Italiens Kulturminister kritisiert Biennale-Präsident scharf
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von AgenturenItaliens Kulturminister Alessandro Giuli
Bild: APA/APA/AFP/TIZIANA FABI
Im Streit um den russischen Pavillon bei der am 9. Mai beginnenden Kunstbiennale von Venedig hat Italiens Kulturminister Alessandro Giuli den Biennale-Präsidenten, Pietrangelo Buttafuoco, scharf kritisiert. Buttafuoco habe versucht, außenpolitisch zu agieren. "Er wollte eine UNO der Kunst schaffen und meinte, Außenpolitik machen zu können", so der Minister im Interview mit der römischen Tageszeitung "La Repubblica". Dies sei jedoch Aufgabe von Regierung und Parlament.
Buttafuoco habe der Biennale einen großen Imageschaden zugefügt. Eine mögliche Zwangsverwaltung der Stiftung, die die Kunstbiennale organisiert, schloss Giuli jedoch aus. Es gebe keinen Grund, die Situation weiter zu destabilisieren. Hintergrund der Spannungen ist unter anderem Kritik am Umgang mit dem russischen Pavillon.
Groß geplante Eröffnungsfeier fällt aus
Die Kunstbiennale in Venedig steht vor einem Scherbenhaufen. Am Donnerstag trat die internationale Jury im Streit um den Umgang mit Russland und Israel geschlossen zurück. Seit Gründung der Biennale 1895 gab es das noch nie. Der Rücktritt der Jury unter Vorsitz der brasilianischen Kunsthistorikerin Oliveira Farks sorgt in der Kunstwelt für Schlagzeilen weit über Italien hinaus. Die groß geplante Eröffnungsfeier fällt ebenso aus wie die übliche Vergabe der Goldenen Löwen. Preise werden jetzt erst zum Ende der Biennale im November vergeben - aber nicht mehr von einer Jury, sondern durch eine Abstimmung unter dem Publikum.
Offensichtlich steht der Abgang in Zusammenhang mit dem Streit um Russland und Israel. Wegen des Kriegs gegen die Ukraine wurde der russische Pavillon in den vergangenen vier Jahren von Russland nicht genutzt. Jetzt soll dort Kunst gezeigt werden, deren Macherinnen Verbindungen in den Kreml haben. Israel wird in Venedig vom israelisch-rumänischen Künstler Belu-Simion Fainaru vertreten. An Israels militärischem Vorgehen gibt es international ebenfalls viel Kritik.
Vergangene Woche erklärte die Jury dann, dass weder Russland noch Israel mit einem Preis rechnen könnten. Daraufhin schickte die italienische Regierung "Inspektoren" nach Venedig. Zuvor schon hatten Ministerpräsidentin Giorgia Meloni und Kulturminister Giuli angekündigt, der Eröffnung fernzubleiben.
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