Israels Marine enterten Boote von Gaza-Hilfsflotte

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von Agenturen

Mit solchen Booten sind die Gaza-Aktivisten unterwegs

Bild: APA/APA/AFP/JOSEP LAGO


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Die israelische Marine ist erneut gegen die internationale Gaza-Hilfsflotte vorgegangen. Auf einer Live-Videoübertragung der "Global Sumud Flotilla" war am Montag zu sehen, wie Soldaten der israelischen Marine ein Boot mit Aktivisten enterten. Laut ihres eigenen Trackers war die Flotte westlich von Zypern unterwegs. Die Veranstalter sprachen von einer "Attacke" Israels auf ihre Boote, die sich etwa 250 Seemeilen von Gaza entfernt ereignet habe.

Das israelische Nachrichtenportal "ynet" berichtete, die Marine habe die Kontrolle über Boote der Hilfsflotte übernommen. Die Aktivisten an Bord sollten festgenommen und auf ein Schiff der Marine gebracht werden, auf dem sich ein "schwimmendes Gefängnis" befinde. Von dort sollten sie in die israelische Hafenstadt Ashdod gebracht werden. In der Vergangenheit waren internationale Aktivisten stets nach einer Weile wieder in ihre Heimatländer abgeschoben worden.

Israel spricht von Provokation

Das israelische Außenministerium warf den Aktivisten in einem Post auf der Plattform X, es ginge ihnen nur um Provokation und nicht um humanitäre Hilfe. Sie dienten damit nur der militanten Palästinenserorganisation Hamas, die weiter einen Teil des vom Krieg verwüsteten Gazastreifens kontrolliert. "Israel wird keinerlei Verletzung der rechtmäßigen Seeblockade des Gazastreifens zulassen", hieß es weiter in dem Post. Israel fordere alle Teilnehmer auf, "sofort den Kurs zu ändern und umzukehren".

Zweiter Versuch binnen zwei Wochen

Zwei Wochen nach ihrem ersten Stopp durch Israels Marine hatte sich die aktuelle Mission der "Global Sumud Flotilla" am vergangenen Donnerstag erneut auf den Weg gemacht. Sie stach vom türkischen Hafen Marmaris aus in See. Aktivisten aus 40 Ländern waren mit mehr als 50 Schiffen unterwegs.

Die pro-palästinensischen Aktivisten wollten erneut versuchen, die seit 2007 bestehende israelische Seeblockade des Gazastreifens, die auch von Ägypten mitgetragen wird, zu durchbrechen und Hilfsgüter in die Konfliktregion zu bringen. Nach Darstellung Israels herrscht im Gazastreifen kein Mangel an Hilfsgütern.

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Auch Österreicher aktiv

An der "Global Sumud Flotilla" sind auch Aktivisten aus Österreich beteiligt. In einer Aussendung bestätigte "Global Sumud Österreich" - Sumud ist arabisch und bedeutet "Standhaftigkeit" - das erneute israelische Vorgehen und verurteilte dieses zugleich. "Die aktuelle Konfrontation ist eine direkte Fortsetzung des rechtswidrigen israelischen Militärangriffs, der erst vor zwei Wochen vor der Küste Kretas stattfand."

Der Intervention sei "eine koordinierte, einwöchige Propagandakampagne" gegen die Hilfsflotte vorangegangen. Dies und die Intervention zielten darauf ab, "aktiv die Zustimmung zur Begehung von Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit gegen eine unbewaffnete, gewaltlose zivilgesellschaftliche Mission, bestehend aus Ärzt:innen, Journalist:innen und humanitären Helfer:innen, zu erzeugen", beklagte "Global Sumud Österreich". Bei früheren Einsätzen der Gaza-Hilfsflotten waren auch Österreicher von israelischen Sicherheitskräften festgesetzt und nach Israel gebracht worden.

Bereits Ende April Abfangaktion vor Kreta

Die israelische Marine hatte am 30. April bei Kreta bereits mehr als 20 Schiffe der aktuellen "Global Sumud Flotilla" in internationalen Gewässern abgefangen und nach eigenen Angaben 175 Menschen festgenommen. Griechenland nahm die meisten von ihnen auf und organisierte ihre Rückreise in die Herkunftsländer. Zwei Aktivisten wurden nach Israel gebracht, nach gut einer Woche aber abgeschoben. Der Protest formierte sich indes in der Türkei neu.

Früherer Einsatz gegen Gaza-Flotte endete tödlich

Mehrere EU-Staaten, darunter etwa Deutschland, äußerten Zweifel an der Vereinbarkeit des Stopps in internationalen Gewässern mit dem Völkerrecht. Israel betonte, das Vorgehen gegen die Aktivisten stehe im Einklang mit dem Völkerrecht. Der jüdische Staat wirft einigen Aktivisten Verbindungen zur Hamas vor.

Das israelische Außenministerium warf den Veranstaltern vor, sie hätten auch zwei gewaltbereite türkische Gruppierungen an Bord. Bei einer Aktion im Jahre 2010 gegen die Gaza-Seeblockade hatten israelische Soldaten das türkische Schiff "Mavi Marmara" vor der Küste des Gazastreifens gestürmt. Dabei kamen zehn türkische Staatsbürger ums Leben.

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