten zu erkennen, damit wir Unterstützung leisten können", hatte Tedros nach seiner Ankunft vor Journalisten gesagt. Der neue Ebola-Ausbruch war am 15. Mai in Ituri ausgerufen worden. Inzwischen wurde das Virus in insgesamt drei kongolesischen Provinzen sowie im Nachbarland Uganda nachgewiesen.

Strukturen im Kongo erschweren Maßnahmen

Die WHO befürchtet, dass das tatsächliche Ausmaß der Epidemie deutlich größer sein dürfte. Die Demokratische Republik Kongo hat nur begrenzte Kapazitäten für Labortests zur Bestätigung von Infektionen. In Ituri wurde nach WHO-Angaben ein Großteil der bestätigten Fälle im Kongo festgestellt. Die Reaktion auf den Ausbruch wird dort durch die schwache Präsenz staatlicher Stellen in ländlichen Gebieten und die Gewalt bewaffneter Gruppen erschwert. Zudem leben Millionen von Vertriebenen in Lagern, wo Enge und schlechte Hygienebedingungen eine Ausbreitung des Virus begünstigen könnten.

Ebola verursacht Fieber mit Blutungen und wird über Körperflüssigkeiten übertragen. Der aktuelle Ausbruch wird durch die Virusvariante Bundibugyo verursacht, gegen die es bisher weder eine spezifische Behandlung noch einen zugelassenen Impfstoff gibt.

Sorge bei Ärzten ohne Grenzen

Zwei Wochen nach der Erklärung des Ausbruchs der Ebola-Krankheit in der Provinz Ituri sei die Lage äußerst besorgniserregend und stelle sowohl für die Bevölkerung als auch für die Gesundheitskräfte in der unmittelbaren Versorgung von Patientinnen und Patienten einen berechtigten Anlass zur Sorge dar, teilte die Organisation Ärzte ohne Grenzen am Samstag in einer Aussendung mit.

"Noch nie zuvor hat ein Ausbruch der Ebola-Krankheit so kurz nach seiner offiziellen Erklärung so viele Fälle verzeichnet", sagte Alan Gonzales, der als Deputy Director of Operations von Ärzte ohne Grenzen für den Einsatz in der Region zuständig ist. "Die Menschen benötigen dringend eine Reaktion, die dem Ausmaß der Krise entspricht."

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