Italien ohne Kinder - Rekordtief an Geburten
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von AgenturenIn Italien kommen immer weniger Kinder zur Welt
Bild: APA/APA/dpa/Fabian Strauch
Die unsichere internationale Lage wirkt sich negativ auf die Geburtenrate in Italien aus. Das Land hat 2025 ein neues Rekordtief an Geburten erreicht, nachdem bereits 2024 so wenige Kinder geboren wurden wie seit dem Ersten Weltkrieg nicht mehr. Die durchschnittliche Kinderzahl pro Frau in Italien ist weiter gesunken und lag nach Daten des italienischen Statikamts Istat bei 1,14 nach 1,18 im Jahr 2024.
Insgesamt wurden in Italien im vergangenen Jahr 355.000 Kinder geboren, das entspricht 6,3 Geburten je 1.000 Einwohner. Gegenüber dem Vorjahr ist die Zahl der Geburten um 15.000 (-3,9 Prozent) zurückgegangen. Rund jedes achte Neugeborene hat eine ausländische Staatsangehörigkeit - insgesamt etwa 48.000 Kinder. Zugleich werden Kinder weiterhin später geboren: Das durchschnittliche Alter der italienischen Mütter ist auf 32,7 Jahre gestiegen.
Italiens Schlusslicht ist die Insel Sardinien
Die Region mit der niedrigsten Geburtenrate ist die Insel Sardinien mit 0,85 Kindern pro Frau - bereits das sechste Jahr in Folge unter dem Wert von eins. Die höchste Geburtenrate weist erneut Trentino-Südtirol mit 1,40 auf, vor Sizilien (1,23) und Kampanien (1,22).
Der Rückgang ist Teil eines europaweiten Trends. Auch in Österreich ist die durchschnittliche Kinderzahl pro Frau mit 1,29 im Vorjahr auf ein weiteres historisches Tief gesunken. In der Europäischen Union sank die durchschnittliche Kinderzahl von 1,57 im Jahr 2010 auf 1,34 im Jahr 2024. In Deutschland liegt sie bei 1,36, in Spanien bei 1,10, während sie auch in traditionell geburtenstärkeren Ländern wie Frankreich (1,61) und Schweden (1,43) zurückgegangen ist. Im Unterschied zu Ländern wie Frankreich und Schweden wirkt sich in Italien zusätzlich die Altersstruktur der Bevölkerung aus: Durch den langfristigen Geburtenrückgang gibt es weniger Menschen im fortpflanzungsfähigen Alter.
Auch die Zahl der Eheschließungen ist in Italien rückläufig: 2025 wurden rund 165.000 Ehen registriert, etwa 8.000 weniger als im Vorjahr. Besonders stark gingen kirchliche Trauungen zurück (Minus 11,7 Prozent), während standesamtliche Eheschließungen leicht um 0,2 Prozent sanken. Die Heiratsrate liegt bei 2,8 pro 1.000 Einwohner.
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