Israel griff erneut Vororte von Beirut an

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von Agenturen

Israelische Angriffe im Südlibanon

Bild: APA/APA/AFP/-


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Israels Armee hat trotz einer verkündeten Waffenruhe am Sonntag Vororte der libanesischen Hauptstadt Beirut angegriffen. Ziele seien als Reaktion auf den Beschuss Israels durch die Hisbollah "Terroristen-Hauptquartiere" gewesen, so Ministerpräsident Benjamin Netanyahu und Verteidigungsminister Israel Katz. Videos zeigten dichte Rauchwolken in den als Dahiyeh bekannten Vororten von Beirut. Der Norden Israels war zuvor erneut vom Libanon aus mit Raketen attackiert worden.

Die südlich der libanesischen Hauptstadt gelegenen Vororte gelten als Hochburg der islamistisch-schiitischen Hisbollah, sind aber auch dicht bewohnt. Augenzeugen beschrieben schwere Zerstörung an einem der Gebäude über mehrere Stockwerke. Israel hatte seit Inkrafttreten einer offiziellen Waffenruhe Mitte April die Angriffe deutlich eingeschränkt. US-Präsident Donald Trump hatte auch einen Stopp israelischer Angriffe in dem Gebiet und ein Ende von Angriffen der Hisbollah auf Israel verkündet. Israel hatte jedoch damit gedroht, diese Gebiete bei Hisbollah-Attacken auf Israel erneut anzugreifen und die Bewohner der Vororte erneut Mal zur Flucht gedrängt.

Wieder Raketen im Norden Israels

Der Norden Israels war zuvor erneut vom Libanon aus mit Raketen angegriffen worden. Die Raketenabwehr habe zwei Geschoße abgefangen, die auf israelisches Gebiet vorgedrungen seien, teilte die Armee mit. "Wir werden nicht zulassen, dass die Hisbollah auf unser Gebiet und unsere Gemeinden schießt - und wir werden entsprechend handeln", sagte Netanyahu zum Beginn einer Kabinettssitzung heute. Im Libanon habe die israelische Armee im Laufe einer Woche 350 "Terroristen" getötet. "Wir greifen sie sehr hart an, und wir wissen, dass die Hisbollah auf der Flucht ist", betonte Netanyahu.

In der Nacht zum Donnerstag hatten sich Israel und der Libanon nach US-Angaben auf einen neuen Anlauf zur Umsetzung der bisher faktisch kaum wirksamen Waffenruhe geeinigt. Die Hisbollah lehnte die vereinbarten Bedingungen ab, kurz darauf erfolgten neue Angriffe der mit dem Iran verbündeten Miliz.

Doch auch nach den jüngsten Gesprächen zwischen Israel und dem Libanon kehrte im Konflikt mit der Hisbollah keine Ruhe ein. Israels Armee meldete am Samstag Angriffe auf rund 150 Ziele der pro-iranischen Miliz im Süden des Libanon binnen 48 Stunden. Die Hisbollah attackierte ihrerseits erneut Ziele in Israel. Libanesischen Angaben zufolge wurden mindestens zwei Menschen bei israelischen Angriffen im Südlibanon getötet. Libanons Armeechef Rodolphe Hajkal reiste indes nach Pakistan.

Der Libanon war Anfang März in den Iran-Krieg hineingezogen worden. Als Reaktion auf die Tötung des obersten iranischen Führers Ayatollah Ali Khamenei feuert die Hisbollah seither immer wieder Raketen und Sprengstoffdrohnen auf Israel ab. Israel fliegt seinerseits Luftangriffe auf Ziele im Libanon und schickte Bodentruppen über die Grenze.

Zwei israelische Soldaten im Libanon getötet

Derweil gab Israels Armee am Samstag den Tod zweier ihrer Soldaten bekannt, die im Süden des Libanon im Einsatz gewesen seien. Auch die libanesische Armee teilte mit, drei ihrer Soldaten seien am Samstag beim Beschuss eines Militärfahrzeugs zwischen Khardali und Nabatieh im Süden des Landes getötet worden.

Israels Streitkräfte erklärten, das angegriffene Fahrzeug habe sich "verdächtig bewegt" in einer "aktiven Kampfzone". Die Angriffe im Libanon richteten sich gegen die "Terrororganisation Hisbollah", betonte die Armee. Zugleich kündigte sie an, den Vorfall zu prüfen. Libanons Präsident Aoun verurteilte den Angriff als "eklatante Verletzung der libanesischen Souveränität". Libanons Regierungschef Nawaf Salam bezeichnete den Angriff als "ein abscheuliches Verbrechen und einen Angriff auf den Libanon und das gesamte libanesische Volk".

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Libanons Armeechef besucht Pakistan

Libanons Armeechef reiste derweil auf Einladung seines pakistanischen Kollegen Asim Munir nach Pakistan, wie die libanesische Armee am Samstag mitteilte. Der Besuch steht im Zusammenhang mit Pakistans Vermittlerrolle zur Beendigung des Iran-Kriegs, wie die Nachrichtenagentur AFP aus einer mit der Angelegenheit vertrauten Quelle erfuhr. Der Libanon spiele "eine entscheidende Rolle in den Verhandlungen". Munir ist Pakistans Chefvermittler in den Gesprächen zwischen den USA und dem Iran.

Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim berichtete zudem, dass sich der pakistanische Innenminister Mohsin Naqvi im Iran aufhalte. Er solle dort Außenminister Abbas Araghchi und weitere ranghohe Vertreter des Iran treffen.

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